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16.12.2017 - 12:09 Uhr
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Artikel über Klassik-Steckbrief
Musik? Musik! Musik!!!

Eigentlich besteht Musik nur aus einer Aneinandereihung von unterschiedlichen Tönen, Frequenzen. Erfunden haben’ s wohl unsere Vorfahren, die bei der Jagd irgendwann in ein Horn bliesen und nach erfolgreicher Beute auf die Pauke hauten.

Dann saßen sie da, starrten ins Feuer und grillten sich ihre Urzeitwürstchen und sannen über neue Taktiken und Techniken nach. Oder sie starrten ganz einfach nur (wie heute in die Glotze). Diese Sache gefiel den Frauen natürlich nicht, die da laut schnatternd daneben saßen. Was die Männer schließlich auf die Palme brachte.. Denn eigentlich wollten die nach einem anstrengenden Tag ihre Ruhe haben…

Nicht dass die Weibchen tagsüber nur ratschten – sie hatten es auch nicht leichter. Schließlich wussten sie ja nicht, ob der geliebte Mann Beute machen würde, und bevor man verhungern musste sammelten sie nebenbei allerlei Beeren und Kräuter, Pilze und Wurzeln. Bei manchen Beeren und Pilzen konnte es zwar vorkommen, dass sich ein Neandertalerlein vor Krämpfen am Boden wandt, andere aber bei bestimmten Sorten nach einer gewissen Karenzzeit fröhlich wurden und sangen. Klang zwar nicht wie der eingeübte Gesangsverein heutiger Zeit, aber immerhin. Auffallend auch, dass die Herren der Schöpfung laut lachten und in die Höhle torkelten, als es zum Schlafen ging. Komisch…

Bestimmte Beeren (nennen wir sie mal frech Weintrauben) schmechten süß und saftig, und so kam man drauf, die Dinger zu pressen und den Saft zu trinken. Natürlich war der nicht so ergiebig, aber da kam halt Wasser mit hinein (was man Schorle nannte). Der Saft selbst wurde sorgfältig abgefüllt und verschlossen., da schmeckte er besser.

Irgendwann muss da auch ein Stück Honigwabe dazugeraten sein, der den Saft aber nicht nur süßte, sondern ihn fast verdarb. Er brodelte so komisch und prickelte auf der Zunge, löste im Kopf aber ein ungemeines Glücksgefühl aus. Mit ein paar Kräutern vermischt, konnte man immer mehr Geschmacksvarianten erzielen, was der
Gemeinschaft diente, denn jetzt unterhielten sich die Männer selbst am Feuer mit den Frauen! Ab sofort wurde absichtlich Honig in den Saft getan, erst die Waben und später der flüssige Honig, der durch schleudern aus den Waben drang.

Je länger und verschlossener (Bienenwachs aus den Waben) man das Zeug stehen ließ, desto besser wurde das Zeug. Womit der Heurige oder Sauser entstand. Lange Rede kurzer Sinn: Die Stöcke aus der Botanik wurden ausgegraben und an sonnigen Plätzen neu verpflanzt, damit man nicht so lange suchen musste. Womit der erste Weinanbau entstand. Was das alles mit Musik zu tun hat?

Piano, kommt schon noch: Nach dem Genuss jenes Saftes und der Zugabe von getrockneten und zerstoßenen Kräuter betimmter Herkunft entstand eine spirituelle Kostbarkeit, die man schlicht und einfach „Met“ nannte. Und gar furchtbar „naufhaute“. So „durchgeistigt“ durchbrach das menschliche Gehirn seine Grenzen und entwickelte einen Hauch von Genius, erweiterte die Phantasie und schuf da Dinge, die nüchtern nie möglich gewesen wären. Auch später wurde so manches Bild, Buch und geniale Musikstück. in manch durchzechter Nacht. Entpuppte sich erst nach dem erneuten Erwachen als Meisterwerk. Da müssen die Götter der Muse die Hand geführt haben.

Doch zurück zu unseren Vorfahren: Neben dem Horn zur Jagd (was immer noch so heißt) ersann man immer mehr Instrurmente, indem man natürliche Löcher verwendete und neue mechanisch dazufügte. Sehnen über einen Hohlkörper gespannt ergaben auch ganz nette Effekte und wenn man mit Stöckchen auf Fell bespannte, hohle Bauchstümpfe trommelte ergaben dies auch verschieden Töne.

Last not Least fand man immer einen Grund Musik zu machen, sei es, weil man ein Mammut erlegte und Fleisch über den ganzen Winter hatte, jemand abnippelte oder Nachwuchs kam. Musik war immer dabei… Richtig populär wurde sie aber erst durch den Gesang der Mönche, die ihre Religion mit Musik untermalten. Jeder König, Graf oder Fürst hatte seinen Hofnarren, der in erster Linie seine Possen riss um das Volk zu erheitern. Oft war er aber als Berater seines Herren tätig, denn dumm warMen diese Hofnarren nicht. Manchmal kostete es ihm auch den Kopf, wenn er seinen Brötchengeber


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selbst durch den Kakao zog, aber den gab’ s damals noch gar nicht. Der Höhepunkt im höfischen leben war es, wenn Gaukler oder Minnesänger an den Hof kamen. In Ermangelung einer Tageszeitung, Radio oder TV war man natürlich vom geschehen außerhalb der eigenen Burg kaum informiert, es sei denn, ein Fremder besuchte den Hof , was selten geschah. Jene Minnesänger jedoch spulten eine regelrechte Tournee ab, und erzählten (natürlich musikalisch) von Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch. Einerseits beliebt (von den Damen ) andererseits gehasst (von den Herren), Denn neben den interessanten Informationen wussten die Herren Minnesänger durchaus, noch andere Fähigkeiten zu entwickeln und hinterließen manch Kuckucksei…

Genug davon!

Wenden wir uns unserem ersten Künstler zu, der in dieser Rubrik auftaucht:..

Johann Sebastian Bach

Wir schreiben das Jahr 1685. Später wird man diese Zeit dem Barock zuordnen. Nach der Epoche des Mittelalters (ca. 950 – 1420) und der darauf folgendem Renaissance, die bis etwa 1625 dauerte. Johann Sebastian Bach wird am 21. März 1685 in Eisenach, Thüringen geboren. Der Vater Johann Ambrosius ist Orgelspieler, Musiker eben. Nach den Religionskriegen und deren Nachwehen bringt der aufblühende Handel Wohlstand und Zufriedenheit. Man liebt das Theater, die Musik,die Kunst. Speziell der Adel protzt mit barocker Prachtentfaltung.

Zu dieser Zeit: 1692 finden die letzten Hexenverbrennungen statt: Ihr fallen 14 Frauen und vier Männer zum Opfer. Angeblich haben sie zwei Kinder verhext.

1695: Der Vater von Johann Sebastian Bach verstirbt überraschend, seine Gattin folgt ihm kurz darauf nach. Der erst Zehnjährige wird vom wesentlich älteren Bruder Johann Christian in Obhut genommen, der ebenfalls Organist ist. Von ihm lernt er viel, mehr als vom Vater, dessen Zeit ja begrenzt war.
1697: Der französische Anwalt Charles Perrault wendet sich als 55-Jähriger der Literatur zu. Die Sache entpuppt sich als Schuss in den Ofen, aber dagfür wird seine riesige Märchensammlung bekannt, die unter anderem die Märchen „Dornröschen“ und „Aschenputtel“ enthält…

1703: Das Städten Weimar in Thüringen ist die heimliche Kulturhauptstadt Deutschlands! Hier leben und arbeiten der Maler Lucas Cranach, die Schriftsteller Johnn Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, sowie die Musiker Richard Strauss, Richard Wagner und Franz Liszt…

Auch Johann Sebastian, inzwischen 18 Jahre jung, muss jetzt auf eigenen Beinen stehen – ihn zieht es nach Weimar: Dort findet er Anstellung als Violinist und Organist.

Sein Fachwissen hat er nicht nur von Vater und Bruder erhalten, sondern in Lüneburg, wo er ab seinem 15. Lebensjahr im dortigen Kirchenchor sang, denn auch seine volle Stimme galt als außergewöhlich. Dort in Lüneburg wurden seine musikalischen Fähigkeiten gefördert und perfektioniert.

Dort in Weimar bleibt er fast vier Jahre (bis 1707), schreibt unzählige Kompositionen, mitunter große Orgelwerke. Dort hat er auch eine Kusine kennengelernt, der er 1707 nach Mühlhausen folgt und sie ehelicht.

Schon ein Jahr später kehrt er mit seiner schwangeren Ehefrau Maria Barbara zurück nach Weimar, wo nicht nur ein reicher Kindersehgen entsteht, sondern auch zahlreiche Werke entstehen. Nach 9 Jahren wechselt der Musiker, der bereits einen sehr klangvollen Namen genießt, an den Hof von Köthen. Dort wird er als Kapellmeister geehrt.

1698 – 1725: In Italien gerät ein Instrumenten -hersteller zu Weltruhm: Antonio Stradivari. Seine Geigen sind nahezu unbezahlbar…

1712: St. Petersburg wird neue Hauptstadt in Russland.

1715: Tod des französischen Königs Ludwig XIV


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1719: Der Schriftsteller „Daniel Defoe“ veröffentlicht seinen Roman „Die Schatzinsel“.,

In Köthen verlebt Johann Sebastian Bach seine glücklichste Zeit, unbeschwert von Sorgen komponiert und komponiert er. Bis seine Frau Maria Barbara völlig unerwartet im Jahr 1720 verstirbt. Bach’ s fruchtbare Periode endet mit dem Tod seiner Frau schlagartig. Auch sein religiöses Verständnis, seine Anschauung verändert sich auf erschreckende Weise. Seine Lieder werden schwermütig und sind von Trauer durchsetzt.

1721: Ein Jahr nach dem Tod seiner Gattin ehelicht Bach die Sängerin Magdalena Wilcke, findet neuen Lebensmut.

Er bewirbt sich 1723 in Leipzig in der freigewordenen Stelle als Kantor der Schule und Kirche des St. Thomas, wo er auch angenommen wird. Mit 38 Jahren hat Bach also endlich sein angestrebtes Lebensziel erreicht. Doch das Schicksal schlägt erneut zu: Johann Sebastian hat ein Augenleiden und sieht immer schlechter. Trotz mehreren Operationen wird sein Sehvermögen immer schlechter.

1730: Kaiser Yung Cheng verbietet das Rauchen von Opium in China…

1740: Kaiser Friedrich der Große führt politosche imd religiöse Reformen ein…

1742: In Wien wird das Burgtheater gegründet…

Johann Sebastian Bach ist inzwischen fast erblindet. Zuletzt schrieb er an der „Die Kunst der Fuge“! Doch sie bleibt unvollendet. Bach ist jetzt völlig blind. Kann keine Noten mehr lesen. Vom Lebensmut verlassen stirbt er am 28. Juli 1750 in Leipzig. Seine Musik wird immer unvergessen bleiben…

Unbedingt anhören :

Brandenburgische Konzerte
Toccata und Fuge
Präludium
Goldberg – Variationen
Matthäus - Passion



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