Allmaechd - Erfrischend Anders: Das Magazin für Mittelfranken und den Rest der Welt
Herzlich Willkommen bei
dem Online-Magazin

www.allmaechd.com!

Sie sind hier: Startseite - Magazin - Artikel lesen
16.12.2017 - 12:11 Uhr
Magazin-Inhalt
Flohmarkt
Veranstaltungen
Gästebuch
Archiv
Briefe an uns

 Unsere Partner stellen sich und Ihre Leistungen vor

ein Klick genügt...


Wir danken unserem Partner Hotel-Gasthof zur Post für die Unterstützung



Gönnen Sie sich etwas Erholung auf Sylt!




Artikel über Denk ich an Deutschland in der Nacht ...
2002: Die Wahl war gelaufen. Edmund Stoiber, Kanzlerkandidat der CDU / CSU winkte triumphierend seinen Anhängern zu:
„Den Champagner habe ich bereits kaltgestellt, aber heute werde ich ihn nicht mehr öffnen, sondern erst Morgen Früh, wenn die endgültigen Auszählungen abgeschlossen sind. Sicher ist aber, dass wir mit überwältigender Mehrheit gesiegt haben!“
Siegestrunken verabschiedete er sich von seinen jubelnden Anhängern und verschwand.
Am nächsten Morgen blieb der Sekt im Kühlschrank, aber der Kater war dennoch riesengroß: Mit ein paar Tausend Stimmen mehr hatte die Rot – Grüne Regierungskoalition die Wahl doch noch für sich entschieden...

Was war passiert? War es die strikte Ablehnung der Regierung Schröder und Fischer, sich an der Invasion der USA im Irak zu beteiligen, die fast die gute transatlantische Beziehung zu den Vereinigten Staaten zerstörte? Der Alleingang von Angela Merkel in den USA um die gegensätzliche Meinung der Parteien aufzuzeigen und sich für die Entscheidung der deutschen Regierung entschuldigen wollte, der dann doch einem Gang nach Canossa glich, da die Fraktionsvorsitzende nur mit zweitklassigen Beamten Vorlieb nehmen musste?
Oder war es die Flutkatastrophe an der Elbe, die durch die Bundeswehr prompte Unterstützung erhielt und von Kanzler Schröder sofort besucht wurde, um das Ausmaß der Schäden persönlich in Augenschein zu nehmen und danach auch ausreichende finanzielle Mittel an die Geschädigten versprach? Während stattdessen der Kanzlerkandidat Stoiber nur widerwillig seinen Urlaub unterbrach, kurz Passau besuchte, ölige Worte das Trostes übrig hatte und danach postwendend in seinen Urlaubsort zurückflog?

Egal welche Gründe auch immer. Rot – Grün gewann die Bundestagswahl und durfte weiterregieren. Doch zu welchem Preis? Die viel gepriesenen Rürup und Hartz – Konzepte
griffen nicht, weil immer wieder die nötige Stimmenmehrheit fehlte, man kaum eine Reform ohne die Opposition durchsetzen konnte, ständig die Reformen abändern musste, bis sie auch den Schwarzgelben in den Kram passte. Die schon im Vorfeld dagegen waren, ohne nähere Einzelheiten zu kennen!
Man hatte nur die Zielsetzung im Visier, die Regierung so schnell wie möglich zu stürzen.
Ein Alternativkonzept zu den Reformen gab es nicht, hatte es nie gegeben. Nur zerstören, die Regierung beim Volk madig machen. Damit man beim Scheitern einer Reform sagen konnte: „Seht her, die sind unfähig zu regieren!“
Was die Opposition nicht fertig brachte, schaffte die Industrie, die Arbeitgeberverbände, die Unternehmen selbst.
Weil es ja Allen schlecht ging, entließ man Mitarbeiter, globalisierte oder stellte unerfüllbare Forderungen, wie: Arbeitszeitverlängerung, Steuererleichterungen (obwohl die meisten Großbetriebe ohnehin längst keine Steuern mehr zahlen brauchten), die Abschaffung des Arbeitnehmerbeitrags an die Sozialversicherungen, keine Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall und die Kürzung des Jahresurlaubs für drei Tage pro Krankheitswoche. Lohn – und Gehaltssenkungen, die Abschaffung der Tariflöhne und vieles mehr.
Die Opposition half fleißig mit: Durch einen Trick von Angela Merkel löste man in den neuen Bundesländern einen Streik aus, der eine Einführung der 35 Stundenwoche forderte, warf man der Gewerkschaft einen fetten Brocken hin, bei dem diese zuschnappten, am Ende als große Verlierer dastanden, als ihnen die Mitglieder in Scharen davonliefen. Inzwischen ist diese Sozialmacht nur noch ein handlungs - unfähiger, mittelloser Schatten von einst.

Überall herrschte Ebbe in der Kasse. Die Auflagen aus Brüssel konnten nicht eingehalten werden, obwohl man als größter Zahlmeister der EG gezwungen ist, jährlich 22 Milliarden nach Brüssel zu überweisen.
Überhaupt die neuen Länder: Man versprach blühende Landschaften, Frieden und Wohlstand. Dass sie diese Punkte aber nur mit


Denk ich an Deutschland in der Nacht ...  (Seite 2 von 5)
einem vorläufigen Verzicht, also mit Niedriglöhnen erreichen würden, hat ihnen „Der Kohl“ nicht verraten. Aber der hatte sie nur benutzt, um in den Geschichtsbüchern als Kanzler der Einheit dazustehen. Um einen Staat von westdeutschen Kapitalisten ausbluten zu lassen, die ganze Firmen für ein Butterbrot erwarben, mit den günstigsten Mitteln automatisierten, die Arbeiter bis zu 90 Prozent zu entlassen, um diese Firmen dann für teueres Geld weiterzuveräußern. Vorher waren Versicherungsvertreter und Vermögensberater wie die Schmeißfliegen über die DDR gekommen, um die nichts wissenden Bürger teuere Prämien und fast unfinanzierbare Anlagen aufzubrummen. Eine unerbittliche Schuldenfalle, die durch fortschreitende Arbeitslosigkeit immer aussichtslos wurde.
Zusätzlich hatte man ihnen auch noch Asylanten in die Städte und Gemeinden gesetzt, die früher als „ Gäste der DDR“ ihre Gehälter und Löhne in US – Dollar ausbezahlt bekommen hatten, und sich wie Könige aufführten. So hatten sie nicht nur die begehrtesten Autos und Konsumgüter, sondern nahmen dem normalen Volk auch noch die Frauen ab, deren Treue wie überall weltweit eben über die Brieftasche nicht hinausging.
Die Wiedervereinigung war für diese Gastarbeiter die Vertreibung aus dem Paradies schlechthin!

Nachdem die Regierung inzwischen meilenweit von den Sorgen und Nöten der Bevölkerung in einer anderen Welt lebte, war man einfach zu arrogant an diverse Warnungen zu glauben (wie auch im Westen), und entfachtete damit einen gefährlichen Flächenbrand. Jetzt waren die verhassten „Fidschjs“ wieder da, bekamen mehr Geld, als die normalen Arbeiter – und begannen erneut die „Sau raus zu lassen“! Da sah man rot – und der Rest ist ja Geschichte, ein weiteres Kapitel der Gewalttätigkeit in Deutschland, wofür manche Asylanten allerdings auch nichts konnten.

Die Arbeitslosigkeit war überall in den Bundesländern im Steigen begriffen, und auch damals fand man kein Konzept, die Sache in den Griff zu bekommen. Und auch Finanzminister Waigels Kassen waren damals schon ziemlich leer. Eigentlich hätte so vieles gerichtet gehört: Der fehlende Nachwuchs (Fehleinschätzung: Schon Adenauer hatte die Aussage getätigt, dass „es Kinder immer gäbe“),
Bildung und Forschung – alles stagnierte. Nur wollte davon niemand etwas wissen. Weder das Volk, noch die Städte und Gemeinden, die das Geld mit vollen Händen ausgaben.
Vielleicht war man ganz froh, als man der Regierungspflicht enthoben wurde?
Die neue Rot – Grüne Koalition kam mit Optimismus ans Ruder, wollte alles besser machen. Bezeichnend der Rückzug des Wirtschafts – und Finanzministers Oskar Lafontaine, der nach dem ersten Blick in die Staatskasse augenblicklich das Handtuch warf!
So sehr die Regierung auch versuchte, das fast aufgelaufene Schiff Deutschland wieder flott zu bekommen, so fehlten immer die notwendigen Stimmen der Opposition! So war es damals und so ist es heute noch!
Als Kanzler Schröder schließlich offen davon sprach, dass Deutschland fast am Ende wäre, und künftig auf Vieles verzichten musste, war das wie ein Schock fürs Volk.
Seit der €URO Einführung war es ohnehin teuer geworden im Lande. Manche Händler überklebten einfach die DM – Beträge und setzten das €uro - Zeichen ein. Nur die Gehälter stiegen rein gar nicht, im Gegenteil: Überall wurde „verschlankt“, es kam zu wahren Massenentlassungen, und die Arbeitslosigkeit stieg und stieg. Der Mensch wurde nur noch abfällig als „Humankapital“ bezeichnet...
Brüssel senkte die Leitzinsen, die eigentlich von den deutschen Banken an die Kunden weitergegeben werden sollten, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nur geschah das nie – im Gegenteil! Selbst die Öffentlich – Rechtlichen Sparkassen, die eigentlich gar keinen Gewinn machen durften, brauchten diese Finanzspritze um ihre maroden Bilanzen auszugleichen. Denn allgemein zählte der kleine Mann für alle Banken nicht mehr, nur noch die Großprojekte wurden großzügig mit Krediten gesponsert.
Was dazu führte, dass jeder
Konkurs ein tiefes Loch in die Banksäckel riss. Auch die Krankenkassen, inzwischen mit wahren Palästen ausgestattet, bis sie feststellen mussten, riesige Defizite zu haben. Dafür besaß man eine aufgeblähte Verwaltung, die wie eine Hydra wuchs.
Deutschland kam zum Stillstand!
Niemand hatte mehr ein Rezept, dem drohenden Kollaps entgehen zu können.

Um noch einmal bei der Politik zu bleiben, so sind in letzter Zeit doch soziale Ungerechtig -


Denk ich an Deutschland in der Nacht ...  (Seite 3 von 5)
keiten entstanden, die doch zum Himmel schreien: Da hieß es vor zwei, Jahren noch, man solle sich für den Ruhestand selbst absichern, denn die Gesetzliche Rentenversicherung würde nur noch (wenn überhaupt) für eine Grundabsicherung ausreichen. Also empfahl man den Kauf von Wohneigentum, sowie eine Lebensversicherung, die sich immerhin mit Überschussbeteiligungen in 28 Jahren verdoppeln würde.
Doch ein Jahr später ließ man die Katze aus dem Sack: Überschuss – Beteiligungen würden künftig voll besteuert.

Und im Zuge einer Steuerreform wurde nicht nur der Arztbesuch mit 10 €uro zur teueren Visite, auch Apotheken und speziell in erster Linie die Pharmakonzerne sind die großen Nutznießer in diesem Reformprogramm, welches die Bürger von den hohen Krankenkassengebühren entlasten sollte. Trotz Versprechen sind die alten Beitragssätze beim Alten geblieben, nur der liebe Otto Normalverbraucher muss nun tiefer in die Tasche greifen.
Und als das nicht schon genug gewesen wäre kommt das berühmt berüchtigte Hartz IV Programm zum Tragen, der alle Arbeitslosen nach einem Jahr in den Armut treibt!!!
Wieder hatten die lieben Schwarzen die Finger dick in diesem Spiel, das ursprüngliche Konzept in eine gefährliche Bombe verwandelt! Als dann ein Aufschrei durch das Volk ging, zeigten sie dafür mit den Fingern auf die Regierung um laut „Die warn’ s!“ zu rufen. Und die dumme Masse glaubt es ihnen auch noch...
Die Hintergründe: Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist, bekommt danach 345 €uro monatlich, dafür braucht er sich um Miete, Strom und Heizung nicht zu kümmern.
Gut, klingt auf den ersten Takt doch human. Nur darf diese Wohnung 25 Quadratmeter nicht überschreiten. Bei zwei Personen sind 45 Meter erlaubt, aber wenn der Partner (egal ob Ehe oder Zusammenleben) normal verdient, fällt alles weg.
In den Genuss dieser traumhaften Zuwendung kommt aber nur der, der weder über Wohneigentum oder eine kündbare Lebensversicherung verfügt. Der muss dann das Wohneigentum verkaufen und aufbrauchen, ebenso die Erträge aus einer Lebensversicherung.
Dafür darf er nebenbei noch arbeiten (bei so genannten Ein - €uro – Jobs) aber fast nicht behalten, sonst geht das wieder auf Kosten der 345 €uro!!!

Scheinbar verwechselt man Arbeitslose als Plattmacher, traurige Tatsache aber ist es, dass die meisten Firmen sich von den teueren Mitarbeitern getrennt haben, die entweder auf die 50 zugingen, oder schon überschritten haben. Eine Bodenlose Unverschämtheit!!!

Da standen sie also nun, die 50-er mit ihren teils sehr hohen Positionen einst in der Firma.
Der schwere Gang zum Arbeitsamt, in weißem Hemd, Krawatte und Anzug, wurden im Arbeitsamt von Oben herab erniedrigt und wie der letzte Dreck behandelt. Bekam nur noch 65 Prozent vom letzten Netto. Fühlte sich überflüssig, und das ehemalige Selbstvertrauen löste sich mehr und mehr auf.
Ehemalige Freunde und Bekannte hatten plötzlich fadenscheinige Ausreden für Besuche oder fällige Einladungen. Plötzlich war man allein, denn wer wollte schon mit einem Arbeitslosen Kontakt haben? Das Häuschen ist entweder schon abgezahlt, oder noch nicht. Dann brennt’ s schon. Zwei Autos? Kann man sich fast nicht mehr leisten. Obwohl man noch 60, 70 Tausend auf der hohen Kante, vielleicht ein paar Aktien und Fonds. Zwei größere Lebensversicherungen – Absicherung fürs Rentenalter. Nein, die will man nicht angreifen. Dann fallen eben Winter – und Sommerurlaub aus. Vielleicht findet die Frau einen Halbtagsjob.
Klappt nicht, im Gegenteil! Das Eheweib wird sauer, schimpft ihn einen Versager. Die Bewerbungen gehen langsam in die Hundert, aber es ist alles sinnlos. Dann ist das erste Jahr der Arbeitslosigkeit vorbei. Die Frau hat inzwischen das Weite gesucht. Wieder kommt man sich vor wie der letzte Bettler, als man Hatz IV beantragt. Bisher hat man sich nicht darum gekümmert, aber die Ernüchterung kommt schnell: Hauseigentum, Versicherungen, Wertpapiere, Sparkonten. Da gibt’ s nichts mehr vom Staat. Verkaufen, verkaufen, auflösen. Erst wenn dann das Geld verbraucht ist, bekommt man was! Ein Leben, welches


Denk ich an Deutschland in der Nacht ...  (Seite 4 von 5)
völlig umsonst war! Wohlstand raus, Armut rein! Perspektiven im Jahr 2005... Dem Osten g es nicht besser, nur ist da die Arbeitslosigkeit doppelt so hoch – mit Hartz IV. geht es den Leuten noch schlechter, als in der ehemaligen DDR!
Daran sind die Wessis Schuld – und Viele wollen die Zeiten von früher zurück.
Aber auch im Westen mehren sich die Stimmen jener Leute, die diese Vereinigung inzwischen laut verfluchen. Man sollte die Mauer wieder hochziehen, nur diesmal höher als damals...
Nie zuvor in diesen 15 Jahren klafft die Schere zwischen den Deutschen so weit auseinander. Freundschaften und Bekanntschaften zerbrechen wie Glas.
Schade, es hätte so ganz anders kommen, war aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
45 Jahre haben wir sehnlichst auf diese Wiedervereinigung gewartet, denn schließlich und endlich waren wir ein Volk, Deutschland eben. Als die Grenzen zwischen Ost und West fielen, habe ich vor Freude geweint, und ich glaube damit stand ich nicht alleine! Plötzlich wendete sich das Blatt ins Negative: Die sonst liebenswerten DDR Bürger strömten ins Land, holten sich ihr Kopfgeld ab, woran ja nichts ehrenrühriges war. Nur war man genervt, wenn jeder Dritte dich auf der Straße mit den Worten „Kennse mir vielleischd saochn, wo’s hier Gopfjeld jibt?“, begrüßte. Damals war für uns Westdeutschen die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Fast jeder hatte seinen Job und verdiente nicht schlecht.
War Jemand arbeitslos, so hielt man ihn für eine faule Sau, auch speziell, weil man genügend Leute persönlich kannte, und die mit ihrem Arbeitslosengeld noch prahlten. Sie brachten nämlich mehr Kohle netto nach Hause, als wir, weil sie nebenbei noch schwarz pfuschten, und dafür in den Freibädern herumhingen.
Unsere Brüder und Schwestern aus dem Osten waren pfiffig und mit allen Wassern gewaschen: So holten sie sich in der Stadt A pro Kopf ihre 100 Mark ab, wobei sie auch die Ausweise von Frau, Kindern und Opa und Oma dabei hatten (die teilweise gar nicht mehr unter den Lebenden weilten).
Dann setzten sie sich in den Zug oder ihren Trabbi, fuhren 50 Kilometer zur Stadt B, und legten die Pässe vor. In Stadt C war es nur der Führerschein, der sie auswies, und ganz Unverfrorene versuchten das Gleiche noch mit Firmenkarten oder Sonstigem. So kamen schnell 1 – 2 Tausend Mark zusammen, und bevor die schwerfällige Bürokratie reagieren konnte, waren sie schon wieder weg.
Wer clever war, tat selbiges auch bei der Übernahme der Währungsreform, denn Geld hatten sie genug gespart, nur nie was für ihre Aluchips bekommen. Was sich rasch änderte.
Im Osten selbst stand der Westwagen längst in der Garage, während man nach außen hin immer noch den Trabbi benutzte. Ich rede hier nicht von grauer Theorie, sondern habe die Sache selbst erlebt, als ich 1990 die DDR (Entschuldigung: Die neuen Bundesländer) besuchte. Damals hielt man noch zusammen, wie Menschen das bei schlechten Zeiten eben immer tun, da waren Freundschaften noch echte Freundschaften. Aber auch diese zerbrach am neu gewonnenen Wohlstand.

Es kam noch schlimmer: Wie gefräßige Heuschrecken tauchten die Brüder und Schwestern bei ihren Verwandten im Westen auf, quartierten sich ein, fraßen den Kühlschrank leer, soffen die letzten Vorräte weg, und sahen den Besuch an, wie eine Hotelunterkunft. Da wurden weder Betten gemacht, noch mit abgeräumt oder gar abgespült. Sie blieben so lange, bis der Wessifamilie der Kragen platzte und höflich um das Besuchsende bettelten.
Nicht, dass unsere Ossis gewissenlos waren: Sie fühlten sich im Recht, schließlich mussten sie das entbehren, was im Westen nicht einmal unter Luxus angesehen wurde.
Auch im Urlaub führten sie sich auf, dass wir uns da schämen mussten. Kellner und andere Hotelangestellte wurden behandelt wie der letzte Dreck, Trinkgelder zahlten sie aus Prinzip nicht, und Abends wurde gesoffen, dass sich die Balken bogen, gegrölt, und die Einheimischen beleidigt. Beim Buffet luden sie sich die Teller nur vom Feinsten voll, und ließen schließlich die Hälfte davon stehen, vom Personal nur kopfschüttelnd quittiert.
Die wären froh gewesen, wenn ihre Familien zu Hause nur die Hälfte von den Abfällen zu essen bekommen hätten. Aber wer die Reste mit Heim nahm, musste um seinen Arbeitsplatz bangen.
Deutschland begann, sich über ihre neuen Mitbürger zu schämen...
Um mich nicht falsch zu interpretieren: Ich rede hier nicht von allen Neubürgern, sondern nur


Denk ich an Deutschland in der Nacht ...  (Seite 5 von 5)

von Jenen, die uns so schlecht weltweit dastehen ließen.
Dann schwappte eine Welle der Gewalt durch die neuen Bundesländer. Betrunkene, meist arbeitslose Jugendliche zogen lärmend durch die Strassen, pöbelten und hinterließen meist sichtbare Spuren der puren Lust am Zerstören...
All diese Ereignisse schufen Abneigung in den alten Bundesländern. Inzwischen zahlte man den Solidaritätszuschlag zwischen 50 und 100 Mark netto fehlten in der imaginären Lohntüte.
Das konnte man ja noch verschmerzen, aber dass nun wieder das Bild vom hässlichen Deutschen auftauchte – das war einfach zu viel. Und dann gleich die Frage: Wozu?
Damit dort Toilettenhäuschen aus Marmor entstanden? Sich abgeschobene Politiker wie ehemalige Könige fühlen durften? Alles für ein Volk, die mit der wieder gewonnenen Freiheit nichts anfangen konnte?
Die ganze Wahrheit war noch schlimmer: Die Opposition hatte gewarnt, Finanzexperten der Regierung schlugen die Hände über den Kopf zusammen. Aber Helmut Kohl, der bisher nur mit seiner schlechten Politik auffiel, wollte sich eben seinen Platz im Geschichtsbuch sichern: Kanzler der Wiedervereinigung!!!
Die ehemalige DDR hinterließ Produktionsstätten, die nur noch Schrottwert hatten, Auslandsschulden in Höhe von 180 Milliarden Deutschmark! Alleine der Rückzug der russischen Armee aus der ehemaligen DDR kostete zusätzliche 50 Milliarden....
Die Gesamtkosten inklusiv Soli: 1,5 Billionen Mark! Exakt der Betrag, der heute in den Kassen der ehemaligen BRD fehlt! „Blühende Landschaften“ hatte Kohl versprochen – fast 5 Millionen Arbeitslose hat Gesamtdeutschland, obwohl man fair sein muss, und davon etwa eine halbe Millionen abziehen sollte, denn die mit der Agenda 2010 und Hartz IV eingeleitete Maßnahmen führten dazu, dass auch ehemalige Sozialhilfeempfänger dazukamen...
Was man aber gar nicht wahr haben will.
Für den Bundesbürger hat die Rot – Grüne Koalition versagt. Schluss – Aus!
Ein Regierungswechsel muss unbedingt her – doch zu welchem Preis?
Eine starke Frau soll Kanzler werden! Doch was genau weiß man schon von Angela Merkel? Dass sie eine Pastorentochter war, hochintelligent, immer angepasst. Nur nicht auffallen. Wer in ihrer Geschichte recherchiert erfährt herzlich wenig. Diese Vergangenheit liegt schön gefärbt und verschleiert im Dunkeln. Bei den Stasi – Methoden der ex DDR war dies doch fast unmöglich! Politik gegen das damalige System? Kaum.
Lehrling von Helmut Kohl, Vasall. Rigoros nach Oben strebend, auf ihrem Weg lässt sie gefeuerte, fähige Politiker liegen, die ihr unbequem wurden. Mistet aus, was nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Und: Obwohl sie aus dem Osten kommt, mag man sie nicht in den neuen Bundesländern...
Sie verspricht eine Politik der Wahrheit, aber wer hat die als Erster verkündet? War das nicht dieser Gerhard Schröder, dem jetzt das Wasser bis zum Hals steht.
Diese Wahrheit sieht Steuer – Erleicherterungen vor – für Unternehmer. Eine Reform der Gesundheitssteuer, bei der Besserverdienende entlastet werden, aber der kleine Mann die Zeche zahlen muss!
Ist das die Alternative?
Edmund Stoiber mag sie nicht, sagt das unverhohlen. Eigentlich mag sie Keiner so richtig!
Ein Glücksfall für Deutschland? Wir werden es (leider) noch erleben. Doch genug davon.
Wir wollen da nicht einfach nur eine Hetzkampagne gegen die Schwarz – Gelben entfachen.
Sondern einfach nur auflisten, was da in der Vergangenheit passierte, warum unser Staat so abstürzen konnte, der einst als Modellstaat für den Wiederaufbau galt.
Bitte lest weiter im 2. Teil:

„Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“



Artikel drucken  -  Artikel einem Freund schicken  -  Inhalt-Magazin   -   zur Startseite

© 2005, www.allmaechd.com JHS-Verlag & hptools4free.net Michael Fischer
Impressum


nach oben