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23.10.2017 - 17:16 Uhr
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Artikel über 650 Jahre Stadtrecht Lauf
650 Jahre sind eine lange Zeit! Generationen sind gegangen und gekommen, die Stadt an der Pegnitz existiert nach wie vor, hat sich vom beschaulich – gemütlichen Städtchen zur größten Stadt im Kreis, und somit zur Hauptstadt des Kreises Nürnberger Land entwickelt.

Leider musste man sich auch dem hektischen Puls der Zeit anschließen, was sich natürlich auch auf die Lebensqualität der Stadt niederschlug. Dennoch: Man hat den ursprünglichen Charakter wahren können, etwas von der „guten alten Zeit“ gerettet. Damit ist nicht nur der historische Marktplatz gemeint, sondern meist Plätze und Orte, die Einheimische zwar kennen, aber oft „blind“ an den Kostbarkeiten vorbeilaufen. Da die Wiege der Verlagsleitung und zahlreicher Mitarbeiter auch an der Pegnitz stand, machen wir eine Ausnahme und berichten über die Aktivitäten im Jahr 2005, über bisherige „Events“, Licht und Schatten. Als Schmankerl sozusagen präsentieren wir auch Teile des (fast zu) umfangreichen Veranstaltungskalender der Stadt in unserer eigenen Übersicht. Viel Spaß!


Die Geschichte der mittlerweile größten Stadt im Landkreis ist reich an Berichten, Urkunden, Tagebüchern, Rechnungen, Karten, Dokumenten und Aufzeichnungen. Im Gegensatz zu anderen Städten und Gemeinden nahezu erhalten geblieben. Zwar brannte die Pegnitz - Stadt zweimal fast komplett nieder, aber immer fanden sich fleißige Hände, welche diese Aufzeichnungen in Sicherheit bringen konnten. Bei diesen Feuersbrünsten und Angriffen von außerhalb gelang es den Bürgern weitgehend ihr Hab und Gut in das verborgene Labyrinth zu bringen, welches sich unterhalb der Keller in zehn Meter Tiefe befand und sich unter dem gesamten Marktplatz zusammenhängend erstreckte. Wer diese Gänge erschaffen hatte, wird wohl immer ein Rätsel bleiben, denn Aufzeichnungen über diese Gänge existieren in keiner Form. Vielleicht waren sie schon vorhanden, noch bevor man Häuser darüber gebaut hat.
Später nutzte man diese Gänge eben als Fluchtwege und um noch später das Bier der Kommunenbrauereien, aus denen die vier stadteigenen Brauereien entstanden, zu
kühlen, denn Kühlräume kannte man damals noch nicht.
Lauf, Lauffen oder Laufe wurde erstmals mehr durch Zufall in einem Protokoll erwähnt, welches irgendwann zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert entstand. Existiert muss es allerdings wesentlich länger haben, da Orte wie Schnaittach, Ottensoos, Simonshofen (wo schon früher Hopfen angebaut wurde) oder Neunkirchen, die bereits namentlich im 9. Jahrhundert genannt wurden.
Der Ort und seine Besiedlung wird auf das 7. oder 8. Jahrhundert geschätzt.
Relativ schnell hatte man die Kraft des Wassers kennen gelernt und genutzt, und da in Lauf die Pegnitz auf einer Strecke von 2000 Metern um sechs Meter abfällt, entstanden dort natürlich ungeheuere Energien, die für zahlreiche Mühlen, Schleifereien, Schmieden und anderen vor - industriellen Betrieben dienten. Holz aus dem Fichtelgebirge und Eisenerze konnten so bearbeitet, und an die reichen Nachbarn in Nürnberg verkauft werden.
So bestand die erste Bevölkerung aus Taglöhnern (welche man als Rußige bezeichnete) und Arbeitern, deren Anzahl immer zahlreicher wuchs.
Bei feindlichen Angriffen wurden sie, da sie ja keine Bürger waren zwangsverpflichtet, was heute noch gefeiert wird.
Nachdem sich die Häuser bis auf den freien Platz hinauf ausbreiteten, entstand der historische Marktplatz, während auf der linken Pegnitzseite vorwiegend Landwirtschaft betrieben wurde.
Auf dem Marktplatz, der rasch wuchs, ließen sich Bäcker, Metzger, Schenken und Gasthäuser nieder.
So wurde Lauffen ein kleines Dorf, das immer mehr Handel betrieb. Natürlich lockte dieser Umstand viele Herrscher an... Abwechselnd fiel Lauf in Bayerische Hände, gehörte den Nürnbergern an, den Wittelsbachern. Auch die Kurpfalz streckte nicht nur einmal die Hände nach dem begehrten Dörfchen aus, welches 1298 zum Marktflecken


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erhoben wurde. Nun florierte der Handel noch mehr, und viele Bauern brachten ihre frische Ware zum Markt zu Lauffen.
Die beiden Pegnitzufer waren damals durch eine kleine Furt verbunden, Die Insel in der Mitte der Pegnitz diente einer Burg als Sitz, die in Kriegszeiten den Bürgern zusätzlichen Schutz gewährte. Diese Burg diente lange Zeit als Sitz eines Adligen aus dem Geschlecht der Rothenberger, bevor es verlassen wurde und nach und nach verfiel.
Durch die Vielfalt seiner Besitzer wurde der Ort fast multikulturell, was sich auch in der Bauweise der Häuser niederschlug.
Die größte Blütezeit erlebte Lauf jedoch in den 20 Jahren seiner Zugehörigkeit zu Böhmen unter der Herrschaft von Karl IV. der 1355 zum deutschen Kaiser gekrönt wurde, sein neuböhmisches Reich aber bereits nach 20 Jahren an die Nürnberger weiterveräußern musste. Wie Wenzel (so sein Taufname) Lauf kennen und lieben gelernt hat, wird in der folgenden Geschichte geschildert, Zusammenhänge allerdings mehr als Märchen denn als historisch belegte Saga dargestellt :
Die kompletten Hintergründe scheinen sehr kompliziert zu sein, aber ich habe da neulich in einer Publikation eine phantasievolle Kurzversion gelesen, die mich doch sehr beeindruckt hat.) Ich will versuchen dieses Geschichtlein nachzuerzählen, aber wie ich mich kenne, wird sie wohl wesentlich länger...

Übrigens: Wer wirklich die Laufer Vergangenheit näher kennen lernen will, dem empfehle ich die Bücher des Stadtarchivars Ewald Glückert, der in zwei oder drei Bänden (oder sind’s inzwischen mehr?) die Geschichte Laufs und der Umgebung in seiner Buchreihe „ZeitenLauf“ präsentiert. Dabei kommt keine staubtrockene Materie zum Einsatz, sondern lebendige Erzählung, die spannend zu lesen ist...

Und hier die erste Phantastische Story:

Kaiser Karl IV. erwarb im Jahr 1353 das gesamte Gebiet Franken und Böhmen sowie Teile der Oberpfalz. Sein neues böhmische Reich erstreckte sich nun von der Hauptstadt Prag aus bis vor die Tore Nürnbergs. Auch der Marktflecken Lauffen, wechselte somit einmal wieder wie so oft den Herrscher. Lauf, oder eben Lauffen, war für Neuböhmen ohnehin ein wichtiger Repräsentant, da der Ort direkt an der goldenen Straße von Nürnberg kom-
kommend nach Prag führte. Es gab sicherlich noch andere Wegverbindungen, aber die Goldene Strasse war eben am besten ausgebaut, war sicherer als andere Straßen nach Böhmen. Straßenräuber, Wegelagerer und Banden versprengter Landsknechte, machte diese Straßen unsicher, und nicht wenig Edelleute wurden ermeuchelt oder von Hab und Gut beraubt.
Auf dieser Goldenen Straße befand sich an einem lauen Spätfrühlingsnachmittag ein Tross von etwa 50 bewaffneten Reitern und acht Kutschen, die von Sechsspännern angetrieben wurden. Dass es sich bei der hohen Qualität der Kutschen und Waffen der Reiter um einen vermögenden Mann handeln musste, sah man auf den ersten Blick. Der Hinweis, dass die teueren Kutschen schon länger unterwegs waren, erkannte man an der dicken Staubschicht, welche Farbe und etwaige Symbole längst unter sich zugedeckt hatte.
In der Tat saß einer der mächtigsten der Zeitgeschichte in dem größten Gefährt: König Wenzel von Böhmen, der sich Karl IV. nannte, in Anlehnung eines seines berühmten Vorfahren, nämlich Karl des Großen, der einst das gesamte Frankenland, also ein Gebiet größer, als es Deutschland je war, regierte.

Besagter Karl IV war auf dem Weg nach Nürnberg, wo er mit den Stadtoberen noch ein paar Formalitäten abklären musste. Nürnberg war nämlich pleite und hatte das Gebiet bis zur böhmischen Grenze an den König verkauft, der damit den Weg frei hatte, um weitere Handelsbeziehungen knüpfen zu können...
In den übrigen sieben Fahrzeugen befanden sich Vorräte und Gerätschaften für die doch beschwerliche Reise über fast 135 (deutsche) Meilen, sowie neue Handelswaren aus Prag, die bisher die böhmischen Grenzen noch nie zuvor überschritten hatten. Im Gegensatz wollte sie der Herrscher gegen neue Produkte aus Nürnberg eintauschen.
Normal konnte der Tross fast 30 Meilen am Tag zurücklegen, sofern es keine Probleme gab. Die aber dann doch eintraten. Überfälle, Radpannen, heftige Regenfälle – all diese Faktoren hatten aus den geplanten fünf bis sechs Tagen Reisezeit bereits deren sechs werden lassen, wobei allerdings ein längerer, in diesem Umfang nicht geplanter Aufenthalt in der neuen Hauptstadt Neuböhmens, in Sulzbach mit Schuld war.
Am Morgen war man in Sulzbach aufgebrochen. Dem Herrscher taten sämtliche Glieder weh, und um den Pulk zu beschleunigen hatte er sich aufs Pferd geschwungen und war fast bis nach Mittag im Sattel gesessen. Man war an vielen Gehöften und kleinen Dörfern vorbei gekommen, hatte diese aber quasi links liegen gelassen. Was sich im Nachhinein als Fehler


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bewiesen hatte. Durch einen Fehler des Stallmeisters hatte man die in Sulzbach offerierten Lebensmittel vergessen, und so ging der Proviant empfindlich zur Neige. Auf den Höfen rechts und links der goldenen Straße hätten sie vermutlich doch Lebensmittel erstehen können, aber Karl IV wollte von Sulzbach aus absolut inkognito reisen, man konnte nie wissen, ob man nicht einen Anschlag auf die kleine Karawane damit provozierte, denn politische Feinde hatte man schließlich mehr als genug...
So ging die beschwerliche Reise weiter, und der König wusste langsam nicht mehr, wie er sich auf dem Rücken des Pferdes bewegen sollte. Nach einer kurzen Rast und einem kärglichen Mahl brach man zwar bald wieder auf, aber der Herrscher war wie gerädert und schlief in seiner Hoheitlichen Kutsche eine Weile. Doch die Reise zog sich dahin! Man hatte fast den Eindruck, noch langsamer voran zu kommen, als vor der Zwangspause in Sulzbach...
Langsam senkte sich die Abendsonne über die Reisenden und deckte den Mantel der Dunkelheit über sie. Der König war unwirsch, übelgelaunt. Er war müde, konnte sich fast nicht mehr bewegen, hatte wahnsinnigen Hunger und Durst. Er gab die Anweisung, bei der nächsten Schenke zu halten, egal wo.
Es musste zwischen der neunten und zehnten Stunde gewesen sein, als man endlich Licht erblickte.
Eine Schenke mitten am Weg, in der noch Licht auf die staubige Strasse fiel.
Zunächst betrat eine bewaffnete Vorhut das Gasthaus, der Rest sicherte die Umgebung ab.
Der Wirt selbst holte die königliche Hoheit von der Kutsche ab und führte ihn in seinen Gastraum.
Schnell wurden weiche Kissen auf die hölzernen Stühle und Bänke gelegt und der Herrscher zunächst mit einer Maß dunklem Bier bewirtet, die er in einem Zug leerte. Der König rülpste laut und wischte sich über die Lippen. „Wohlan guter Mann, ein feines Bier, das ihr hier habt, schenk’ mir den Krug noch einmal nach!“ Der Wirt beeilte sich, dem hohen Gast nach zuschenken und brachte noch eine Flasche Selbstgebrannten mit Gläsern zum Tisch. Die sich Karl IV. natürlich auch schmecken ließ.
Danach lehnte sich der Herrscher zufrieden zurück. Er spürte die belebende Wirkung der hochprozentigen Alkoholika warm in sich hochsteigen und wurde faul und träge. „Was hat euere Küche zu bieten, guter Mann?“ Der Gastwirt fiel auf die Knie und faltete die Hände.“Herr, nicht sehr viel, fürchte ich, um 80 edle Gäste so schnell bewirten zu können. Geschlachtet wird erst Morgen in der Frühe, außer einer heißen Suppe und ein paar geräu-
cherter Würste kann ich Euch nicht sehr viel bieten...“ „Das sehe ich zwar ein, guter Mann, auch wenn ich eine ganze Sau verspeisen könnte, aber bringe einfach, was Kammer und Keller zu bieten haben.“
Und so kam Karl IV. erstmals mit Lauf in Berührung, bekam nach Laufer Bier und Selbstgebranntem zum ersten Mal eine Laufer Krautsuppe, herzhaftes Gewürzbrot und aß fast einen mittleren Ring angeräucherte Stadtwurst.
Des Nachts hatte man ihm die schönste Kammer gegeben und er schlief auf mit Daunen gefüllten Kissen und Federbetten.
Die Sonne kitzelte Karl in der Nase und weckte ihn. Genüsslich räkelte und streckte er sich, so gut hatte er lange nicht mehr geschlafen. Nach einer kurzen Morgentoilette kleidete er sich an und ging in den Gastraum hinunter, wo ihn der eifrige Wirt schon empfing. Im Haus roch es nach frisch Geschlachtetem, und Wenzel lief das Wasser im Mund zusammen. Zuerst bekam er eine Metzelsuppe mit gerösteten Brotwürfeln serviert, bevor der Wirt eine dampfende Schüssel mit Schwärtla, Sauerkraut und frisch gebackenem Brot auftischte. Dazu reichte er wieder dieses gute dunkle Bier, dass dem König so gut gemundet hatte. Schließlich war dieser wieder mehr als satt, bekam seinen Wams fast nicht mehr zu. Nach diesem reichhaltigen Frühstück unternahm der Böhmische Herrscher mit einem kleinen Gefolge einen Spaziergang durch den Ort. Speziell der Markplatz hatte es ihm angetan, denn hier war neben dem bayerischen Stil noch viele andere architektonische Einflüsse unverkennbar. Er staunte über die zahlreichen Gasthöfe und Schenken, über Metzger, Bäcker und allerlei anderen Geschäften. Die Leute waren herzlich und freundlich, obwohl sie ja kaum von seiner wahren Identität wussten. An der Pegnitz, dem Fluss der „Lauffen“ seinen Namen gegeben hatte, bewunderte er das Wehr, die zahlreichen Mühlen und Schleifereien. Ein Holzbrücklein führte auf die andere Seite des Flusses, aber fasziniert war Karl von der kleinen Insel die genau in der Mitte der Pegnitz lag. Dort schien früher eine schützende Burg gestanden zu haben, denn eine sehr gut erhaltene Ruine nahm fast die gesamte Insel ein.
Inzwischen hatte er auch erfahren, dass man höchstens 10 Meilen von Nürnberg entfernt war, auf der gut befestigten Strasse würde er nicht länger als drei Stunden brauchen. Aber was solls? Die Nürnberger Herren wussten zwar, dass er sie im Sommer aufsuchen


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würde, aber nicht den von Karl IV. gewählten Zeitpunkt...
Also hatte er Zeit, nicht viel zwar, denn er musste ja zurück zu seinen Amtsgeschäften, aber jetzt war er eben hier, und wollte frisch und ausgeruht bei seinen Verhandlungspartnern auftauchen... Nach diesem fast dreistündigen Spaziergang kehrte man in den Gasthof zurück, der übrigens auch Anlaufstation der vielen Kutschen und deren Lenker war. Dort wurden die Kutscher nebst Pferden frisch versorgt, bevor sie weiter zogen. Mit ihnen aber kam der König nicht in Berührung, denn sie waren in einem anderen Raum untergebracht...
Die Wirtsleute tafelten auf: Frisch und kross gebratene Schäuferle, Bratwürste, böhmische Knödel (aus Mehl und Weißbrot zubereitet), sowie mehreren Gemüsekuchen mit Speck und Rahm, die Karl nie zuvor gespeist hatte.
Dazu wurde ein süßer, schwerer Rotwein serviert, obwohl der König lieber ein Bier dazu getrunken hätte...
Erst am nächsten Morgen brach der Tross gen Nürnberg auf. Der Herrscher hatte ein heißes Bad genommen und sich in herrschaftliche Kleidung gewandet. Man nahm herzlich Abschied von den beiden behänden Wirtsleuten, versprach, sie auf der Rückreise erneut zu besuchen, und entlohnte sie fürstlich. Für die Rückreise bestellte er als Proviant so viele Stadtwürste, wie der Wirt in dieser Zeit fertigen konnte...
So weit zu einer kleinen Geschichte, die so hat ja auch stattfinden können. Liebe geht nun einmal durch den Magen, heißt es. Und Karl IV. kehrte zurück nach Lauffen, kurz nachdem er in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. In seiner Gefolgschaft die besten Baumeister Böhmens. Sie bekamen den Auftrag aus der Burgruine inmitten der Pegnitz ein Schloss zu bauen, dass seinen Taufnamen und Namen eines heiligen Schutzpatrons trug: Wenzel!
Im Jahre Domini 1355 verlieh er Lauffen das Stadtrecht und das Versprechen, dass Lauffen für alle Zeit mit Böhmen verbündet wäre... Wo genau der Gasthof war, den der Kaiser in spé damals aufsuchte, und auch in späteren Jahren noch die Treue hielt, wissen wir nicht. Tatsache scheint nur zu sein, dass er in Lauf an der Goldenen Straße zu finden war, die an Lauf vorbeiführt, und diese entsprach in etwa dem späteren Verlauf der Bundesstraße 14...
Frühere Generationen
Meine Großeltern, Eltern, und Verwandten kannten nur drei Feiertage im Jahr: Weih-
Weihnachten, Ostern und das Laufer Kunigundenfest. Man muss sich vorstellen: Fernsehen gab es derzeit noch nicht, und wer über einen Radioempfänger verfügte, gehörte schon zur gehobenen Mittelschicht. Denn so ein Gerät war damals ziemlich teuer.
Die Stadt Lauf hatte sich inzwischen zum Industriestädtchen gewandelt. Was ein Karl Sembach mit der Entwicklung von Elektro – Keramik auf den Weg gebracht hatte, wurde zum Markenzeichen der noch weit unbekannten Kleinstadt Nähe Nürnbergs. Nach dem Erfolg von Sembach, der sich auf der linken Pegnitzseite niedergelassen hatte, wurde auch aus der Holzbrücke eine große steinerne Brücke gebaut, worauf der linke Stadtteil, vorerst von Industrie und Arbeiterhäusern besiedelt, verbunden wurden So auch die Steatit – Magnesia, kurz „Stemag“ genannt, sie gebar viele Ableger, wie: Stettner & Krug oder Döbrich und Heckel. In der Meisenbachstraße entstand die Ofenfabrik Bankel, die damals schon eine Behelfsbrücke über die Pegnitz baute um ihre Waren zum neuen Bahnhof Lauf Links zu bringen. Zudem florierten Handel und Handwerk in der Kleinstadt, die immer mehr Arbeiter benötigte.
Diese rekrutierten sich vorwiegend aus der Landbevölkerung der näheren Umgebung, die in Lauf in Arbeit und Brot standen. Es war ein hartes Brot! Sie schufteten für einen Hungerlohn täglich 12 bis 13 Stunden für 25 Pfennige in der Stunde, hatten weder eine Krankenversicherung noch eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, keinen Urlaubsanspruch oder gar eine soziale Absicherung. Die Laufer Ärzte Dr. Obereder und Gottschalk verfassten in einem Bericht von 1858 folgende Zeilen: „Der Fabrikarbeiter lebt von der Hand zum Mund und sobald er oder seine Familie erkrankt, fällt er der Armenpflege anheim, während die Besitzer der Fabriken in den großen Städten leben und sich kaum um ihre Arbeiter kümmern, nützen ihre Kräfte und überlassen ihre Pflege Anderen...“ Schöne, gute alte Zeit?
Lauf hatte damals fast 6.000 Einwohner, von denen genügend am Hungertuch nagten. Fleisch kam sehr selten auf den Tisch! Das Pfund Schweinefleisch kostete damals 65 Pfennige – dafür musste man fast drei Stunden arbeiten! Man behalf sich mit den Früchten des Gartens, mit Geflügel und Stallhasen, die man selbst züchtete.
Heute stöhnen wir, wenn wir zu einer Hochzeit oder Taufe geladen werden – damals war es


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die einzige Möglichkeit, sich Mal wieder richtig satt zu essen. 1913 kam es zu ersten Streiks und Arbeitsniederlegungen, welche die Fabrikanten natürlich hart traf. Es ging um Forderungen der keramischen Industrie, die darauf hin einen neuen Tarifvertrag durchsetzen konnten:
Eine Arbeitszeit von 53 Stunden, einen Mindestlohn von 36 Pfennigen und einen Zuschlag für Überstunden, Nachtschicht und Sonntagsarbeit von 5 Pfennigen pro Stunde.
Eine Sensation!
Nach dieser Erkenntnis, dass Gemeinschaft stark macht, entstanden immer mehr Vereine in Lauf, die sich bis heute teilweise noch gehalten haben. Auch heute noch richten diese Vereine das Altstadtfest in Lauf aus, dass inzwischen von der Beliebtheit her fast das Kunigundenfest abgelöst hat...
Schöne alte Zeit! Von meiner (leider inzwischen verstorbenen) Mutter, Jahrgang 1930 habe ich noch viel von dieser guten alten Zeit erfahren, die ich nicht für mich behalten will.
Wie gesagt: Radiogeräte hatten die Wenigsten, und auch mein Großvater mütterlicher Seite brauchte lange, um sich so ein Teil leisten zu können.
Er und seine Frau kamen aus der Gegend von Betzenstein, vom Land also, und waren in der Hoffnung ihr Glück in Lauf zu finden, dorthin gezogen. Großvater war beim Stettner und verantwortlich, dass die Brennöfen befeuert wurden. Ein harter Job – denn nach dem Feierabend machte er sich des Nachts auf die Socken um gegen 23 Uhr für die Befeuerung der Öfen zu sorgen. Danach schlief er bis 5 Uhr und musste um 6 Uhr wieder zum Dienst erscheinen. Nebenbei war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und im Arbeiter – Samariter – Bund.
Er hielt sich in einem kleinen Verschlag Stallhasen und hatte einen Garten in der Helds - Villa gepachtet, den er in jeder Minute seiner knappen Freizeit und später als Rentner, liebevoll hegte und pflegte. Das Obst und Gemüse, welches als Eigenbedarf meist zu viel war, verkaufte er an die Gaststätten Laufs, wo man ihn gut kannte und schätzte.
Er war ein gutmütiger Mann und liebevoller Gatte und verbrachte die kalte Jahreszeit mit dem Binden von Büchern. In ein Wirtshaus ging er sehr selten, dafür schickte er seine beiden Kinder los, die ihm einen Keramikkrug Bier beim „Aschenbrenner“ (vom Weißen Lamm) holten. Das genügte dem braven Mann
durchaus. Mutter und Onkel holten das Bier für den Vater sehr gerne, denn erstens bekamen sie vom Aschenbrenner immer eine dicke Scheibe Gelbwurst (sie verkaufte auch selbst gemachte Wurstwaren über die Strasse), und nippten auf dem kurzen Weg nach Hause in die Barthstraße 6 hin und wieder vom schäumenden Gerstensaft, was Großvater immer zum (schmunzelnden) Ausruf: „ Wer houd dou widder eigschengd? Des woahr beschdimmd der Ald...“ bewegte.
Natürlich wusste er ganz genau, wer wirklich der Sündenbock war. Wenn er ganz gut drauf war, am Samstag (oder früher Sonnabend – weil dann gegen dem frühen Abend wirklich Feierabend war, genehmigte er sich auch mal zwei Maß, worüber sein Eheweib, die Kuni (von Kunigunde) aber heftig keifte. Er sagte dann immer:„Weib sei ruhig, ich bring’ schlässli is Geld hamm“. Dann verstummte die Kuni. Samstag (oder eben Sonnabend) Nachmittag Packte Ulrich sein vierrädiges Wägelchen und fuhr damit zum „Holzgarten“ in die Röthenbacher Straße, wo die Bürger ihr gesammeltes und geschnittenes Holz in eigenen Schuppen aufbewahrten. Das lud er dann voll und schob oder zog es in einem kleinen Wägelchen nach Hause, denn Kohlen waren selten und teuer und kamen nur an Feiertagen oder mal am Wochenende zum Einsatz.
Ich liebte diesen dicken Mann mit seinem unzerstörbaren Gemüt. Nur wenn er mich zum Hasenstall führte und mir den Hasen streicheln ließ, den er kurz darauf als Sonntagsbraten schlachtete, dann hasste ich ihn dafür, denn tierlieb war ich schon immer...
Niemals werde ich Großmutters Küche vergessen, ihr eigenes Reich, wo nur Auserwählte Zutritt hatten.
Dort nahm ein riesiger Holz, oder Kohleofen den Raum ein, da duftete es nach Essen, nach Kuchen. Wenn sie Nudeln machte, dann hingen überall die duftenden Fladen herum, die sie dann in Streifen schnitt und Bandnudeln daraus machte...
Abends wurden Mensch – ärgere Dich nicht, oder Karten gespielt. „An Dreeg naaf und nooh“, mit 66, Rot – Sau, Rufen und Kamerun“. Und da war die Kuni in ihrem Element.
Dann fuhr sie mit dem Daumen über die Zunge und servierte ihren 40-er oder rief die Rot – Sau!


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Schöne, alte Zeit!

Highlight war dann die Laufer Kirchweih. „Iss Kunnerlasfest“. Da wurde schon um 11 Uhr 30 gegessen, um bloß den Umzug nicht zu verpassen.
Das Mittagsmenü begann mit anner Kerwersuppn: Eine kräftige Suppe mit Leberknödeln, Butterknödel und Omelettstreifen. Danach gab es ein knusprig gebratenes Schäuferle mit Kniedla und Salat aus eigenem Anbau.
Dann aber wurde es jedesmal hektisch: Rauf zum Marktplatz, wo der Festzug stattfand. Da machten alle Laufer Schulkinder mit, denn es war ja ursprünglich ein Kinderfest. Doch inzwischen beteiligten sich Vereine mit Pferd und Wagen und selbst gebastelten Motiven. Danach ging es im Eiltempo zurück, da gab es Kaffee, Kniekäichla und Spotzn, alles von der Kuni selbst gebacken.
Dann wurden wir quasi entlassen, denn gerade wir Kinder langweilten uns nach dem Nachmittagskaffee (der ja niggs für Kinder woahr und stattdessen an Kakao bekamen).
Bei diesem „Freigang“ schnappte sich der Großvater seine Enkel und iss naafganga zum Obern Markt. Dort fand am Oberen und Unteren Marktplatz, getrennt durch das ehemalige Rathaus, die gesamte Kirchweih statt.
Opa ließ sich eine Maß schmecken und wir Kinder durften „Reitschule“ fahren (damals hatte das Kinder – Karussell nur Pferde).
Danach (Großvater war schon bei der zweiten Maß) bestellte er für seine Enkel Bratwärschd mit Kraut – und wir fühlten uns wie kleine Götter! Opa ließ noch eine dritte Maß kommen, wovon wir Kinder auch erstmals offiziell einen tiefen Schluck nehmen durften...
Danach ging es zurück, und wir wurden mit Sauerkraut, Schwärtla und Bratwürsten empfangen. Wir waren zwar piepsatt, aber das durfte die Oma ja nicht wissen.
So fügten wir uns unserem Schicksal, und lachten halt auch mit, wenn die Erwachsenen über jeden Blödsinn lachten. Denn die tranken Bier, und der Selber – Brannte machte seine Runden.
Irgendwann fielen wir dann glücklich und zufrieden ins Bett, denn am Morgen danach war ja noch einmal „Kunnerlasfest“...
Schöne alte Zeit, doch lang, sehr lang ist’ s her...

Das Kunigundenfest, oder eben „S’ Kunnerla“ hatte seine Premiere im Jahr 1807 – und findet
jedes Jahr am 1. Sonntag im Juli und am darauf folgenden Montag mit einem großen Festzug statt. Natürlich beginnt es offiziell mit dem Bieranstich im Festzelt am Freitag Abend und endet erst am Dienstag mit einem Feuerwerk, welches die Schausteller finanzieren und durchführen.
Die Hauptdarsteller sind damals wie heute die Schulkinder Laufs, die nach dem Festzug zum Kunigundenberg, dort einstudierte Spiele und Tänze vorführen. Die geschmückten Festwagen sind Angelegenheit der zahlreichen Vereine und Organisationen Laufs, die dann mit viel Phantasie und handwerklichem Geschick jährlich andere Motive auf ihren Wagen verwenden.
Früher war das Kunigundenfest für die Laufer Bürger quasi die 5. Jahreszeit. Damals hatten die Arbeitnehmer am Kirchweihmontag frei, und die Fabriken und Geschäfte geschlossen. Heute sind es nur noch wenige, die meist zur Mittagszeit ihre Betriebe schließen.

Seine Beliebtheit hat ohnehin sehr eingebüßt! Das Laufer Altstadtfest (immer am letzten Sonntag im Juni (also eine Woche vor der Kirchweih, hat ihr längst den Rang abgelaufen. Warum ist leicht zu erklären:
So wurde das Kunigundenfest damals Ende der 50-er Jahre vom Marktplatz verbannt, und fand aus Sicherheitsgründen (und auch wohl, weil die Fahrgeschäfte mehr Platz brauchten) auf der so genannten Heldenwiese statt. Was zunächst keine Umsatzeinbußen brachte. Inzwischen sucht der Bürger aber wieder Nähe und Gemeinschaftssinn, will lieber innerhalb der Stadt ungezwungen feiern. Aus diesem Grund wurde das Altstadtfest inzwischen wesentlich beliebter...
Heute sieht man sich den Zug an, geht danach in einer der Biergärten, oder lädt Verwandte und Bekannte zu sich ein, wo dann zünftig gegrillt wird. Abends geht es höchstens Mal kurz rauf zur Heldenwiese, und wer Kinder hat sieht sich die Spiele auf dem Kungundenberg an, und geht dann mit den Kids so kurz wie möglich über den Festplatz, denn dort scheint man einen Geldstaubsauger installiert zu haben, denn 50 €uro sind dann gar nichts mehr wert, und null komma nix beim Teufel...

Eine Sage erzählt übrigens, wie dieses Fest entstanden ist, aber davon stimmen


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geschichtliche Fakten nun überhaupt nicht mehr zusammen, weil es in Wirklichkeit eine Kaiserin Kunigunde nie gegeben hat. Vielmehr stand Kunigunde für eine Schutzpatronin wie auch der Name Wenzel. Ob es vielleicht eine der vier Kaiserinnen war, die Karl IV. geehelicht hatte, wissen wir auch nicht so genau, aber die Anwesenheit des Wenzelschlosses, in dem der Kaiser seine Sommerfrische verbrachte, lässt da schon einen gewissen Verdacht aufkommen, ob diese Saga nicht doch ein Fünkchen Wahrheit beinhaltet...

Die Sache passierte an einem schönen, heißen Nachmittag am letzten Tag im Juni.
Der Kaiser war von einigen Gutsherren zur Jagd eingeladen, und die Gemahlin wusste ohnehin, dass sich solche Veranstaltungen bis in die frühen Morgenstunden ausdehnen konnten. Zu einem guten Mahl und einem kühlen Trunke konnte ihr Gatte niemals nein sagen, und so würde ihr ein langweiliger Nachmittag und ebenso einsame Nacht bevorstehen. So nahm sie nach dem Mittagsmahl ihre Zofe zur Seite, und machte ihr den Vorschlag, spazieren zu gehen und auch die kleinen Dörfer am Rande nicht auszulassen. Die Dienerin war zunächst entsetzt, denn gerade auf dem Land war man vor Wegelagerern und Strauchdieben niemals sicher.
Die Kaiserin wischte ihre Bedenken vom Tisch: „Du besorgst uns von irgendwo her normale Kleidung, wie sie die einfachen Leute tragen, dann gehen wir mit zwei Körben los, und tun einfach so, als würden wir Beeren und vielleicht Pilze sammeln!“
„Oh Gott Majestät! In den Wald wollt Ihr auch noch? Dort gibt es noch mehr Räuber und wilde Tiere, die uns gefährlich werden können.“ Die Herrscherin lachte nur, fand immer mehr Gefallen an ihrem Einfall...
Bald kehrte die Kammerzofe mit derber Kleidung und festen Schuhen zurück, füllte schnell noch einen Korb mit Proviant als Wegzehrung, und als der Turmwächter die erste Stunde nach Mittag blies, hatten sie bereits den Marktplatz überquert, wo zu dieser
Stunde ziemliche Ruhe herrschte. Am Zollhaus nach dem Oberen Tor wurden sie zwar von Wachsoldaten angesprochen, aber diese hatten nur ein Schäferstündchen erhofft, und zogen sich lästernd wieder zurück, als die Frauen sie nicht beachteten. Jetzt ging es leicht bergauf, und die Sonne stach ihnen trotz Kopftuch in den Nacken. Sie hielten sich daraufhin mehr im Schatten des Waldes neben der Strasse, und dort war es angenehm kühl.
Sie kamen durch den kleinen Ort Kunhof, wo ihnen vor einer Schenke Männer auch eindeutige Angebote machten. Rasch verließen sie den Ort. Die Zofe schimpfte laut über diesen unflätigen Pöbel und über Mannsbilder im allgemeinen, während sich ihre Kaiserin doch sehr amüsierte.
Man wanderte an hohen Hopfenstangen vorbei, wo schon die ersten Dolden reiften. Die staubige Strasse ging auf und ab, und schützende Wälder waren rein gar nicht in Sicht. Schließlich nahmen die Wälder wieder zu, und man kam in eine Ortschaft, auf dessen Schild der Name Simonshofen prangte. In einer Senke lag ebenfalls eine Schenke, bei der Männer und Frauen in einem Garten vor der Schenke saßen und hin und wieder Musik ertönte. Man setzte sich an einen freien Tisch, und der freundliche Wirt brachte ihnen zwei Becher mit einem kühlem Gemisch aus Wasser und Wein, obwohl er sich diesen Trank schon vor dem servieren entlohnen ließ. Die Zofe hatte ein paar Münzen eingesteckt, woran die Kaiserin in keinem Moment gedacht hatte. So ruhte man sich für eine viertelte Stunde aus, und hörte der Musik zu, die Mal wild, Mal derb und dann auch wieder traurig klang. Am liebsten wäre die Kaiserin sitzen geblieben. Ihre Wangen waren leicht gerötet, denn Wein und Sonne zeigten jetzt schon ihre Wirkung. So brachen sie wieder auf und wurden mit den besten Wünschen für ein erfolgreiches Sammeln und einem guten Weg bedacht.
Kunigunde (nennen wir sie ganz einfach so), hatte zwar zunächst schwere Beine, und der Zofe ging es wohl auch nicht besser. Nachdem sie aber wieder ein gutes Stück durch den Wald neben der Straße zurückgelegt hatten, ging es ihnen besser. Erneut machten sie eine kurze Rast, um heißhungrig über die


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mitgebrachten Speisen herzufallen. Schweigend saßen die Frauen auf einer kleinen Waldlichtung, und beobachteten staunend ein Reh, welches mit drei Kitz dort friedlich in der Nähe äste. „Ist das nicht wunderschön?“ flüsterte die Kaiserin, und die Zofe nickte zustimmend.
Dann hatten die Tiere wohl ihre Witterung aufgenommen und verschwanden wieder behände im tieferen Forst. „Und so etwas Schönes jagen die Männer und verspeisen es“ seufzte Kunigunde.
Als sie sich wieder auf den Weg machten, stießen sie tatsächlich auf eine Fläche, in der große Blaubeeren, Preiselbeeren und Himbeeren zu finden waren. Die beiden Frauen füllten ihre beiden Körbe fast zur Hälfte mit den Beeren des Waldes. Waren darauf richtig stolz. Zumindest so lange, bis die Zofe einen Blick auf die Sonne warf, und ihre Gebieterin plötzlich heftige Bedenken über ihren Ausflug äußerte. Die Sonne senkte sich schon im letzten Dreiviertel gen Westen,
In nächsten Ort, der sich Bullach nannte, erfuhr man endlich, dass sich das Glas gegen die fünfte Stunde nach Mittag geneigt hatte, worauf hin beide Frauen doch heftig erschrocken waren. Der Bauer, mit dem sie im nächsten Ort sprachen, tröstete sie aber mit den Worten, dass es da eine Abkürzung durch den Wald gab, durch den sie in zwei, drei Stunden wieder Lauf erreichen konnten.
Der freundliche Mann bedachte die Frauen noch mit einem großen Stück Wurst und einer dicken Scheibe Brot und gab ihnen die besten Wünsche mit auf den Weg. Ihre Bedenken mit Bären und anderem wilden Getier, zerstreute er aber.
„Außer ein paar wilden Sauen werdet ihr keine wilden Tiere finden, und wenn ihr die wilden Schweine gar nicht erst beachtet, so tun sie euch auch nichts. Nur reizt sie nicht...“ Der Bauer hatte ihnen den Weg sehr ausführlich beschrieben und auch markante Punkte genannt, damit sie nicht vom Wege abkommen würden. Genau diesen Weg schlugen nun Sophie, die Zofe und Kunigunde, die Kaiserin ein.
Noch schien die Sonne in den dunklen Tann und spendete ihnen genügend Licht. Auch die markanten Wegbegleiter erkannte man sofort und orientierte sich an ihnen.
Je tiefer sie jedoch in den dunklen Forst eindrangen, desto schwächer wurde das Licht, bis die Sonne schließlich doch langsam unterging.
Unterwegs hätte die Kaiserin fast wieder Beeren gesammelt, aber Sophie reagierte darauf völlig panisch. Achselzuckend, den Ernst der Lage gar nicht einschätzend, folgte ihr die Herrscherin. Es dauerte nicht lange, bis die Dämmerung einsetzte und es immer finsterer wurde.
Während die Kammerzofe immer mehr Hysterie entwickelte, kam es auch der unbekümmerten Kaiserin in den Sinn, dass sie sich ganz einfach zu viel zugemutet hatte...
Der Wald entwickelte sich zum Leben: Völlig unbekannte Geräusche, die Beide bei jedem Knacken eines Zweiges aufschrecken ließen. Töne, die nach Ruhe, aber auch aufgeregt und ängstlich klangen. Eine Eule, die ihr „Uhuuhu“ erklingen ließ, Getrappel, Gestampfe. Man spürte inzwischen die Beine nicht mehr, die Fußsohlen brannten dank der ungewohnten Anstrengung, und die Zofe jammerte und keifte, weinte vor sich hin.
Auf einer Lichtung, die noch in helleres Licht getaucht war, sah man eine Horde wilder Schweine im Boden wühlen. Der Chef der Truppe, ein mächtiger Eber mit riesigen Stoßzähnen hob witternd die Nase in den Wind, die spitzen Ohren richteten sich auf. Reflexartig hielt Kunigunde der Zofe die Hand vor den Mund, die immer noch vor sich hinjammerte. Der Keiler senkte daraufhin seinen kurzen Rüssel und begann weiter im Boden zu wühlen. Plötzlich hatten sie die Orientierung völlig verloren. Der Weg wurde immer schmaler, und endete daraufhin. Die Kaiserin kämpfte sich durchs Unterholz. Äste peitschten ihr ins Gesicht, zerkratzten es. Dornen rissen tiefe Löcher in die derbe Kleidung, ihr ganzer Körper schmerzte. Nun war auch noch die Zofe verschwunden!
Wie von Furien gehetzt kämpfte sich Kunigunde nun angsterfüllt durch den tiefen Forst, durchs Unterholz, Immer wieder schrie sie laut nach ihrer Kammerzofe. Doch die schien wie vom Erdboden verschluckt.
Klatschnass, zerrissen und überall von kleinen Blessuren bedeckt, sank die große Herrscherin zu Boden und weinte herzzerreißend. Doch was half das schon? Sie rappelte sich hoch und lief weiter, weiter und immer weiter.
Es ging plötzlich bergab und sie fiel mehr denn als sie lief. Wieder ging es weiter, diesmal steil bergauf.
Die Beine versagten den Dienst, und die Kaiserin sank erschöpft nieder. Sie wollte nur noch schlafen, aber der feuchte und kalte Boden schreckten sie davor ab. So wollte sie nicht enden...
Sie rappelte sich hoch und erklomm mit letzter Kraft diesen kleinen Berg. Vielleicht erkannte sie dann mehr. Nachdem sie den Hügel


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erklommen hatte, verließen sie erneut die Kräfte. Sie schlief ein, und erwachte kurz darauf mit klappernden Zähnen. Sie fror höllisch, hatte unglaublichen Hunger, und da war noch die Angst sterben zu müssen!
Sie rappelte sich erneut hoch – zum wievielten Male eigentlich schon? Endlich hatte sie die Bergkuppe erreicht – und sah Lichter! Nicht viele zwar, aber vielleicht war das nur ein kleines Gehöft? Von nun an ging es bergab. Sie erreichte die ersten Lichter und klopfte an eine Tür.
„Bitte helft mir! Ich bin die Kaiserin von Böhmen und Neuböhmen, die Gattin von Karl IV.!“
Dann wurde es dunkel um sie...
So kam es zur wunderbaren Rettung der Kaiserin von Böhmen. Auch die Zofe Sophie wurde tagsüber im Wald neben dem kleinen Ort Heuchling aufgefunden. Sie war schwer verwirrt, zerkratzt und zerschunden. Aber den Korb mit den Beeren hielt sie immer noch krampfhaft fest. Auch der Platz von dem aus die Kaiserin die Lichter einer Ortschaft (es handelte sich dabei um Lauffen) wurde gefunden, weil ihr Korb noch da lag. Es war nur ein kleiner Berg, mehr ein Hügel, an dem sie sich befunden hatte. Ihr zu Ehren wurde er nun Kunigundenberg genannt, auf dem man zunächst ein Holzkreuz und später eine kleine Kapelle errichtete.
Das Kirchlein brannte zwar Ende 1700 nieder, wurde aber von Vereinen und Privatleuten in Eigeninitiative aufgebaut.
Im Gedenken an diese Zeit, als Kunigunde von dort aus ihre Rettung fand, beschloss man ein Kinderfest zu veranstalten, dass nach der erfolgreichen Premiere von nun an jährlich stattfindet und der Festzug immer größer wurde, so dass man seinen Ausgangspunkt immer mehr in den Stadtteil links der Pegnitz verlegte.
Von da aus führt der Zug über die Wasserbrücke hinauf zur Johannisgasse über den Marktplatz, mündet kurz in die Hersbrucker Straße ein, bevor er über die „Güttingersbrücke“ der Urlas entlang die Straße am Kunigundenkeller, am Festplatz, der Heroldswiese vorbei über die Kunigundenstraße hinauf zum Kunigundenberg geht. Lauf hat viel erlebt: Hochwasser, Großbrände und in den zwei Weltkriegen Plünderungen und
Tote. Daneben siedelten sich immer mehr Betriebe an, und Lauf wuchs inzwischen , wie schon erwähnt, mit 26 Tausend Einwohnern zur größten Stadt im Landkreis heran, wobei auch die eingemeindeten Ortschaften rings um Lauf ihr Schärflein beitrugen. Der Verkehr von Lauf rechts nach Lauf links führte damals fast ausschließlich über den Marktplatz und der Johannisgasse, was bei der ständig wachsenden Zahl der Automobile langsam zum Chaos führte.
So entstand Ende der 60-er Jahre die Brücke West, anstelle einer kleinen ehemaligen Holzbrücke gebaut. Doch auch diese Maßnahme war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Nach langen Streitigkeiten mit Grünen und Naturschützern wurde endlich nach langer Planung die Brücke Ost erstellt, die von der Hersbrucker Straße im Bogen auf die Altdorfer Straße trifft. Um den Verkehr so reibungslos wie möglich zu gestalten, entschärfte man zusätzlich die Knotenpunkte Altdorfer Strasse mit der Luitpold- und Holzgartenstraße, indem man einen Kreisverkehr anlegte, was sich inzwischen als Segen erwies. Leider fielen der neuen Straßenführung dadurch Zebrastreifen und andere Fußgängerüberwege zum Opfer, was doch von vielen Einwohnern als Schikane angesehen wurde. Auch heute noch überqueren Viele respektlos diese ehemaligen Überwege, nicht ahnend, damit doch für lange Staus und Unfälle zu sorgen, und selbst Gesundheit und Leben aufs Spiel zu setzen....
Nur in der Hersbrucker Straße murkste man damals mit der Verkehrsführung: So konnte man von der Brücke Ost kommend nach links in die Stadt abbiegen und behinderte damit den reibungslosen Verkehr gewaltig.
Mit diesem Schildbürgerstreich sorgte man aber dafür für ein Novum in den deutschen Städten: Lauf war die einzige Stadt, wo die Autofahrer sich nach links einordnen mussten, um geradeaus fahren zu können...
Nach der Experimentierphase hob man diesen Faux Pas wieder auf, obwohl es auch da genügend Kfz – Lenker gibt, die dennoch nach links abbiegen wollen.
Sucht man neben der Weitsicht der Laufer Politik (Bürgermeister zu sein, ist in Lauf ein Titel, den man für immer und ewig innehält, und nur nicht vererben kann), so findet man


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auch genügend Schatten, aber darauf wollen wir nicht näher eingehen. Obwohl Lauf in Franken liegt, gehört man doch zu Bayern – und da werden Korruption, Vetternwirtschaft und Amigo – Affären als Kavaliersdelikt behandelt...Sei’ s drum: Auch solche „Peanuts“ können unsere Liebe zur der alten, schlitzohrigen Stadt nicht schmälern. Zum Zankapfel wurde damals auch der moderne Brunnen am Oberen Markt, der manchen sauer aufstieß Ein paar kurze Worte noch zum großen 650 Jahre – Jubiläum der Stadt: Da wurden im Vorfeld Aktivitäten und Ereignisse (sprich: Events) versprochen, aber viel ist (bisher) davon nicht passiert!!!
Gut, viele Handwerksbetriebe haben sich zwar Mühe gegeben, ein spezielles Produkt für Lauf zu kreieren, aber außer einer Wurstsorte, bedruckten Regenschirmen und Schnick – Schnack ist nicht viel dabei hrausgekommen.
Allerdings muss man zur Ehrenrettung die einzige noch in Privatbesitz befindlich letzte Brauerei in der Stadt loben, die ein Jubiläumsbier zur 650 Jahr Feier entwickelte, welches nach alten Rezepten gebraut wird, und ganz vorzüglich mundet...
Wenn es dieses Bier auch nur in diesem Jahr geben sollte, dann ist es sehr bedauerlich, denn es würde weiterhin gut in das Programm der Brauerei passen!
Die bisherigen Highlights der 650 Jahr Feier sind schnell aufgezählt: Da war das Gastspiel des Circus Krone, der erstmals in Lauf gastierte, weil er für die bisherigen Standorte schlichtweg zu groß war. Eine erfolgreiche Generalprobe für kommende Veranstaltungen war sein neuer Standort, nämlich die Pegnitzwiesen, der ohne die Brücke Ost kaum möglich gewesen wäre.
Sein organisatorischer Erfolg schuf die Voraussetzungen für das erste Laufer Rock –Festival unter freiem Himmel. Auch wenn zur Kostendeckung 3.000 Zuschauer erforderlich gewesen wären, so ist mit 1.400 Besuchern doch eine Basis für künftige Festivals dieser Art geschaffen. Zudem das Wetter damals
nicht unbedingt als traumhaft bezeichnet werden konnte. Doch: Es blieb trocken und die Temperatur war auch nicht schlecht, wenn man sich inzwischen bei diesem grünen Winter auvh mit weniger zufrieden geben muss.
Aber da Lauf scheinbar einen Pakt mit Petrus geschlossen hat (pünktlich zum Altstadtfest und der „Kunnerlaskerwa“ blieb es relativ warm und trocken).
So klappten auch die beiden folgenden Open Air Konzerte, die mit einem Klassikkonzert und anschließendem Feuerwerk 3.000 Zuhörer fanden, sowie das kurz darauf folgenden Open Air mit Broadwaymelodien und anderen Musical – Bonbons bestückt, diesmal fast 5.000 Besucher anlockte, und zum rauschenden Fest wurde. Bei den beiden letzten Festivals hatten die Fans gar Tische, Liegen und Campingstühle plus Essen nebst Trinken mitgebracht. Da saß man da, lauschte zu den berauschenden Klängen und vesperte und trank dazu Rotwein aus edlen Gläsern...
Sind wir mal ganz ehrlich: Die bisherigen „Events“ der vergangenen Jahre rochen alle nach: „Ich will, aber kann nicht anders“... Veraltete Zöpfe, die abgeschnitten gehörten! Denn Vieles was früher beklatscht und gelobt wurde, ist inzwischen „Kalter Kaffee“. Hier sollte man junge Leute mit Ideen und Phantasie ran lassen, die sich auch einmal was trauen, auch wenn’s am Anfang nicht so ganz klappt.
Betrachtet man das „Restprogramm“ so sind zwar interessante Veranstaltungen dabei, aber was um Himmels Willen soll eine Festveranstaltung der 650 Jahrfeier, wenn dort ein Politiker auftritt, der nicht nur umstritten ist, sondern Reden schwingt, die einem Wahlkampf ähnlich sind (das Programm wurde allerdings geplant, als man noch nichts von einer vorgezogenen Bundestagswahl wusste)? So lassen wir uns vom Programm bis zum Jahresende überraschen, welches ja mit einem Riesenfeuerwerk auf ´den Pegnitzwiesen beendet wird.

Erfreulich bei dem ganzen Rummel ist es natürlich, wenn damit die berühmt – legendären Stadtführungen des Archivars Ewald Glückert mehr Beachtung finden, denn dieser Mann lebt für Lauf, ist ein wahrer Glücksfall für die Stadt! Womit nicht nur die ZeitenLauf Bände gemeint sind,


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dern eben jene Stadtführungen und Vorträge, die so lebendig geschildert werden, als würde ein Film vor dem geistigen Auge des Zuhörers ablaufen.
Dabei ist Lauf mit genügend Originalen gesegnet, welche da nur auszugsweise „S’ Bimberla vo Laff“, in „Brunskarl“ und in „Gänskroagn“ drei Vertreter haben , die Lauf weit über die Grenzen populär gemacht haben. Dabei meinen wir aber nicht einen Profit - und Machtgeilen Stadtrat, der als Clubpräsident nicht nur für den Abstieg aus der Fussball – Bundesliga sorgte, sondern mit seinem Unverstand dafür sorgte, dass der ruhmreiche Club gar in den Niederungen der Regionalliga herumkickte, worauf der gute Mann Polizeischutz rund um die Uhr genießen durfte...

Natürlich hat „Laff“ nicht nur Persönlichkeiten, sondern auch ein (fast) in Vergessenheit geatenes eigenes Gericht: Die „Laufer Krautsuppe“.

Wer die einmal nachkochen will, oder mehr über die Laufer Originale plus den kompletten „Bimberla – Liedtext“ plus Anekdoten und Geschichten in Laufer Mundart lesen will, dem empfehlen wir unser Archiv, indem wir noch einmal einen früheren Artikel integriert haben, der da die Überschrift „In Laff dou drass is gwesn“ von „Hans Gröschel“ nachzulesen, zum singen und zu kochen animieren soll. Oder vielleicht auch die beiden Büchlein, die in keinem Laufer Bücherschrank fehlen dürfen!!!

Kommen wir zu den allgemeinen Festen, die inzwischen regelmäßig in Lauf stattfinden:

Da wäre zunächst einmal die „Laufer Kneipennacht“, die von privater Hand organisiert wird (Martin Meinzer).Zweimal im Jahr, meist Frühling und Herbst.

Der Laufer Ostereiermarkt, ebenfall privat organisiert.

Das Fest der Nationen – in Laufer Hand.

Floriansfest der Feuerwache Lauf.

Radrennen in Lauf – RSG Lauf

Altstadtfest – veranstaltet von jährlich einem Laufer Verein. In und vor fast allen Laufer Kneipen mit Livegruppen, Turmblasen, Führungen in die unterirdischen Gewölbe Laufs, Turmbesteigung der Johanniskirche. Zahlreiche Buden mit Spezialitäten, Tand und Bierausschank der
verschiedensten Brauereien, Musik am Oberen und Unteren Markt... Kunigundenfest mit Festzug, Darbietungen und Festbetrieb von Bierzelten und Schaustellern. Live – Musik in vielen Gaststätten und Kneipen.

Spitalhofserenade

Schlauchboot -Ralley

Laufer Märchentage – DornRosen

Hämmernkirchweih mit historischem „Rußigen – Eid“ am Wenzelschloss

Künstlerausstellungen

Johanniskerwa (rund um die Johannisgasse) (fand zumindest bisher sporadisch statt, ob sie noch existiert, wissen wir nicht genau).

Brunnenfest am Oberen Markt LesArt – Laufer Literaturtage

Herbstkonzerte

Laufer Weihnachtsmarkt mit täglich neuen Aktivitäten und Aktionen.



Zum krönenden Abschluss soll schließlich auf den Pegnitzwiesen ein riesiges Feuerwerk stattfinden!!!

Ziemlich reichlich, wie wir meinen...
Ferner werden wir bis zum Jahresende alle wichtigen Termine der 650 Jahrfeier und andere wichtige Termine in der Stadt in unserem Veranstaltungskalender auflisten!
Termine außerhalb der Reihe veröffentlichen wir auch kostenlos (nicht nur die von Lauf) sofern sie uns auch gemeldet werden...

In Liebe zu Lauf:
Euer John Harald Singerer



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