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18.08.2017 - 08:57 Uhr
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Artikel über Geschichten von Heiner Müller
Hamm Sie scho amohl a Verhältnis mit der Ärberdskollegin ghabbd?

Gell,ned? Hamm se’ s vei blous ned! Dou habbi nämli neili im Schdern glesn, dass dou a sou a ameriganische Lebensmiddelkeddn a indernes Pabier an seine Middarbeider nausgehm houd, dass däi des ned därfn, a Verhäldnis zuanander ham... Sunsd schmeissen’ ses naus, einfach a sou. Dou haud’ s an scho in Vugel naus, odder? Wäi bläid däi Ami sinn, wissmer ned ersd seid’ m Irak – Kriech: Dou mou ja der Debb vo Busch unbedingd a weng Soldaderlens schbieln, und a paar Waffensysteme wolld er hald a ausbrobiern, war schdingerd weil mir Deidsche ned midgschbield ham, odder zumindesd ned die Rod-Grüne Koalidsjon. Wous had si dou die Obbodsidsjon aafgrechd, mir würdn is Verhäldnis zu däi Ami kabuddmachen und su ford. Aber däi Schwardsen baggen ja suwiso is Klobabier aus, wenn der Herr Ameriganer an foarn lässd. Der weibliche Bernhadiner im Husenandsuch is eggsdra näibergflung um si zu endschuldigen, aber däi hamms goar ned ernsd gnumma, über zwaadklassiche Beamde is däi ned amoal zum Herrn Dabbel Ju vurdrunga. Weil’s däi Ami genauso hässli und unsagnd gfgundn ham, wäi mir a, hamms wenichsdens ihr drumma Handdaschn bewunderd… Abber zrugg zu derer Lebensmiddelkeddn: Wer derwischt wird, dass er mid a Kollegin schnaggseld, dem werd Undsuchd mit Angehörichen vorgworfn. Wous zur Edtlassung führn koah. Däi nenna des dann vurnehm „ Don’ t dig your Pen in a Factory’ s Ink“. Irgendwäi bassd des dsu denna. Dou drehns di schärfsden Pornos, soagn in drei Säds mindesdens zwälf Mal „Fuck“, abber dou sinns immer nu a su prüde, dass a Film wäi der Kinnsey – Rebord immer nu für Sgandale sorchd. Im Joahr 2005! Derweil sinns alle Hurnbögg midanander. Anner schlimmer wäi der Andere. Der Chaplins Dscharlie houd ner blous Madla unter 16 Joahr gnalld, ohne dass nern wos bassierd is. Dafür derf der arme Polanski nemmer nach Ameriganien, weil der a junge Nymphla gmechd houd. Abber a su sans hald. däi Ammi. Unser Gerdi mid seine vier Frauen hedd dou nie a Schangse ghabd, und unser
Aussenminisder der Joschi a ned. Denn Ami mäin sauber bleibn. Dou schbield a der Indelligensgwodsjend ka Rolln mehr, haubdsach er houd a Geld, und er rauchd ned, denn des is seid’m Clinton bei die Ami verböhnd. Der Middermayers Michi houd si a däi Goschn verbrennd, als er in „Wetten Dass!“ aafdredn is. Weil er derdsähld houd, dass nen während seiner a-jährigen Künsdlerbause in däi USA gfrachd ham, wo er denn herkummd. Aus Dschermäny houd der dann gsachd. Dann hamms’ n glei agmachd, vo wechen Nadsi und Ädolf Hiddler. Dou houd der Michi, ned aafs Maul gfalln gsachd, dass der Hiddler ned aus Deidschland, sundern aus Ösderreich kumma is. Dou hamms gschdudsd die Herrn Ameriganer. „Oh, from Australia?“ hamms dou gfrachd. “No from Osdria, Hills, Cows,Vienna und su”, houd dann der Michi gsachd. “Oh, looks like Schwarzenegger?” “Yes, of Course!” Dann hamms nu bläider gschaud, Djou, dou schauer manche bläid nei, abber bei uns derfsd ja des ned laud sogn, warum wassi a ned. Der Tommy woar endsedsd und wolld glei am Marienblads in München a Kerzn azündn… Villeichd derf mers a ned sogn, weil der Ösderreicher a nu a Juhd woar, mit vollem Noama houd der nämli Adolf Salomon ghassn, wos a ned viel wissen. Abber dsrugg zum Ärberdsbladsverhäldnis: Mei Marchared habbi a shon fasd zwansgs Joahr als Kollechin kennd, und hab gwussd, dass a gescheids und saubers Madla is. Bei erm Betriebsaudfluch habbi dann mid a poar Damen im Laocher aff Briederschafd drungn, und dou is sich nadürlich a küssd wordn. Weil däi Marchared wäi a Mauerblümla dernebn ghoggd is, hab bis hald a gfrachd, obs zu mir „Du“ soagn will. Dou is a bissala rohd gworn und houd aber schon „ja“ gesachd. Blous beim Kuss houd sie si angschdelld wäi a Jungfrau… Am neggsden Daoch houds aber widder „sie“ gsachd, nd ich dann aah. A sou is des fasd drei Monad gloffn, bis blödslich gsachd houd, das mer doch eingdlich per du sin.


Geschichten von Heiner Müller  (Seite 2 von 2)
„Wass i scho“ habbi dann gsachd,“aber du housd ja immer nu sie gsachd zu mir“. Goud, dernach warn mer hald per du. Lang houds dauerd, aber gloffn is niggs zwischen uns. Bis mer dann Weihnachdn a paar Blädsla gschengd houd. Ich woar über däi Feierdoch alla derhamm, weil i scho vor fünf Joahr gschiedn gwesn bin. Dou habberer dswa Casseddn aafgnumma, mit Liebeslieder, jou wergli. Drei Doch schbäider houds mid dann affn Schbadsiergang eigladn, Nachds im Dungeln. Dou habbi hald ja gsachd… A Joahr dernach simmer dsammzougn, und nu a halbs Joahr draff hammer dann gheirerd. Mei dsweider Versuch… Bereud habbis bisher ned, weil des schon zehn Joahr her is. Abber im Gschäfd gabs nie Brohbleme, obwohls mer dou scho häddn mauscheln kenna. Aber däi ham uns verdraud, und mir hams ned ausgnudsd. Loud aner Schdadisdig sin aff däi Ard und Weise fasd 30 Brodsend aller Ehen endschdand, Iss ja a logisch: In Ärberdskollechen sichd mer in gansen Doch, sei Ehehälfde blous Abnds, am Wochenend oder im Urlaub. Und dordn gibds dann meisdens Rabbads, weil se si ned aff a gemeinsams Programm einichen kenna, dann fläing ofd die Feddsen… Gschdrieden wärd a die Feiderdoch rum, su Weihnachden, Osdern oder Pfingsden. Dernach renna dann viel Leid zum Anwald und wolln si scheiden lassen. Aber wäi lang is eichendlich scho nun „Lebenslänglich“? Für an Verbrecher sinn des in der Regel blous 15 Joahr, meisdens kummas schon a paar Järhla fräiher naus, wecha gouder Führung und su. Sehgns – und su is des mid deren Ehen aah. Wer heid 10 Joahr verheirerd is, der is scho a alder Ehegrübbel, weil’s die masden Ehen nach 7 – 8 Joahrn scho scheiden, des is der normale Wahnsinn! In USA is des nu schlimmer, dou gäihds nu schneller, aah deswegn, weil die Leid bläider sin als bei uns. Und weil däi Weiber immer gräisere Ansschbrich schdelln, sinn aah viel Männer dou driehma schwul. Alla in New York sin des scho fasd 35 %!!! Aber mir imbordieren ja die Bläidheid von die Ami gleich mid, deshalb is bei uns a bald soweid. Mir fälld derdsou der „Hiesel“ ei, der gsachd houd: „Fräier wars verbohden, heid is erlaubd – bevors abber nu Pflichd wärd, wandre läiber aus!“ Ich wolld zwoar nu mehr derziehln, zum Beispiel dass i mi furchdbar über den Pabsd und däi Medien gärcherd hab. Ersdens bin i ned katholisch, und zwadens woar der Pabst scho ald gnouch. Aber dennen ihre Scheiß stundenlange Sondersendunga und Berichde, däi kenners si sunsd wo hiesteggn, däi Doldie! Is doch woahr, oder? Indswischen gierd doch a jeder nach „Events“, weil selbsd die Hiobsboudschafden in der Zeidung und im Fernsegn an nimmer derschreggen kenna.Also nennen däi des dann „Event“. Und bauschns aaf, bis nimmer schenner gäihd. Des woahr scho bei derer Tsunamiwelln und dernouch mid derer Ameriganerin, däi seid 10 Joahr künsdli dernährd wordn is. Dou louers Schbielfilme ausfalln und hänga uns ihr Gschmarri naaf, des uns goahr ned inderessierd. Jou wergli. Deshalb habbi mi nu oazugn und bin umma zehna nu zum Schdammdisch ganga, weil i mi asu gärcherd hou. Dou woarn a meine Freind ghoggd, dennern des fasd genausu gang ais. Sie dou hammer vei gnouch Gschbrä chs-schdoff ghabd! Mei Marchared is nadürli aasgwachd, wäi i dann um Anser hammkumma bin, däi houd dann gescheid gsoderd… Aber i gäih eds, denn sunsd lernd ihr nu russisch, wenner su weiderlesen mäist.
Bis zum näggsden Mal

Euer Heiner Müller



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