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23.10.2017 - 17:19 Uhr
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Artikel über Sie, hams des Mal a neigfeierd ?
Wouhi ? Ach des wissens etz goar ned ?
Etz härns hald aaf. Zum Feiern gibds doch alle Doch was anders ! Gestern warn mir bei die Hubers eingladen, däi ham in dritten Geburdsdoch von ihrm Daggel, dem Waldi gfeierd. Sie, dou woars vei schäi ! Jou wergli.
Blous der Waldi houd ned so gnau gwussd, wäinern gschichd. Der woar nervös irchendwäi.
Als nern dann aff a Kissla ghoggd ham (des mei Frau selber ghäggeld houd) und mir dem Waldi „Häbbi Börsdäi“ gsunga ham, springd doch der Fregger hoch und beissd meiner Frau ind Händ nei. A suer Debb, wass had der gmahnd, für wen mir feiern ??? Der Reddungsdiensd war aber rechd freindli und ham gmahnd, das des ned so schlimm wär. Profilagdisch habi dou dernach scho a paar Whisky drungn, wecher die Bagderien. Mao kanner ned wissen, gell ? Meiner Frau, der Marchared iss nach a paar Schnäbbers aah widder besser ganga.
Is neggsd Jahr wills nemmer hie, denn wer was, dann is der Waldi nu a Stüggeler gräiser und koah vielleicht nu besser beissn...

Naja, däi neggsden Doch hammer eh an Ruah, dou is ka Party angsachd. Däi Brauns ham zwar was von am Goldfisch – Jubiläum derzähld, aber den muah irchendwäi a Katz derwischd ham. Und Beerdichunga moch i ned a su.

Feiern !

Mir kumma wergli nimmer drum rum – inzwischen werd alles gfeierd, an des mer fräier goar ned dengd houd.

Wenn i an mei Mudder deng, dou ham däi zwa große Fesdla ghabd : Däi Kerwa und Weihnachden. Des woar Pflichd, Dradidon.

An der Kerwa houd mer sei schänsds Kladla anzung (oder däi Buam die schönsd Husn und Jaggn) und bald in der Fräi woar mer schon am Fensder ghängd und houd affn Weckruf affpassd. Der Spielmannszouch is dou in
voller Uniform marschierd und houd trommeld und blousn, das ner a rechde Freid woar. Zum Fräistigg houds däi guadn Käichla gehm, däi‘ d Oma selber im schwimmernden Fedd rausbaggn houd. Middoch is schon bald gessen wordn, damid mer rechdzeidi in Umzuch gseng houd. Dou houds ersd a Kerwasubbn gehm – mid Leberknäidla Budder - und Schwemmklöß, und in die Subbn sinn nu gschniedne Ommerleddnstreifn neikumma..
Dernach Kniedla und an knusbrigen Schweinsbrodn und dernach an Pudding.
Dann woar scho der Kunnerlersumzuch. Alles im dicken Seidenwams, und des Anfang Juli, wo däi Hitz fräier am gräisden woar. Dou houds aber nu kanne Eltern gehm, däi ihre Waggerla a Addesd ham ausschdeln loun, damids ned midlaffn mäin. Des woar für jeds Laffer Kind a Auszeichnung, dou derbei sei zu derfn.

Nacherm Zuch is däi Großmudder ham ganga und houd in Kaffetisch deggd.
Derweil houd sie der Großvadder a Mäßla kaffd und mir ham Reidschual fahrn derfn.

Nacherm Kaffee mit Koang und Käichla houd uns der Großvadder nu a Mal naaf gführd affn Markplatz. Dou is dann rund ganga. Selbst schäisn hammer derfd, und wemmer wos droffn ham, woarmer furchtbar stolz. Wem mer brav woarn, ham mer sogar Riesenrad fahrn derfn – und dou warn mir immer brav! Jou wergli.

Der Großvadder houd sie dann nu a Mäßla kaffd, und seine Enkerla Bratwürschd mid Kraud bschdelld. Und däi ham nie dervur und nie nach der Kerwa a so goud gschmeggd, wäi dou...

Außer Geburdsdoch houds kanne Höhepungde


Sie, hams des Mal a neigfeierd ?  (Seite 2 von 4)
mehr gehm, bis affd Weihnachdn. Dou is selbsd der Baum vor di Kinner verschdeggd wordn, und schmüggen houd nern blous der Vadder derfn. Ins Wohnzimmer houd a ned neiderfd, dou woahr niggs mid Fernseng. Dou had si der Nachmiddoch ewig lang zung, bisd endli schäi azogn vor der Tür gschandn bisd und draff gward housd, dass des Christkind mid der Gloggn bimmeld. Dann ersd hasd neiderdfd und alle war dunkel, blous der Baum war azunden.

Ersd housd singa mäin, sunsd war niggs mid däi Gschängla. Dann aber bisd neibrochn wäi a Schaufelbagger und housd im Gschenkpapier gwühld.
A Buach, Cowboy und Indianer – Figuren, a Trommel mid Steggn (däis späder wider hergehm houds mäin), und Schokoladenweihnachtsmänner, mehr houds ned gehm, aber gfreid ham mir uns scho dräiber. Wäi lang hab ich mir a Eisabahn gwünschd ? Wäi is ich dann kräichd hab, war i 12 Jahr, aber spieln hau i dermid trotzdem ned glei derrfn. Des woar wäi fräier bei die Lehnsherrn, wenn a Knecht gheirerd houd – dou had a der Bauer oder der Herr als Erschder hieglangd...

Feiern ?

Fräier houds, wäi scho gsachd, inerer Stoadt oder am Durf a Kerwa gehm, und des wars scho.
Heid houd jeds Kaff sei Stadtfest, sei Dorffest, sei Bürcherfest, Frühlings, Sommer, Herbst. Kartoffel, Backofen, Weiher, Sport, Wald und Wiesen – Fest.
Derzuou kumma nu däi offner Dache, wäi im Rathaus zum Beispiel. Mit Sport, Spiel und Spannung. Vorgführd werd dann „Beamten – Mikado“ (wer sie zerschd bewechd, houd verlurn. Oder : Wer schaffd in Eindrach in Guiness – Buch der Rekorde? Welcher Beamder schläffd am längsden ? Oder : A Parkwächder auf der Fluchd – spannender wäi beim Ridschard Kimbel. Etz was i blous ned – war des mid dem Guiness- Buach ned a extra – Event ? Oder woar des die Verleihung des goldnen Strofzeddels? Dou schdeigsd wergli nemmer durch. „Montessori – Barbeque – Event mit großer Chill – Out – Park“, wir laden herzlich ein“ war dou neili aff anner Einladung gschanden. Ich wolld ja goar ned hie, aber mei Frau houd gmahnd, dasss mer sie gesellschafdli ned su zruggzäign sollerd. Also simmer dou hi.
Viel bassierd is dou ned. A baar freche Kinder ham uns mid Knetgummikücherla beworfn,
aber als i mi beschwern wolld, houds ghassn, dass däi des därfn, na sogarn mäihn, damit sie si freifühln. Jou Wergli !
Dou wenns‘ d mer ned gäisd ! Zu a etwas dickeren Dame hab i gsachd: „Hörns a Moahl – däi führn sie aaf, wäi Debberla, iss des sowas wäi fräier bei uns däi Hilfsschul“? Die Dicke war empört, weil sie die Rektorin wär, houds gsachd.
Dafür houd mer die Schlange dernehm vor lauder lachn a gans Gloas Sekt übern Anzuch gschbridsd. „Entschuldigen sie“ houds gsachd, „aber sie sind der Erste, der das erkannt und a ausgschbrochn houd“!
Symbadhisch woar mer däi schon gschaidt, aber mei Weibla houd aafbassd.
Mein Nachbarn hab i dann im Verdrauen gfrachd, was des Wort „Event“ eigndli hasd. „Na ja, Event heißt, dass da was los ist, actionmäßig und so“. Und Barbeque?“
„ Naja, das hald grilln denners“.
Des houd a weng dauerd, bis i des begriffn hab. „Und was soll etz dou groß bassiern“?
Er dreht sie um und flüsderd: „Jeder ward draff. dass sie der debberde Schulleiter beim Grilln die Pfoten verbrennt“! Dolle Schow !
„Ledsde Frage, liaber Nachbar: Chill – Out – Park“ was hasdn nou des“?
„Sehngs däi Wiesn dou dräim“? „Scho“. „Des is der Chill – Out – Park“!
„Ja abber, däi sin doch all bsuffn, däi dort rumläing“!
Mei Nachbar schaut mi erstaunt an. „Mensch Mann, Chill – Out hast niggs anders, als in Rausch aus zu schlafn“...
Des woar mer dann doch zu debberd. ich hou mer mei Alde griffn und bin hamgfahrn. Sie is beleidichd ins Bedd, aber ich hou mer dernach nu a Barbque Event mit Chill – Out gönnd...


Feiern?

Warum nou ned ?
Ich kenn so Debbn, däi sinn im Summer, im August 400 Kilometer gefahrn, blous, damids die Sonnenfinsternis seng kenna. Live ! Derbei war ihna aber die Schudsbrilln z‘ deier, weils ja so viel Sprit verfahrn ham. Heid renners mit Brilln ´rum, die ungefähr die Stärkn von anner Aquariumswänd ham, oder däi von anner Windschutzscheim von am schußsicheren Panzerwagn.

Feiern ?

Am 1. Sebdember hammer die Schmidts eiglodn, weils dou der ersde Doch mid am „r“ gwehnd is.


Sie, hams des Mal a neigfeierd ?  (Seite 3 von 4)
Vier Forelln und vier halberde Karpfen ham er rausbaggn und af däi Schmidts gward. Däi sin aber ned kumma.
Ich habs dann oagruafn, wohs denn bleim denner.
Jou wergli. Sie hamm sie dann a mordsmäsi endschuldigd, weils es vergessen ham.
Kumma kenners aber a ned, weils Selber Gäsd ham. Däi feiern grad däi ersde Fluchsstund von ihrm Hansi, in Wellensiddich.
Mir ham uns zwoar gscheid gärcherd däiber, aber dann hammer uns highoggd und däi Fiesch selber gessn.
Fasd drei Stund warn mer ghoggd, däi Marchared und ich, bis mers gschaffd ham. Einfach wor des ned! Jou wergli. Wecher der Verdauung hammer a Fläschla Willi drungn, und weil a Fiesch ja schwimmen will, hammers mid am halbn Kasden Salvador nogschbühld.
Mensch, wars uns dernach schlechd. Aber schäi wars trodsdem.

Feiern ?

Lass hald feiern. Dou hupfn in der Fräi ummer Dreier klanne Buam und Madla im Kostüm vor der Buchhandlung ´rum und wardn affn neier „Harry Potter“.
Des is blous a Buach vonnerer Engländerin. Und derf nedermal um däi Zeit verkaffd wern. Niggs gecha Dolerands – aber däi Kidds, wäis ja jedsd hassn, kenner ja nedder a mal selber lesen, a wenns schon an Computer derhamm stäi hamm.
Mei ledsd „Event“ hou i dann Ende Oktober ghabd. Des woar nu vor meiner Therapie.
Mir hoggn im Schlafanzug vorm Fernseher. Dengn an niggs Böses. Gecha halber Elfa klingelds an der Tür. Mir schaua uns aah und a mei Weib zuggd mid die Achseln. Um däi Zeit ? Wer kennerdn nou des nu sei? Ich gäi zur Haustür und mach aaf. Stänner a paar Kinder rum Vor mir, vorne droah su anner Bimpf. Houd an Kürbis in der Händ, denner vo innen irchendwäi beleuchded houd. Ausschauer doud er wäi a Vampir aus an altem Film.
„Gibsd Du uns keine Süßigkeiten, machen wir böse Streiche“! Irchenwdäi hab i schon bläid gschaud – aber des woar nu vor meiner Therapie.

„Ja ihr Saubuam. Wissds ihr, wie späd des scho is – dou misserd ihr längsd im Bett sei“!
„Alter Mann – was ist nun mit den Süßigkeiten ? Oder soll ich Dir Beine machen“?
A Saupreiss a nu ! Und wäi der mit mir reden dennern doud !
Irchendwä bin i zorni gwurn. „Horch a Mal, du Vorstadtgardenzwerch du preissischer – was solln nern der Scheiß“? „Wir feiern Halloween!“
Halloween ? Irchendwas mit die Ami fälld mer ein, aber was had des mit uns in Deidschland zu dou?
Lauernd frage ich : „Und welche bösen Streiche spielt ihr mir denn dann“?
Holt der Drecksbua an 20 Zentimeter langa Nagel aus der Taschn, häld mer denn under‘d Nasn und sachd: „Sie werden ihren Opel da draußen danach nicht mehr wieder erkennen“!
Mei Gsichdsausdrugg woar woarscheinds
wia der von am Pfingsdoggs – aber des war nu vor meiner Therapie. Ersd ist der Kürbis in Dreeg gfluhng, dann die Brilln, die Massgn und dernach dann der Rotzbua affd Strass.
Der war dann dord glegn und houd bfliedschd. Ich wolld nern nu hoch helfen.
Aber der is dann aafgchbrunga und houd mi angschrien: „Sie werden von mir und meinem Anwalt hören“.
Mir sinn dernach ins Bedd, und ich hab schlechd drammd in der Nacht.

Des woar aber nu vor meiner Therapie...

„Schwere Körperverletzung gegenüber einem wehrlosen Kind. Das nur aus Sympathie einen harmlosen Scherz feierspezifisch mit mir treiben wollte. Unglaublich, wie Männer meines Alters so derart progressiv reagieren können. Vermutlich Probleme im Beruf, im Sexualleben. Überreaktion.
15.000 Mark Schmerzensgeld plus der Besuch einer Therapie halte ich für sinnvoll. Die Verhandlung ist somit geschlossen“!

Heit bin i gheild. Wäi konnt i aah an su an harmlosen Buam aane schmiern?
Glernd hab i aah derbei – feiern mua mer sei Lebn lang. Niggs auslassn. Mir Menschen sinn zum Feiern geboren. Sunsd gäiberds ja kann Sinn.

Sie, etz muah i aber ins Bedd. Jou wergli !
Weil heid Nachd ummer halber Dreier mei Wecker schelln doun doud. Jou wergli.
Um 4 Uhr macht die Postfiliale aaf. Däi bräsendiern ihr brandfrisches Telefonbuach. Des muah doch gfeierd wern.


Sie, hams des Mal a neigfeierd ?  (Seite 4 von 4)
Ich hab‘ mer derfür extra a Original Postuniform schicken loun, weil des bei uns Postbuchfans Pflicht is.
Des houd zwar a Stängerla Geld kosd, aber machd niggs: Dafür steign a widder meine gelben Aktien...
Bis zum neggsden Mal

Ihr Heiner Müller



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