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16.12.2017 - 12:10 Uhr
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Artikel über Die 43. Bundesliga - Saison 2005/2006
Die Bundesliga – das sind 18 Fußballvereine, die in einer Hin – und Rückrunde gegeneinander spielen und den Besten unter allen 18 Vereinen zum Meister küren. Bei einem Sieg bekommt so eine Mannschaft drei Punkte, spielen sie unentschieden ist es nur ein Punkt. Die Mannschaft, welche die meisten Punkte erzielt wird Meister, Die drei Mannschaften mit den wenigsten Punkten müssen aus dieser Bundesliga absteigen, dafür rücken drei Teams aus der 2. Liga nach. Gespielt wird zweimal 45 Minuten, die durch eine Pause voneinander getrennt sind. Nach der Pause wechseln die Teams die Platzseite. Ziel des Spieles ist es natürlich, dass jede Mannschaft mit 10 Feldspielern und einem Torwart, mit einem runden Lederball (der inzwischen meist aus Kunststoff ist, der aber immer neu entwickelt wird und Millionen Euro an Entwicklungskosten verschlingt) soviel Tore wie möglich erzielt, denn wer mehr schießt als der Gegner, geht als Sieger vom Platz (beide Teams haben natürlich nur einen Ball). Ein meist schwarz gekleideter Mann rennt auch auf dem Spielfeld herum! Er hat eine Trillerpfeife und zwei Karten einstecken, und tut furchtbar wichtig. Er hat meist zwei Assistenten dabei, die außerhalb des Spielfeldes mit einer Fahne entlanglaufen, und diese hin und wieder heben. Diesen Vorgang nennt man sehr oft „Abseits“. Von den vielen tausend Zuschauern, die sich meist schreiend an diesem Spiel ergötzen, werden sie liebevoll mit dem Kosenamen „Blinder Hund“ bedacht. Damit der schwarz gekleidete Mitläufer, Schiedsrichter oder kurz „Schiri“ genannt, nicht beleidigt ist, hat auch er mehrere Kosenamen, meist nennt man ihn aber „Scharze Sau“!

Die Spieler selbst sind junge, vor Kraft strotzende Männer, die mit kurzen Hosen, T – Shirts und Kniestrümpfen bekleidet sind. Dabei tragen sie Turnschuhe, die aber verändert wurden. An ihren Sohlen sind da so spitze Stollen montiert, mit den sie besser laufen können, oder aber auch, sich gegen feindliche Spieler verteidigen zu können, den Anderen ein bisschen treten – was dem natürlich weh tut. Was wiederum dem „Schiri“ nicht gefällt, denn er pfeift dann mit seiner Trillerpfeife.

Je nach der Schwere des Delikts wackelt er mit dem Zeigefinger und schimpft den Spieler der da böse war. War er sehr böse, zeigt er ihm eine seiner schönen bunten Karten: Eine gelb, die andere rot. Zeigt er die gelbe Karte, muss der Spieler aufpassen, nicht noch eine während des Spieles zu sehen, denn dann zeigt die „scharze Sau“ ihm danach noch die Rote zur Belohnung, denn da darf er vom Platz gehen und duschen, was dem Spieler aber gar nicht gefällt. Noch weniger beliebt ist es,
wenn der Schiri gleich die rote Karte zeigt, denn da wird der Spieler nicht nur gleich des Feldes verwiesen, sondern muss auch ein paar Spiele lang aussetzen, und verdient in dieser Zeit kein Geld (wie lange, das entscheiden dann alte Männer, die sich DFB Funktionäre nennen). Doch zurück zum Spielfeld: Tut ein Spieler dem Anderen weh, nennt man das ein Faul. Das hat nichts mit seiner läuferischen und spielerischen Leistung zu tun, sondern kommt aus der englischen Sprache und heißt ursprünglich „Foul“. (Kann aber auch einen fränkischen Ursprung haben, jou wergli).

Nach diesen Aktionen bekommt auf alle Fälle die gegnerische Mannschaft den Ball und darf ihn treten, ohne dass er gestört wird. Passiert so ein Foul im Strafraum (da wo der Torwart wohnt), dann gibt es einen Elfer, wenn’ s ein Verteidiger war. Dann postiert sich ein gegnerischer Spieler vor dem Ball, der elf Meter vorm Torwart entfernt liegt. Er darf nicht angegangen werden, sondern schießt nach dem Signal des Pfeifenmannes den Ball auf Tor und Torwart. Trifft er in den Kasten, dann jubelt er und seine Mannschaft und manchmal auch die Zuschauer. Haut er den Ball daneben oder der Torwart kann ihn fangen, jubelt die andere Mannschaft und manchmal auch die Zuschauer. Der Spieler, der den Ball nicht ins Tor geschossen hat, wird dann meist von seinen Kollegen getröstet, obwohl sie ihn am liebsten verdreschen würden.

Der schwarze Mann darf entscheiden wie er will, auch wenn er nicht im Recht ist, hat er Recht. Das ist zwar ein Widerspruch, aber leider wahr! Oftmals kann er persönlich ein Spiel entscheiden, indem er falsche Entscheidungen trifft, sie falsch interpretiert oder wichtige Szenen gar nicht sieht. Manchmal bekommt er auch Geld von einem Verein, um dessen Mannschaft gewinnen zu lassen. Das darf er zwar nicht, aber auch bei „schwarzen Säuen“ gibt es oft „schwarze Schafe“, wer weiß das schon?

Besonders bei einer Regel blickt nicht mal mehr ein Experte durch: Das Abseits = ist quasi der Schiedsrichter – Joker, den er bei Bedarf zieht! Normal ist es der Tatbestand, wenn ein Spieler den Ball bekommt, obwohl er nur den Torwart vor sich hat. Klingt einfach? Aber Obacht: Bei der Ballabgabe seines Kollegen muss er noch einen gegnerischen Spieler vor sich haben...

Die Spieler selbst sind inzwischen selbstständige Unternehmer, die sich und ihr Können an einen Verein verkaufen. Früher war das anders: Da gehörte er dem Verein und konnte ohne seine Zustimmung verkauft werden. Wird er vorzeitig aus einem Vertrag herausgekauft, muss er zumindest einverstanden sein. Früher galt ein Spieler als teuer, der 500 000 Mark kostete. Heute bekommt man für so einen Betrag höchstens noch


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einen unbedarften Amateur. Der teuerste Spieler den in Deutschland der FC Bayern München einkaufte hieß Roy Makaay ( im Volksmund Rheuma – Kay)und kostete lächerliche 12 Millionen Euro. Die teuersten Spieler leisten sich zum Beispiel Real Madrid, dort zahlt man bis zu 50 Millionen...

Bundesligaspieler sind eben wie früher hochgemotzte Kampfmaschinen im alten Rom.

Moderne Gladiatoren, die sehr gut bezahlt werden und nicht nur aus Sklaven bestehen / bestanden, wie fälschlicherweise oft behauptet wird. Der einzige Unterschied: Fußballer müssen nicht um ihr Leben kämpfen. Allerdings sind sie je nach Konstitution mit 30 – 32 Jahren zu alt für ihren Job, denn danach sieht es für die meisten Spieler besch...eiden aus. Nichts gelernt, kaum Allgemeinwissen, oft matt in der Birne, dank Kopfballspiel. Gladiatoren im alten Rom starben, oder setzen sich als wohlhabende Männer zur Ruhe. Ihre Lebenserwartung lag auch durchschnittlich bei nur 30 – 32 Jahren. Wem geht oder ging es nun besser? Fußballer haben bis zu ihrem Abgang entweder genügend Scherflein zurückgelegt, um ein gesichertes Leben zu führen, manche aber haben die Kohle verzockt oder sind auf falsche Berater hereingefallen. Das sind dann arme Schweine...

Aber haben sie es anders verdient?
In ihrer aktiven Zeit sorgen sie für einen hochgradigen Unterhaltungswert. Hier geht es nur noch entfernt um Sport, hier ist Show und Action gefragt, Sensationen. Ein Fußballzirkus sozusagen.

Da diskutiert eine ganze Nation, wie schäbig der Nationaltorhüter mit seiner schwangeren Frau umspringt, die er mit einer jungen Discomaus betrügt.

Oder wo ein Jungnationalspieler fast in die Klapse kommt, weil er kein Selbstbewusstsein mehr hat, Depris schiebt, weil er sich nach dem Sinn des Lebens fragt, während ein anderer fast mit dem Leben ringt, obwohl er nur eine normale Angina hat. Showbiz halt. Es lebe der Sport...

Spätestens in zwei Jahren ist ein jeder noch so schlechter Kicker Millionär, ohne groß sparen zu müssen. Wozu das Alles? Um die Ehre des Vereins zu steigern - je mehr Meister man ist, desto mehr Trophäen im Schrank stehen, je höher ist das Ansehen. Vor allem müssen Vereine meines Wissens nach ihre Profite wieder in den Verein investieren. Was kaum passiert, denn die meisten sind hoffnungslos verschuldet.

Das kann dem Krösus der Bundesliga kaum passieren, denn der muss seine Kohle täglich umschaufeln wie Dagobert Duck. Mit ihrer Kohle kaufen sie sich die Topstars der Bundesliga zu
sammen (am liebsten von der schärfsten Konkurrenz um diese zu schwächen), oder stürzen so manchen Traditionsverein in den Abstieg zur 2. Liga.

Dafür ist der Fußballclub Bayern München einer der meistgehassten, aber gleichzeitig auch beliebteste Verein in der Liga. oder zumindest in der Europäischen Liga, der „Champions – League“ mitspielen zu können. Andere streben einen Platz im UEFA – Cup an, viele Tore zu schießen, zu gewinnen und in der Tabelle ganz vorne mit zu spielen. Einen Platz im gesicherten Mittelfeld an, die Bescheidensten wollen nur drin bleiben, denn nur in der 1. Bundesliga sind die Fleischtöpfe gefüllt, die Mannschaften der 2. Liga müssen da kleinere Brötchen backen…

Macht doch keinen Sinn das Ganze, oder? Stimmt – dafür lieben wir den Fußball eben.

Manchmal dürfen auch behinderte Spieler mitspielen, die nur einen linken oder rechten Fuß haben, oder nicht so gut sehen („wir fanden heute nicht zu unserem Spiel...“). Viele kennen sich auch mit der Abseitsregel nicht aus, wieder andere streicheln den Ball liebevoll mit der Hand, wobei sie dann mit dem Schiri Karten spielen dürfen. Ist der schwarze Mann gut gelaunt, zieht er eine gelbe Karte, wird er böse, dann zieht er eine Rote. Dann darf der Spieler vorzeitig zum Duschen gehen, aber die nächsten Spiele aussetzen. Das gefällt dem Trainer der Mannschaft aber nicht, weil ihm ein Mann auf dem Platz fehlt, und wenn er motzt, muss er von der Trainerbank auf die Tribüne gehen.

Aber sei’s drum: Die Zuschauer mögen diese Spiele und zahlen viel Geld um zusehen zu dürfen. Noch mehr Geld zahlen die Fernsehsender, die dann viel Geld von den Leuten verlangen, denen der Stadionbesuch zu teuer ist. Schon verrückt, gell?

Je weiter man nach Oben mitspielt, desto mehr Kohle fließt aufs Konto.

Heimlich, ganz heimlich, träumen alle von einem Überraschungscoup – als Außenseiter den Thron zu erobern. Das gelang dem FC Kaiserlautern, die mit dem Trainer Otto Rehhagel als Aufsteiger direkt Meister wurden, womit niemand gerechnet hatte. Die Kehrseite der Medaille: Der 1. FC Nürnberg schaffte es gar, als Meister im Jahr danach abzusteigen. Beide Beispiele sind eine von vielen Kuriositäten im Fußball.

Nicht selten wurde dann auch eine Mannschaft Meister, die vorher in der gesamten Saison nur Dritter, also Außenseiter waren. Aber wie heißt es


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so schön: Wenn sich Zwei streiten, freut sich der Dritte...

Doch schauen wir uns die einzelnen Mannschaften einmal an: Wir wollen Euch nun von der 43. Bundesliga – Saison berichten, also von der Spielzeit 2005 / 2006.

Dabei werdet Ihr jeweils zwei Prognosen lesen (Kicker + Bild = Paul Breitner, Fersehtrainer, der nie eine Mannschaft gecoacht hat, und anschließend einen kurzen Kommentar, was wirklich passierte… Viel Spaß damit!


BAYERN MÜNCHEN

ist der Krösus der Liga - 19 Meisterschaften, 12 Pokalsiege, ein Europa – Pokalsieg, vier Mal Europapokal der Landesmeister (wie die Königsklasse damals hieß) und 1996 Champions – League Gewinner. Dazu kommen zwei Weltpokalsiege, drei Superpokalsiege und fünf Liga – Pokalsiege. Seit 2002 eine Aktiengesellschaft. Seit der ehemalige Stürmer Uli Hoeneß das Management übernommen hat, rollt der Rubel und spült jährlich über 160 Millionen Euro in die Vereinskasse. Letzter Coup: Ein eigenes Stadion, welches er mit dem Konkurrenzverein TSV 1860 zum Großteil selbst finanzierte.

Verpflichtete 2004 den Trainer und früheren Weltklassespieler FELIX MAGATH, der von OTTMAR HITZFELD zwar eine intakte Mannschaft übernommen hatte, die aber zu satt war durch den Gewinn von drei Meisterschaften. Magaths Trainingsmethoden kamen zunächst nicht sehr gut an, aber als man schon am Neuen zweifelte, hatte er die Mannschaft im Griff und führte sie zum begehrten Double, das da Meisterschaft und Pokalsieg hieß. Nur das große Ziel, die europäische Krone, will seit 9 Jahren nicht mehr gelingen. Könnte mit seinen teueren und qualitativen Spielern durchaus eine eigene Nationalmannschaft stellen. Bei dem FC BAYERN kostet ein Spieler schon so viel, wie bei kleineren Bundesligisten das Saisonbudget !

Größter Fluch: Man erwartet von ihnen, dass sie Meister werden. Keine Mannschaft in Deutschland wird gleichermaßen geliebt und gehasst wie die Bayern...

Namhafte Zugänge für die neue Saison: Ismail (Werder Bremen) für 8 Millionen, und Lahm (an Stuttgart ausgeliehen). 13 Ausländer. Bilanz der letzten 10 Jahre: 6 Meisterschaften, 3
Mal Vizemeister, ein Mal Platz 3. Stehen in der Europäischen Top Ten Liste auf Platz 4.

PROGNOSEN: Der Bundestrainer der BILD – ZEITUNG, Paul Breitner meint dazu „in der Meisterschaft werden die Bayern die Nase vorne haben, in der Champions – League haben sie mit den Stürmern Pizarro und Guerrero Stürmer mit begrenzten Möglichkeiten, warum es Roque Santa Cruz bisher nicht schaffte, ist mir ohnehin ein Rätsel. Alles hängt von der Form Roy Makaay ab – ist der nicht gut drauf, werden sie in der CL kaum ins Finale vorstoßen können…“

KICKER: „Die Bayern sind das Maß aller Dinge. Nur ein physisch und mental überaus stabiler Konkurrent kann ihnen den Titel streitig machen…“

SO LIEF’s WIRKLICH:

Das erste Spiel der Münchner, ein Heimspiel in der neuen Allianz – Arena verlief standesgemäß gegen Borussia Mönchengladbach mit 3:0.

5:2 in Leverkusen, 3:0 gegen Hertha, 2:1 in Nürnberg, 1:0 gegen Hannover und ein 1: in Frankfurt. Sechs Spiele ungeschlagen – das war schon wieder Bundesligarekord.

Doch dann gab es beim hartnäckigsten Verfolger Hamburg eine 0.2 Klatsche.

Gegen Wolfsburg 2:0 und ein 1:1 bei den Schalkern. Abgerutscht auf den 2. Tabellenplatz, punktgleich mit Werder Bremen, die plötzlich mit Klose und Klasnic ein Traumduo im Sturm stellen.

Dafür trifft Roy Makkay nicht, auch kein Guerrorero. Das „ewige Talent“ Roque Santa Cruz spielt schlampig, unkonzentriert. Claudio Pizzaro trifft immer seltener…

4:0 gegen Duisburg, 2:1 in Köln, das 6 Punkte – Spiel gegen Bremen, man gewinnt 3:1.

2:1 in Bielefeld, 2:1 gegen Mainz. 0:0 in Stuttgart, 2:1 gegen Kaiserslautern, ein 2:1 in Dortmund.

Die Herbstmeisterschaft ist gesichert. 44 Punkte und ein ansehnliches Polster von 6 Punkten zum Zweiten, dem HSV. Die Bayern sind wieder auf Kurs…

Die Rückrunde beginnt am 27. Januar 2006 – und Bayern hat die Form halten können. Schweinsteiger ist zum absoluten Leistungsträger aufgestiegen, Deisler wird auch immer besser und Ballack schießt die entscheidenden Tore, nur Makkay trifft immer noch nicht.


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3:1 in Gladbach, 1:0 gegen Leverkusen. Ein 0:0 in Berlin. Acht Punkte Vorsprung auf Werder Bremen.

Gegen den Club 2:1, 1:1 in Hannover, 5:2 gegen Stuttgart. Och dann kommt der HSV nach München und man verliert erstmalig im eigenen Stadion mit 1:2. Wieder sind es die Hamburger, die sich langsam zum Angstgegner entwickeln. Dennoch: Der Abstand bleibt bei acht Punkten.

Ein 0:0 in Wolfsburg, ein 3:0 gegen Schalke.

3:1 in Duisburg, ein 2:2 gegen Köln.

Ein 0:3 in Bremen! Ein 2:0 gegen Bielefeld, 2:2 gegen Mainz. 3:1 gegen Stuttgart.

Doch das „Dream – Team“ schleppt sich nur noch mühsam über den Platz. Das AUS im Achtelfinale der Championsleague. Ein 1:1 in München und eine deftige Schlappe gegen AC Mailand mit 1:4 – eine Hinrichtung..

1:1 in Kaiserslautern – aber immer noch ein sechs – Punkte Polster gegen den HSV, sieben gegen Werder.

Gegen Dortmund ein 3:3 – nur noch Statistik.

Pokalsieg gegen St. Pauli…

Die 20. Meisterschaft, der 13. Pokalsieg – und erneut das Double.
Diese Erfolge wird kaum noch eine Mannschaft danach erreichen können!

Um die Torflaute künftig zu stoppen hat man für 10 Millionen Euro den Youngster Lukas Podolski von Köln gekauft. Der Poldi wird’ s schon richten…

75 Punkte (mit fünf Punkten Vorsprung), 67:32 Tore, trotz Torflaute der Stürmer. 22 Spiele gewonnen, 9 Unentschieden, nur drei Niederlagen. Diese Mannschaft gehört nicht in die Bundesliga, sondern in eine EUROPA – LIGA, die im ähnlichen Modus ausgetragen werden muss. Wer weiß???

SCHALKE 04

Sie waren in der Saison 2000 / 2001 bereits Meister – für 5 Minuten! Doch dann fiel in der letzten Minute der Ausgleichstreffer der Bayern, und stürzte den „Meister der Herzen“ mit nur einem Punkt
Vorsprung vom Thron.

Bitter!

Früher, ja früher da waren sie sieben Mal Meister gewesen, der „Schalker Kreisel“ eine Legende.

Gewannen vier Mal den deutschen Pokal. Wurden 1997 gar unter Trainer Huub Stevens UEFA – Pokalsieger. Doch nach Stevens Abgang nach Berlin lief es unrund in Gelsenkirchen. Selbst Trainerlegende JUPP HEYNCKES schaffte es nicht, die „Knappen“ wieder ganz nach Oben zu bringen. Ein ganz bescheidener Mittefeldplatz, mehr war nicht mehr drin. Bis Anfang Oktober der Mathematiklehrer RALF RANGNICK die Mannschaft übernahm. Unter seiner Regie wurde kaum noch ein Spiel verloren. Der Lohn: Vizemeister 2004 / 2005. Nur Der Pate, „The Godfather“ im Verein, Manager Rudi Assauer, opponierte gegen den intelligenten Smartie. Selbst ein ehemaliger verdienter Spieler aus bescheidenen Verhältnissen, der den großen Präsidentenklüngel im Verein beendete, legte sich quer, fühlt sich bei der Intelligenz des Trainers als Underdog.

Zwar konnte man mit Kevin Kuranyi einen Superstürmer verpflichten, nachdem Ailton nach Streit mit dem Trainer in die Türkei ging, aber gerade der ex – Stuttgarter hatte auch dort immer öfters Ladehemmung, als anstelle von Felix Magath der Feuerkopf Matthias Sammer die Mannschaft trainierte. Aber da sind ja noch Ebbe Sand, Gerald Asmoah und der Brasilianer Lincoln…

KICKER: „Von der Qualität her haben die Schalker draufgelegt, aber sie dürfen nicht zu oft nach München schielen, sondern werden sie wieder der ewige Zweite sein…“

P.B.:„Wenn die Leistungsträger nicht lange ausfallen, erreicht Schalke 04 erneut die Champions – League.“

SO LIEF’s WIRKLICH:

Machen wir es kurz und bündig. Schalke konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Da waren zunächst die Stürmer, allen voran Kevin Kuranyi, die allesamt Ladehemmungen mitbrachten. Mit 47 erzielten Toren waren sie die Schlechtesten bei 31 Gegentreffern. Dem Nationalstürmer hat diese Tatsache die Teilnahme an der WM 2006 gekostet.

Dann waren da die ständigen Querelen zwischen Rudi Assauer, dem Manager und Ralf Rangnick dem Trainer. Da der hemdsärmelige Assauer, der zwar teuere Davidoff Zigarren


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rauchte, aber den animalischen Proleten nie verstecken konnte. Für ihn war der Verein sein Zögling, sein Kunstwerk, dass er in harter Arbeit geschaffen hatte. Das neue Wunderstadion ging auf seine Kappe – und es finanzierte sich fast selbst.

Assauer war nicht nur Vorstandsmitglied und Manager – der Rudi war Schalke selbst.

Der Boss, vor dem alles zu kuschen hatte.

Dann war da Ralf Rangnick. Trainer, Professor der Mathematik. Ein Intellektueller, vor dessen Blicken sich der Rudi immer geärgert hat. Weil der ihm so unglaublich unterlegen war, geistig zumindest. Sich vom Manager nicht in seine Mannschaftsaufstellung reinreden ließ. Der Assauer betrachtete, wie einen Maulwurf, der da im Dreck buddelte und intrigierte.

Irgendwann hatte der Trainer die Schnauze voll, gab seinem Manager zu verstehen, dass er seinen Vertrag nicht mehr über die Saison hinaus verlängern würde. Unglaublich!

Das war der Rudi nicht gewohnt! Er war es doch sonst immer, der heuerte und feuerte…

Und was macht Rangnick, der doch seit seiner Verpflichtung erst wieder was aus den Knappen gemacht hat? Der rennt nach einem wichtigen Sieg ins Stadionrund und lässt sich von den Zuschauern feiern. Eine klare Provokation, ein Affront! Der wusste genau, was danach kommen würde: Die fristlose Kündigung nämlich. Die kam wie das Amen in der Kirche. Rangnick quittierte seinen Abgang mit einem verächtlichem Grinsen, denn er hatte sich soeben seine Rente gesichert…

Als das der Rudi endlich auf die Reihe bekommen hatte, war es zu spät und Rudi musste selbst den Hut freiwillig nehmen, denn sonst wäre er das Gespött der Leute geworden…

Für Rangnick kam sein Co – Trainer Mirko Slomka, ein in Deutschland geborener Jugoslawe. Der seine Sache auch nicht schlecht machte, aber Tabellenplatz 4 war eben doch nicht so ganz das Wahre.

61 Punkte in der Endabrechnung. 16 Spiele gewonnen, 13 Unentschieden und nur fünf Niederlagen. Wären nur die Hälfte der Unentschieden Siege gewesen: Dann hätte Schalke die Schüssel in die Luft gereckt.

Aber so ist’s nun Mal im Fußball…
WERDER BREMEN

Sie holten mit Otto Rehhagel zwei Meisterschaften, zwei Pokalsiege und ebenso drei Superpokal – Siege. Danach fiel man stark ab. Bis Thomas Schaaf, ein sehr ruhiger, bescheidener Mann die Mannschaft übernahm. In seine Dienstzeit fallen zwei Pokalsiege und völlig überraschend die Meisterschale 2004. Dabei hatte man Spieler mäßig immer wieder mit namhaften Spieler – Verkäufen leben müssen. Ob nun Rudi Völler, Torsten Frings oder Ailton – sie mussten schließlich ersetzt werden! Aber immer wieder gelingt ihnen das Kunststück, eine wirkliche Top Mannschaft zu sein. Diesmal verlor man Fabian Ernst und Valerien Ismail. Für diese neue Saison hat man aufgerüstet: Frings kam von den Bayern zurück, aus Bielefeld der Jung – Nationalspieler Patrick Owomoyela und von Kaiserslautern der einstige Goalgetter Miroslav Klose, der aber längst den Torriecher nebst Spitzigkeit verloren hatte.

KICKER: „ Werder hat zwar mit Klasnic, Klose und Valdez ein Trio, das für manche Tore gut ist, aber hinten werden sie die Abgänge Ismail und Ernst kaum verkraften können. Spielmacher Micoud schwankt zu oft zwischen Lust und Lustlosigkeit.“

P.B.; „Werder zählt zwar erneut zum Kreis der Titel – Herausforderer, Es hängt davon ab, wie die Umstrukturierung gelingt…“

UND SO LIEF’s WIRKLICH:

Sie gelang – die Umstrukturierung. Wieder hat es der ruhige Coach Thomas Schaaf, immerhin schon sieben Jahre Chef an der Weser, Verluste nicht nur auszugleichen, sondern fast völlig vergessen zu machen.

Die Rückkehr von Frings hat der Mannschaft gut getan. Und der Einkauf von Miroslav Klose, der in Kaiserslautern keinen Fuß mehr vor den Anderen setzen konnte, hat sich mehr als gelohnt. Wie Schaaf des fertig gebracht hat, aus einem völlig verunsicherten Stürmer wieder einen gefährlichen Goalgetter zu machen, wird wohl sein Geheimnis bleiben, aber Tatsache ist, dass Klose, der selbst bei Interviews früher so viel Worte herüberbrachte, als würde ein Drittklässler mit einem Zwei – Finger – Suchsystem eine Schreibmaschine zum ersten Mal zu bearbeiten…


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Heute ist der Miro zwar nicht zum Journalisten mutiert, aber er wirkt selbstsicher und sagt mehr denn je. Und er hat auch viel zu sagen:

Er erhielt von Klinsmann den Platz Kuranyi und wurde prompt Torschützenkönig der WM 2006.

Sein Sturmpartner Klasnic, auch von der Nationalität her ein Deutscher, dürfte bald nachrücken.

Doch nicht nur sie erzielten die Treffer, sondern die komplette Mannschaft. 79 Tore hat kein anderes Team in der Bundesliga erzielt. Mit 37 Gegentreffern stand auch die Abwehr nicht schlecht da.

Bayern – Verfolger Nummer 1 mit 21 gewonnenen Spielen, sieben Remis und sechs Niederlagen.

HERTHA BSC

War schon immer die launische Diva, und wurde nicht selten als alte Dame bezeichnet.

Früher ewiger Zweiter, rutschte man in den 70er Jahren in den Bundesliga – Skandal und wurde aus der 1. Liga verbannt. Erst in der Spielzeit 96 / 97 kehrte man zurück. Vater des Aufstiegs war unter anderem Manager Dieter Hoeneß, dem Bruder des Bayern – Managers. Die Leistungen schwankten zwischen Hui und Pfui, und oft war man dem Abstieg näher, als einem Platz an der Sonne. Kein Wunder, dass auch der Verschleiß an Trainern ziemlich groß war. Aber immer wieder bekamen sie im letzten Drittel der Spielzeiten plötzlich die Sache in den Griff und holten noch achtbare Platzierungen heraus. Am Ende einer Saison lagen sie dann meist auch unter den fünf Besten.

KICKER: „Findet Hertha jetzt noch einen starken Stürmer, ist vielleicht mehr drin als nur ein UEFA – Cup Platz“.

P.B.:„Dank der überragenden Klasse einzelner Spieler lösen die Berliner erneut das UEFA – Cup Ticket…“

UND SO LIEF’s WIRKLICH:

Die Hertha schrammte gerade Mal wieder an der begehrten UEFA CUP Teilnahme vorbei. Aber nicht nur knapp, sondern mit vier Punkten, belegte den 6. Platz. Dabei sollte doch alles besser werden!
Doch da war wieder der Brasilianer Marcelinho, der fast genial spielte, die Mannschaft mitreißen konnte, wenn es nicht gut lief. Oder selbst Tore „a la Tor des Monats“ erzielte. Erwischte er einen schlechten Tag, trabte er wirkungslos auf dem Spielfeld umher

Und steckte das Team mit seiner Lethargie an.

Er war der Star, der Superstar – und benahm sich auch dementsprechend.

Jetzt, zu Beginn der neuen Spielzeit, bei Trainingsstart standen alle Spieler auf dem Trainingsgelände, Alle bis auf den eigenwilligen Superstar.

Bereits zum vierten Mal hatte er seinen Sommerurlaub in Brasilien überzogen, weilte immer noch dort in sonnigen Gefilden und schickte nach Anfrage der Vereinsführung die Krankheitsmeldung seines Hausarztes, der ihn für nicht reisefähig erklärte.

Dieter Hoeneß kocht über vor Wut. Einstimmig beschloss man, den Brasilianer auszumustern, ein für alle Mal. Für ihn musste ein neuer Stürmer her. Doch dabei standen zwei Dinge im Wege: Kein Geld – und kein Stürmer auf dem Markt!

Zähneknirschend ließ man ihn spielen und erwischte wieder einen klassischen Fehlstart. So standen schließlich 12 Siegen auch 12 Unentschieden gegenüber, musste man 10 Niederlagen einstecken. Die Tordifferenz deckt es schonungslos auf:

52 Tore erzielt, 48 Tore kassiert. So konnte das kaum gut gehen. Was auch fehlt ist der Zusammenhalt, die Harmonie, das Wir – Gefühl. Dieses will Trainer Falco Götz nun intensivieren.

So hat man für die kommende Saison doch erneut neue, junge Spieler geholt, den Kader weiter verjüngt. Ein größeres Ziel hat man diesmal nicht im Visier. Im Vordergrund steht die Entwicklung der neuen Mannschaft.


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VfB STUTTGART

Die Schwaben haben schon viel erlebt: Meister in den Jahren 1950, 1952, 1984 und überraschend 1992, als man unter Christoph Daum plötzlich lachender Dritter war, sich die Schale noch quasi im letzten Moment völlig unerwartet sicherte. Mit dem Superpokal im gleichen Jahr noch einen Erfolg drauflegen konnte. (Weitere Pokalsiege 1954, 1958 und 1997)

Nur hatte man in Meyer – Vorfelder einen Präsidenten, dessen Fußballwissen nicht über den Rand eines Glases Wein reichte, und der sich als Politiker noch dazu fühlte, als ob er Gott gleich wäre.

So wurden im „Ländle“ die Trainer geheuert und gefeuert – und unter seinem Nachfolger Erwin Staudt alleine acht Trainer in den letzten 10 Jahren. Namen wie die Brüder Förster fallen da einem ein, Hansi Müller, Allgöwer, Guido Buchwald, Fritz Walter, Matthias Sammer. Das „Magische Dreieck“ unter Trainer „Yogi“ Löw, eine Torfabrik par Excellence: Fredi Bobic, Krassimir Balakov und Giovane Elber. Es ging fast immer rund. Man taumelte zwischen den Tabellenpositionen 4 und 11 hin und her, bis man im Jahr 2000 / 2001 dem Abstieg immer mehr nahe kam. Felix “Quälix“ Magath kam, und zeigte plötzlich menschliche Gefühle. Da kein Geld in der meist maroden Kasse war, feuerte man gar den Manager und trug auch diesen Job dem neuen Trainer auf. Magath handelte, setzte auf die Jugend und schuf eine Truppe, die Bundesweit mit Respekt als „die jungen Wilden“ gehandelt wurde. Der 20jährige Torwart Timo Hildebrand, inzwischen hinter Lehmann und Kahn im deutschen Tor die Nummer 3. Kevin Kuranyi, der Goalgetter, Aliaksandr Hleb, der die Fäden im Mittelfeld zog, Philip Lahm, eine Leihgabe der Bayern, der als Abwehrchef auf Angriff umschalten konnte. Die Mannschaft hatte ein markantes Gesicht, fand sich nach der ersten Saison unter Magath auf einen überraschenden 8. Platz wieder. Griff in den Jahren danach gar nach der Schale, war den allmächtigen Bayern stets auf den Fersen. Im Jahr danach landete man knapp auf dem 2. Platz der Tabelle. Wieder Querelen, die dazu beitrugen, dass Magath den Hut nahm und an die Isar wechselte.

Sein Nachfolger Matthias Sammer! Und der hatte schon den BVB in vier Jahren vom Meister zur mittelmäßigen Mannschaft geführt. Ausgerechnet der sollte es richten! Doch der ehemalige Weltklasse – Libero ließ auf Sicherheit spielen, der VfB rutschte auf den 4. Platz ab.

An seiner Stelle wurde jetzt Giovanni Trapattoni (plus Assistent Andreas Brehme) verpflichtet, der allerdings auch nicht gerade
als Offensivtrainer gilt. Größtes Manko: Lahm ging zu den Bayern zurück, Kuranyi wurde für knapp 7 Millionen an Schalke 04 verkauft, Hleb ging für 15 Millionen zu Arsenal London. Viel Geld in der Kasse, aber wenig Klasse…

KICKER: „Nur wenn es gelingt, die Abgänge zu ersetzen, reicht die Qualität für einen Platz im UEFA Cup.“ „Il Tesco („Der Deutsche“), der Maestro hat zwar 21 Trophäen gesammelt, aber er wird kaum von seiner Defensiv – Taktik etwas ändern. Einen Ersatz für die abgewanderte Achse wird er kaum finden. Er wird auch in der Bundesliga mauern!“ P.B.: „Ich befürchte doch, dass Trapattoni wieder auf seine Defensiv – Taktik zurückgreift, und nicht wie versprochen offensiv spielen lassen. Ich tippe auf einen Platz unterhalb der UEFA – Cup Ränge.“

SO LIEF’s WIRKLICH

Nach sechs Spieltagen hatten die einst so erfolgreichen Schwaben gerade Mal 3 Punkte auf dem Konto – und noch keinen Sieg eingefahren. Die Prognosen schienen einzutreten. Die Himmelsstürmer, vor drei Jahren noch knapp an der Meisterschaft dran gewesen, kehrten postwendend in die Zeiten zurück, bevor Magath durchgriff.

Dem neuen Trainergespann Trapattoni und Brehme konnte man (noch) nicht vorwerfen, die falsche Taktik zu spielen. Ich mag Sammer nicht. Für mich ist der Typ ein Sprücheklopfer, einer wie Lothar Matthäus.

Unter seiner Regie wurde die Mannschaft bereits unruhig, hatte keine Linie mehr im Spiel gehabt. Der Maestro aus Bella Italia versuchte mehrere Systeme, aber verunsicherte das Team damit noch mehr. Die Fans maulten, forderten seinen Rücktritt.

Hin und wieder kamen dann doch noch ein paar Siege zusammen und schon fühlte sich Trapattoni bestätigt, stand den Journalisten aber ziemlich feindselig gegenüber, denn obwohl er ja zwei Mal die Bayern trainiert hatte, sprach er plötzlich kein Wort deutsch mehr, ließ sich übersetzen.
Nach der Hinrunde lag der VfB zwar auf dem 6. Tabellenplatz, aber da standen nur 5 Siege im Haben, spielte man 10 Mal Remis und verlor zwei Spiele. Zu wenig für einen Verein, der nach den Sternen greifen wollte. „Il Tesco“ musste gehen, ebenso Andreas Brehme.

Für ihn kam der relativ junge Trainer Armin Veh, der lange Zeit die Fürther, und für sechs Monate Hansa Rostock trainiert hatte.


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Ihm ging es zunächst auch nicht besser, denn am Saisonschluss war man auf den 9. Tabellenplatz gerutscht, hatte es auch nur zu vier Siegen gereicht. Sechs Unentschieden und neun Niederlagen – erfolgreicher hatte das Team auch unter „Trap“ nicht gespielt…

BAYER LEVERKUSEN

Ist jene Mannschaft aus dem kleinen Stadion (knapp 23.000 Zuschauer Kapazität), die von der Bayer AG gesponsert, es doch schafften von der grauen Maus zum europäischen Spitzenclub zu avancieren. Der ehemalige Werksclub stieg 1979 in die höchste Spielklasse auf. Lange Jahre dümpelte man immer am Rande des Abstiegs dahin, bis Erich Ribbeck die Elf übernahm, und 1988 den Europäischen Pokal der Pokalsieger holte. Als einer der besten Stürmer war damals Cha Bum – Kun bei den Leverkusenern, der mit 17 Toren in der Saison auch Torschützenkönig wurde.

Danach verließ Erich Ribbeck den Verein und gleichzeitig stieg bei der ehemaligen Werkself ein Typ als Manager ein, der zu einer der schillernsten Figuren in der Bundesliga wurde: Rainer Calmund.
Als 1990 die Deutsche Grenze fiel, holte er als Erster Spieler aus der ehemaligen DDR Liga: Andreas Thom, Jens Melzig und Ulf Kirsten, den sie bald liebevoll „Die Schwatte“ nannten.
Doch Calmund gelangen noch mehr Coups:
Die Brasilianer Jorghino und Paulo Sergio.

Auch Bernd Schuster gesellte sich aus Spanien kommend, zum Verein wie auch der Torjäger Rudi Völler

1993 gewann man den Deutschen Pokal und versuchte mit der Rückkehr von Erich Ribbeck wieder zu mehr Erfolgen zu kommen, denn in der Bundesliga war man doch wieder ziemlich weit unten gelandet.

1997 holte man sich Christoph Daum als neuen Coach, der das Spielsystem rigoros umstellte und offensiv spielen ließ.

Unter seiner Leitung wurden vier bis dahin unbekannte Spieler verpflichtet, die aber voll einschlugen: Lucio, Emerson, Zé Roberto und Michael Ballack. Unter Daum wurde man zwei Mal Vizemeister und kam einmal auf Platz 3.

Dabei war man immer nur 2 oder 3 Punkte von den großen Bayern aus München entfernt…
Durch sein Motivationstalent wurde Daum gar zum Bundestrainer angestellt, wollte aber seinen Vier – Jahresvertrag noch erfüllen.

Dann kam es knüppeldick. Der Bayern Manager Ulli Hoeneß brachte den Stein ins Rollen, indem er Daum Verbindungen zur Rauschgiftszene vorwarf, gar behauptete, dass der neue Bundestrainer drogenabhängig wäre.

Was Christoph Daum nicht auf sich sitzen lassen wollte! Er unterzog sich einem freiwilligen Test, der zwar positiv ausfiel, aber doch als minimal galt, so dass er freigesprochen wurde. Dennoch: Weder der DFB wollte den Trainer mehr verpflichten, und ebenso wenig Bayer Leverkusen, da beide um ihren Ruf fürchteten. Von Rufmorden zermürbt und völlig frustriert nahm Daum für längere Zeit Urlaub in den USA, um danach sehr erfolgreich als Trainer für türkische Spitzenclubs zu arbeiten. Für ihn kam Berti Vogts, ehemaliger Bundestrainer, dessen Intermezzo allerdings nur eine Saison hielt.

Sein Nachfolger 2001 hieß Klaus Toppmöller, einst ein gefürchteter Goalgetter bei Kaiserlautern.
Mit ihm begann die erfolgreichste Ära der Mannschaft.

Von Juli 2001 bis Februar 2003 führte er Bayer
Nicht nur auf Platz 2 der Bundesliga, deren Meisterschaft in den letzten zwei Spielen verblasste. Auch im Pokal stand man im Finale und verlor erneut. In der Champions - League erreichte man ebenso das Finale gegen Real Madrid. Was knapp mit 1:2 verloren ging.
Der Meister der Herzen nannte man sie, aber auch den Ewigen Zweiten…
Das nagte am Selbstbewusstsein. Wie bei einem bösen Fluch klappte es auch in der Bundesliga nicht mehr: Mehr und mehr rutschte man in den Keller. Da brachte auch die Entlassung des Trainers nichts mehr, denn Assistenztrainer Hörster machte es auch nicht besser. Drei Spieltage vor dem Abstieg verpflichtete man überraschend Klaus Augenthaler, der gerade erst in Nürnberg gehen musste. Mit ihm rutschte Bayer zwar im ersten Spiel auf einen Abstiegsplatz, konnte aber im nächsten Spiel punkten.
Ähnlich ging es auch Nürnberg. Pikanterweise musste Beyer am letzten Spieltag in die Noris, wo „Auge“ förmlich aus dem Nichts ein Team geformt hatte, die sofort aufstieg, ein Jahr lang für Furore sorgte, um dann auch in Richtung Keller zu rutschen.


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„Ich hole uns da raus, denn die letzten drei Spiele gewinnen wir.“
Doch er durfte es nicht mehr.
Jetzt stand sein Club gegen den Neuen, Bayer Leverkusen. Augenthaler gewann und schickte seinen ex – Verein in die 2. Liga…

Am 30. Juni 2004 gab Rainer Calmund seinen Job als Manager auf.

Dafür kam für die Mannschaft der große Aufschwung: Man beendete die Saison mit dem 3. Platz, erreichte die Champions – League, scheiterte aber im Achtelfinale am späteren Gewinner Liverpool.

KICKER: „Nur wenn Bayer hellwach durch die Saison geht, ist das angestrebte Saisonziel, ein Platz unter den ersten Drei, zu erreichen.“

P.B.: “Bayer ist für mich nach Schalke der zweite Bayernverfolger, alles andere ist Tiefstapelei von Augenthaler. So hat er mit dem Sturmduo Berbatov und Voronin fast Tor – Garanten. Auch die Abwehr mit Juan, Roque Junior und Athirson sattelfeste Leute. Dazu Schneider und im Mittelfeld ein Talent wie Castro?“

UND SO LIEF’s WIRKLICH:

Die Einkäufe brachten’ s nicht mehr. Viel Geld für wenig Qualität. Anspruch und Wirklichkeit klafften zu sehr auseinander. Vielleicht auch der Grund, warum Calmund so überraschend das Handtuch geworfen hatte, denn jetzt machten sich die Fehler der Vergangenheit bemerkbar.
Mehr noch: Der beliebte Ex – Manager geriet in den Verdacht, dass mit schwarzer Kasse gearbeitet wurde, so mache Beträge in den Papieren gar nicht auftauchten.
Es roch nach Hinterziehung und Unterschlagung, und der kreis zog sich immer enger. Einem verdienten Spieler wie Nowotny wurde plötzlich gekündigt, mitgeteilt, dass der Verein künftig auf seine Mitwirkung verzichten könnte.
Erschwerend kam hinzu, dass im Team gar nichts lief. Zuviel Individualisten, kein Mannschaftsgefühl. Mit 2 Niederlagen und einem Remis plus einem Sieg war man nicht sehr gut gestartet, fand sich auf Platz 12 – zu wenig für eine Mannschaft, deren Ziel ein Platz unter den Besten Europas sein sollte.
Noch vor dem 5. Spieltag wurde Augenthaler völlig überraschend entlassen…
Obwohl er sich mit Händen und Füßen wehrte, musste Rudi Völler wieder ran, machte seinen Job aber nur einen Monat, holte in dieser Zeit sieben Punkte und hatte Beyer immerhin um vier Zähler auf Rang 8 geführt, obwohl er nur die Früchte seines Vorgängers geerntet, wie das nun meist so ist…
Als man für die Rückrunde schließlich Michael Skibbe verpflichtete, ging ein lautes Raunen durch die Fans. Ihm, immerhin offizieller DFB – Nationaltrainer unter Teamchef Rudi Völler, traute man den Job am wenigsten zu. Zu Unrecht: Er holte in der Rückrunde 41 Punkte und führte Leverkusen als Tabellen - Fünften in den UEFA Cup.

Nach der Superstar – Zeit hat man ausgemistet, in Leverkusen: Dietmar Berbatow, dessen Entwicklung einfach zu rasant erfolgte, alleine in dieser Gurkensaison noch 20 Tore erzielt hatte, war finanziell nicht mehr zu halten und wurde für 16 Millionen nach Tottenham verkauft.

Im Gegenzug holte man sich das junge Stürmertalent Stefan Kießling von Nürnberg für 5 Millionen, den Hamburger Barbarez (ablösefrei) und füllte den Kader mit eigenen Amateuren und Billig – Einkäufen.

Was übrigens Rainer Calmund betrifft: Der wurde in allen Belangen freigesprochen…

Borussia Dortmund

Ist der erfolgreichste Westverein Deutschlands. Noch vor der Einführung der Bundesliga holte man 1956 1957 und 1963 die Meisterschaft, wurde 1965 und 1996 Pokalsieger. Den Superpokal holte man 1989, 1995 und 1996. Als erste deutsche Mannschaft holte man sich 1966 den Europacup der Pokalsieger, gewann die Championsleague und den Weltpokal 1997.In der Bundesliga wurden die Borussen 1995 1996 und 2002 Deutscher Meister…

1972, nach 36 jähriger Zugehörigkeit in der höchsten Spielklasse musste man den bitteren Abstieg hinnehmen. Es sollte bis 1976 dauern, bis der Wiederaufstieg gelang – und da spielte man bereits seit zwei Jahren im neuen Westfalen – Stadion.

Doch sportlich wollte nicht viel gelingen, man dümpelte auf den hinteren Rängen und konnte sich 1982 nur mit einem Relegationsspiel gegen Fortuna Köln noch aus der Schlinge ziehen.

In diesen sechs Jahren verschliss man 10 Trainer und brachte den Verein fast in den Konkurs, denn in dieser Zeit hatten sich trotz


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eines Durchschnitts von 40.000 Zuschauern pro Heimspiel auf (damals) astronomische 8 Millionen DM geschaukelt.
Im Präsidium rollten Köpfe und nur der neue Präsident Dr. Rauball und sein Vize Dr. Niebaum schafften es, die begehrte Lizenz wieder zu bekommen.
1989 gewann man im Pokalfinale mit 4:1 gegen Werder Bremen.

Als 1991 schließlich der unbekannte Trainer Ottmar Hitzfeld von den Grashoppern Zürich verpflichtet wurde, sahen viele Fans ihre Borussia schon wieder in der 2. Liga! Das Gegenteil war der Fall:

Unter Hitzfeld entstand ein Team zwischen gestandenen Fußballern und jungen frischen Talenten, die es schafften, 1995 und 1996 die Meisterschale zu holen, den Bayern quasi die Butter vom Brot zu nehmen. Und Hitzfeld legte noch zwei nach: Den Gewinn der Champions – League und des Weltpokals 1997.

Ab 1998 war er neuer Cheftrainer bei Bayern München…
Seine Nachfolger Nevio Scala, Michael Skibbe, und Bernd Krauss versäumten es, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. So waren viele der Stars überaltert und auch die Nachwuchsarbeit wurde nicht sehr ernst genommen.
Erneut drohte der Abstieg! In höchster Not holte man sich Udo Lattek, den Grandseigneur der Fußball – Lehrer. Der schaffte es zumindest, die Borussia aus dem Keller auf den 14. Platz zu hieven.

Aber die Schulden waren erneut angewachsen. Im Oktober ging der Verein an die Börse und veräußerte 13,5 Millionen Aktien unter seinen Fans und Gönnern. Mit einem Kapital von 165 Millionen Mark war Borussia Dortmund plötzlich wieder der Krösus unter den Bundesligavereinen. Der Größenwahn griff um sich! So kaufte man nicht nur weltweit die besten Spieler ein, sondern genehmigte sich fürstliche Gehälter und Spesenkonten. Nach Lattek verpflichtete man den ehemaligen Ehemaligen Weltklasse Libero Matthias Sammer, der beim Verein Invalide wurde. Erfahren war Sammer gar nicht, es war schließlich sein erster Trainerjob, aber mit dem Spielerpotential und der ersten Begeisterung
holte er 2002 erneut die Meisterschale nach Dortmund.
Doch dann war Sand im Getriebe. Sammer bekam Probleme mit seinen teueren Stars, die als faule Millionäre von den Fans gnadenlos ausgepfiffen wurden. Gleichzeitig sank der Aktienkurs in schwindelnde Tiefen. Immer mehr Besitzer fühlten sich betrogen und ausgenutzt.

Die sportliche Talfahrt blieb nicht aus. Er musste 2004 seinen Hut nehmen und für Bert van Marwijk, einem Holländer Platz machen. Die Liga unkte von einem zweiten „Berti“, befürchtete Schlimmes. Doch der ruhige, besonnene Trainer schaffte es, mit jungen Talenten die inzwischen ausgemusterten Stars zu ersetzen…

KICKER: „Dortmund ist zuletzt wieder als Spitzenteam wahrgenommen wurden. Es wird sich um einen UEFA – Cup Platz bewerben. Nicht mehr und nicht weniger.“

P..B.: „Jedes Tor kann zum Überleben beitragen, jeder Gegentreffer die Existenz gefährden. Geht es sportlich nicht bergauf, drohen Verkäufe des Tafelsilbers, wie Rosicky, Koller, Metzfelder oder Kehl…“

UND SO LIEF’ s WIRKLICH:

Das Tafelsilber wurde weniger, richtig. Dabei brachte Koller aber keinen Cent in die inzwischen doch beruhigten Kassen. Dafür spart man viel Gehlalt, denn billig war der Zwei Meter Mann nicht gewesen. Aber sein Vertrag war abgelaufen. Dafür ließ sein Kollege Rosicky die Kasse klingeln: 9,7 Millionen Euro lie0en sich Arsenal den Tschechen kosten, der aber in Dortmund längst nicht mehr engagiert aufgetreten war. Da war die Motivation wohl flöten gegangen…
Ach ja – das Alles passierte ja erst nach der Saison. In der spielte man relativ gut, zwar nicht spektakulär, aber durchgehend mit konstanten Leistungen. Dennoch war viel von der Spiellaune der später veräußerten Superstars aus Tschechien abhängig, die doch zu oft unmotiviert übers Spielfeld trabten. Dafür gewannen Wörns und Kehl zu alten Stärken zurück. Auch Lars Ricken wusste wieder zu gefallen, den viele schon fast abgeschrieben hatten. Mit 11 Siegen, 13 Remis und 10 Niederlagen erreichte man bei 46 Punkten einen sicheren Platz im oberen Mittelfeld.
Platz 7 war das Endergebnis. Zum Cup fehlten drei Siege anstelle von drei Niederlagen…


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Dennoch: Nicht schlecht für ein Team welches bereits finanziell und sportlich für tot erklärt wurde…
Bleiben dem BVB die Zuschauer treu, so dürfte finanziell ohnehin bald wieder die Sonne scheinen! In Deutschland führen sie nämlich mit 1.146 099 Besuchern, was einen Schnitt Von 67 418 Zuschauern pro Heimspiel und einer Stadionauslastung von fast 83 Prozent entspricht.

Die Weichen für eine bessere, sportlich erfolgreichere Saison sind auch gestellt. Mal sehen, was daraus wird…

HAMBURGER SV

Die unterkühlten Nordlichter aus der reichen Hansestadt gründeten ihren HSV bereits im Jahr 1887.
1922 wurde man erstmals Deutscher Meister, verzichtete aber aus sportlichen Gründen damals auf den Titel: Im Endspiel stand man damals dem 1. F C Nürnberg, dem „Club“ gegenüber. Der Kampf endete mit einem Unentschieden, denn selbst in der Verlängerung konnte keine Mannschaft ein Tor erzielen. Das Los gab es noch nicht, und auch das Elfmeter – Schießen schon gleich gar nicht. So kämpfte man 208 (!!!) Minuten, bis der Schiri wegen einsetzender Dunkelheit das Spiel abpfiff. Auch das Wiederholungsspiel kannte keinen Sieger, obwohl der Club mit nur 7 Spielern auf dem Platz stand. Durch rote Karten und Verletzungen hatte er sich selbst dezimiert.

Aus - oder Einwechslungen gab es damals auch nicht. Nachdem sich ein weiterer Clubspieler verletzte wurde das Spiel abgebrochen und am Grünen Tisch der HSV zum Meister gekürt. Weil damals doch eine gewisse Sportlerehre noch galt, verzichtete man eben großzügig…
Nicht so auf die Titel danach. 1923,1928, 1960, 1979, 1982 und 1983.
Neben diesen sechs Meisterschaften holte man drei Mal den Pokal (1963, 1976,1987), und schaffte nach dem Europapokal der Pokalsieger 1977 auch den begehrten Cup der Landesmeister im Jahr 1983.
In der Bundesliga war der HSV nicht nur Gründungsmitglied, sondern als einziger Verein im Deutschen Fußball immer erstklassig, stieg nie ab. Zwar gab es Situationen, wo man am Abgrund stand, aber immer wieder gelang ihnen sich selbst wieder aus dem Sumpf zu ziehen.

Ende der 70er Jahre feierte der HSV seine bisher besten Jahre, purzelten die Erfolge nur so. Zunächst in der Person von Trainer Kuno Klötzer (Ritter Kuno).
Danach ausgelöst durch die Installation von Günter Netzer als Manager (der später zugab, keine Ahnung von diesem Metier gehabt zu haben), und der jugoslawische, autoritäre Trainer BRANKO ZEBEC schufen ein Team, wie es nur selten vorkam.
Von 1978 bis 1984 holte man dreimal die Schale ins Volksparkstadion. Dabei die Leistungsträgern Manni Kaltz, Felix Magath, Horst Hrubesch und wie sie alle hießen, kaufte man auch Franz Beckenbauer, der aus New York zurück, noch einmal in der Bundesliga spielen wollte.
Dabei stellte man einen bis dahin ungebrochenen Rekord auf: Vom 16. Januar 82 bis zum 29. Januar 1983 blieben die Hanseaten in 36 Bundesligaspielen hintereinander ungeschlagen!
Zebec musste damals frühzeitig gehen, weil er mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte.
Für ihn wurde ERNST HAPPEL, der österreichische Grantler geholt, der genauso autoritär wie sein Vorgänger war. Mit ihm gelang schließlich der große Coup, der Pokal der Landesmeister, sowie erneut eine Vizemeisterschaft in der Bundesliga. Im Jahr danach scheiterte man im Pokal der Landesmeister im Endspiel an Nottingham Forest, im Finale des UEFA Cup an IFK Göteburg und im Weltpokal an Gremio Porte Alegre.
Happel verließ schließlich den Verein aus gesundheitlichen Gründen und verdingte sich später als Nationaltrainer Österreichs, die unter seiner Regie ebenfalls aufblühte. Die Früchte seiner Arbeit konnte nicht mehr genießen – er verstarb an Lungenkrebs…
Beim HSC wechselten nun Trainer und Spieler wie die Unterhemden. Finanziell drohte man auch in ein tiefes Loch zu fallen, was man durch den Verkauf des besten Mannes, Thomas Doll an Lazio Rom, wieder schließen konnte.

Danach setzte eine unglaubliche Talfahrt ein, über einen 7.8. und 13. Rang kam man nicht mehr heraus. In der Not wurde gar das Wahrzeichen des Vereins als Präsident verpflichtet: Uwe Seeler, der mit seiner Geradlinigkeit und aufrechten Art den Verein verkörpert hatte, wie kein Zweiter. Als dieser jedoch merkte, in welchen Sumpf er da geraten war, warf er vorzeitig wieder das Handtuch. Diese Welt mit ihrer Heuchelei und Intrigen, war nicht sein Ding.
Auch die Trainer, ob sie jetzt Möhlmann, Pagelsdorf, Jara oder Toppmöller hießen,


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schafften es nicht das stolze Hansaschiff auf Kurs zu bringen. Wie schon einst Felix Magath als Retter in höchster Not geholt wurde, war es diesmal erneut ein ehemaliger Topspieler, der den HSV vor dem drohenden Abstieg in der Saison 2003 / 2004 mit einer beispiellosen Aufholjagd rettete: Thomas Doll.

Er erreichte noch den 8. Tabellenplatz. Die Saison danach erneut nur Rang 8, nachdem man auf der Zielgeraden eingebrochen war.
Zwei Jahre später wird dieser Tabellenplatz eine weitere Sensation abgeben – erreicht vom Lieblingsgegner der Hamburger.(Doch davon später).

KICKER: „Die Hälfte der vermeintlichen Stammelf verfügt über individuelle Klasse, die andere Hälfte besteht immer noch aus viel Mittelmaß. Bei optimalem Verlauf ist der UEFA – Cup drin, eine Platzierung zwischen fünf und acht ist realistisch.“

P.B.:“Da baut sich ein hohes „Hoch“ auf im Norden…“ *

UND SO LIEF’s WIRKLICH:

*Und Paul Breitner sollte Recht behalten, auch wenn ihn viele Leute als Fernsehkasperl bezeichnen. Nun, wir schließen uns da auch nicht aus, aber zumindest redet er nicht so geschwollen wie ein Matthäus oder auch ein Beckenbauer. Als Fußballer war er genial, als Mensch sperrig, ein Rebell.
Nur: einer Mannschaft hat der gute Paule nie trainiert, was ihn doch etwas ungläubig macht.
Habt ihr gewusst, dass er gar schon Bundestrainer war? Die Sache muss nach Ribbeck passiert sein, als der DFB keinen geeigneten Mann fand. Also bekam er einen Anruf vom DFB, sagte zu, drohte aber gleich damit, dass er da schon Sachen mit Funktionären ändern möchte und so…
Das versprach man ihm spontan, aber bekam dann wohl doch kalte Füße…
Danach gibt es verschiedene Aussagen: Manche sprechen von drei Tagen, Andere von Stunden. Tatsache aber war, dass der frühere, angebliche Maoist noch einen Anruf bekam, wo ihm der Job wieder gekündigt wurde.
Er selbst schweigt dazu, aber der Spieler, der mit der Note 1 seinen Trainerschein gemacht hatte, war der kürzeste Bundestrainer aller Zeiten!
Nur sollte er unbedingt in die Niederungen der Regionalligen heruntersteigen und wenigsten
einmal ein Team zu coachen – es würde ihn glaubwürdiger machen…

Zurück zum HSV

Endlich hatte Hamburg wieder ihren HSV, die Mannschaft, auf die man früher so stolz gewesen war. Lange Zeit war man in den unteren bis mittleren Gewässern herumgedümpelt, bis endlich Thomas Doll als großer Retter kam.
Erst führte er den Verein aus dem Tabellenkeller, schaffte noch Rang 8.
Dann wurde man in der nächsten Saison bereits schon 3. der Tabelle.
Zum erbitterten Bayern – Jäger neben der Hassliebe Werder Bremen. Übernahm kurzfristig die Spitze, als die Bayern plötzlich kränkelten. Doch dann fiel man wieder zurück, hielt aber immer an der Position 3 fest.
Mit 68 Punkten, 21 Siegen, 5 Remis und 8 Niederlagen holte man 53:30 Tore heraus…
Spielt um die Qualifikation zur Championsleague.

Für die neue Saison hat man das Team weiter verjüngt, Barbarez ließ man ziehen, für Van Buyten zahlten die Bayern 10 Millionen, gaben dafür aber ihren Nachwuchsstürmer Guerrero für 2,8 Millionen günstig ab. Da könnte sich zusammen mit dem ehemaligen Nationalspieler Benjamin Lauth ein interessantes Sturmduo bilden. Egal wie auch immer: Thomas Doll wird’ s schon richten…



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VfL WOLFSBURG

VW ist nicht nur der erfolgreichste Automobilhersteller Deutschlands, er leistet sich auch das teuere Hobby einer eigenen Fußballmannschaft, den Ortsansässigen Verein für Leibesübungen. Der Hintergrund ist und war klar: Langfristig eine erfolgreiche Mannschaft aufzubauen, die auch international für Qualität und Extraklasse stehen sollte und um als Werbeträger des Konzerns zu glänzen.


Gegründet wurde der Verein wohl als Letzter der bekannten Vereine: 1945
Neun Jahre später stieg er 1954 in die höchste Spielklasse auf. Gewogen und zu leicht empfunden dümpelte er bis 1959 in den unteren Regionen und stieg schließlich ab.
Acht Mal stand er am Saisonende als Meister der 2. Liga auf dem Treppchen, versagte aber regelmäßig in den Aufstiegsrunden.
So sollte es bis 1997 dauern, bis er in die Bundesliga zurückkehrte. Der Trainer hieß damals Willi Reimann.
Erst gefeiert, dann gefeuert wurde er nur nach knapp 6 Monaten, als man nicht mehr aus dem Keller der Tabelle zu kommen schien.
Sein Nachfolger Wolfgang Wolf rettete in höchster Not und etablierte das Team in fünf Jahren als festen Bestandteil der Liga. Obwohl der VW Konzern hohe Summen investierte, schaffte man es nie, aus dem Mittelmaß zu kommen. Wolfsburg blieb weiter eine graue Maus.
Anfang April 2003 verpflichtete man Jürgen Röber, der lange Jahre erfolgreich Herta BSC gecoacht hatte. Der kaufte zwar teuere Spieler ein, hatte aber den Mund zu voll genommen.
Seine Mission wurde nach 11 Monaten abrupt beendet.
Der belgische Trainer Erik Gerets, im Vorjahr als Trainer des Jahres gewählt, versuchte eine starke Crew aufzubauen und schaffte es gar, in der Spielzeit 2004 / 2005 ein Team zu basteln, welches in der Bundesliga aufhorchen lies. Lange Zeit stand Wolfsburg auf Platz 1 der Tabelle, bis zum Ende der Hinrunde den Akteuren die Luft auszugehen schien.
Man überwinterte auf Platz 4.
Doch das war’ s auch schon! Saft – und kraftlos schlich die Mannschaft über das Spielfeld und verlor immer mehr wertvolle Punkte. Erst später, nachdem er zum Saisonende kündigte, kam die Wahrheit in kleinen Scheibchen heraus: Die ständigen Querelen mit Manager Thomas Strunz (…“spielen mit so viel Kraft wie Flasche leer…“Trapattoni als Bayerntrainer), hatten ihn aufgerieben.
Für ihn kam Strunz – Kumpel Holger Fach, der schon drei Mal in Gladbach gescheitert war.
Mit ihm will Wolfsburg höhere Tabellenplätze erklimmen, nach dem die Leistungsträger D’ Alessandro und Petrov ausgeliehen oder verkauft wurden, weil sie angeblich das Klima im Team vergiftet hätten.

KICKER: „Wolfsburg – das war in den vergangenen Jahren das Sinnbild für oberes Mittelmaß. Der VfL wird sich auch diesmal schwer tun, diesen Ruf abzulegen.“

P.B.: „Nach dem Weggang D’ Alessandro und Petrov wird es für Jungtalent Mike Hanke nicht einfach, vorne zu bestehen. Problem: Wolfsburg ist für gute ausländische Spieler keine erstklassige Fußball – Adresse.“

UND SO LIEF’ s WIRKLICH:

Wenn auch Holger Fach vom „Fach“ war, lief es überhaupt nicht. Die Hoffnungen die vor ihm Eric Gerets geweckt hatte, zerstoben wie Schneeflocken.
Der 5. Tabellenplatz sollte es werden, doch nach der Hinrunde stand Wolfsburg auf Platz 12 der Tabelle, schlechter als je zuvor.
Endlich erkannte man in der VW Stadt, wo der faule Apfel lag – und machte ihn in Thomas Struntz aus. Den feuerte man gleichzeitig mit Holger Fach! Neuer Cheftrainer wurde – ebenso überraschend Klaus Augenthaler, der ja in Leverkusen ebenso überraschend gehen musste. Doch er kam nicht wie in Leverkusen, sah und siegte. Er stieß auf eine Mannschaft, die trotz Tabellensituation teilweise sehr arrogant war, nicht bereit, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Egal ob der neue Coach die Peitsche schwang, oder den (oft sehr teueren) Spielern Zucker in den Arsch blies: Sie wollten einfach nicht mitziehen…
Am vorletzten Spieltag stand man mehr als mit dem Rücken zur Wand. Augenthaler hatte ohnehin auf die Stars verzichtet, ließ vorwiegend mit jungen Talenten spielen.


Die 43. Bundesliga - Saison 2005/2006  (Seite 14 von 22)
33 Punkte hatte man auf dem Konto, der letzte Gegner, der FC Kaiserslautern, trainiert von Wolfgang Wolf, war auf unglaubliche 32 Punkte herangekommen, obwohl man vor Wolf als sicherer Abstiegsaspirant galt.
Wieder Wolf, wieder Augenthaler. Wieder ein wichtiges Entscheidungsspiel.
Die Teufel spielten gut, lagen in Führung, lauerten auf Konter. Doch da ist kamen erneut die Wölfe. Makiadi erzielt den umjubelten Ausgleich.
Das Spiel wogt hin und her, doch plötzlich ist der Argentinier Klimowisz da und trifft zu 2:1 für die Heimelf. Jubel in Wolfsburg! Dennoch macht der Youngster der Lauterer, Ziemer das 2:2. Es darf wieder gezittert werden.
Aber es bleibt beim Unentschieden. Wolfsburg bleibt in der 1. Liga. Lautern steigt zum zweiten Mal in seiner Geschichte ab. Bitter. Denn man war so nah dran!


Augenthaler hat aufgeräumt! Danach. No Mercy. Acht Spieler mussten gehen…
Und der VW Konzern hat noch einmal tief in den Säckel gegriffen: Sechs Mann für 3,6 Millionen. Damit will „Auge“ künftig das Projekt Spitzenplatz anpeilen.
Doch davon mehr beim nächsten Mal!!!

HANNOVER 96

Ebenfalls ein alter Traditionsverein, der mehr oder weniger durch Arroganz und Unfähigkeit der Vereinsführung durch alle Höhen und Tiefen ging.
Deutscher Meister 1938 und 1954, Pokalsieger 1962. Qualifizierte sich für die Bundesliga 1963 und blieb zehn Jahr in der höchsten Spielklasse.
Dort blieb man die graue Maus, und stieg 1996 gar in die Regionalliga ab. 1998 kehrte man zwar in die 2. Liga zurück, aber der Durchmarsch zur Elite gelang nicht.
Erst im Jahr 2001 gelang mit Trainer Ralf Rangnick (der Mathematikprofessor) die Rückkehr ins Oberhaus, Seitdem fand man sich immer in der Tabellenmitte wieder.
Aber der ehrgeizige Präsident will mehr: Sein Vorbild sind die Bayern aus München – und in dessen Regionen soll sich das Team künftig aufhalten. Als man sich 2004 erneut mehr nach unten orientieren musste, wurde Rangnick entlassen und für ihn Ewald Lienen geholt, der jetzt wieder viele Notizbücher voll schreiben kann…
Für die Saison 2005 / 2006 wurden 4,5 Millionen Euro in neue Spieler investiert.

KICKER: „96 erreicht seine offizielle Zielsetzung, Platz 7 bis 9. Für den UEFA – CUP reicht es nur, wenn die Konkurrenz sich überraschende Schwächen erlaubt.“

P.B.:“ Mit dem Einkauf von drei Stürmern müsste Lienen sein System des Konterspiels auf Offensive umstellen, ansonsten haben die Neueinkäufe keinen Sinn.“

UND SO LIEF’s WIRKLICH:

Man begann mit Trainer Ewald Lienen. Bei den Indianern hätte er vielleicht „Papyros Rectus“ geheißen: „ Der Mann, der während eines Fußballspielers ein dickes Buch voll schreibt…“
In der Tat: Soviel wie der gute Ewald Lienen hat noch niemand seine Notizen gemacht.

„Sei des Volkes Meinung angedacht – hat ihm, dem Mann es je zu was gebracht?
Er schrieb zwar viel in dieses Buch – doch am Ende, kurz davor, traf ihn der eignen Worte Fluch. So blieb – egal wie man es wendet – fast jedes Buch unvollendet…“
Ab Anfang November war’s mal wieder soweit, und Ewald konnte das Kapitel Hannover ad Acta legen. Ihn ereilte das Schicksal, als 96 nach 11 Spielen und 11 Punkten auf dem 12. Tabellenplatz stand. Gut, der Abstand zu den Abstiegsrängen war auf 2 Punkte geschmolzen, aber Alles in allem stand das Team nicht schlecht da…
Wunschtrainer war Peter Neururer, der mit Bochum im Jahr nach dem Aufstieg gar den Uefa Cup erreichte. Da wollte sie hin, die Vereinsführung. Dass Neururer im 3. Jahr sang und klanglos abgestiegen war mit Bochum, dass sahen die Herren nicht – oder wollten es nicht sehen.
Motivations – Peter bat sich Bedenkzeit aus, denn ein weiterer Bundesligist bemühte sich um seine Tätigkeit: Ein sehr bekannter, einst ruhmreicher Verein aus dem Süden…
Schließlich klappte die Liaison doch noch und die Ehe wurde geschlossen. Erfolgreich?
Nach Saisonabschluss stand Hannover 96 auf dem >?< jawohl: 12 Rang. Hatte 38 Punkte und war von einem Abschiedsrang noch 4 Punkte entfernt. Dolle Schow…


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FSV MAINZ 05

Mainz hat im Fußball noch nie eine tragende Rolle gespielt. Schien auch nie wichtig zu sein:
Da war der Fasching, „Mainz wie es singt und lacht“. Der Meenzer Handkees, in Zwiebeln, Essig und Öl angemacht. Lauter nette, freundliche und fröhliche Leute, lustig und immer gut gelaunt. Fußball?
Und wie! Denn bei Heimspielen ging es ähnlich zu, wie bei den Faschingsbällen. Humba Humba Täterä. Gaudi und Feiern bis zum Umfallen.
Sollten da etwa gar Ambitionen sein, eine erfolgreiche Mannschaft zu besitzen?
Doch, doch. Nie etwas Größeres gewonnen, aber doch ehrgeizig, der Zweitligist.
Neun Trainer in zehn Jahren verschlissen. Zweimal kurz am Bundesliga – Aufstieg vorbeigeschrammt. Und doch gefeiert und auf die nächste Saison gehofft.
In der Saison 2004 / 2005 hat es dann doch geklappt. Endlich!
Der Trainer: Jürgen Klopp, Jahrgang 67. Sympathisch, Energie geladen. Energie mit der man eine mittlere Kleinstadt versorgen könnte.
Er verkörpert Mainz 05, ist Mainz 05.
Kommentiert er ein paar Spiele der Nationalmannschaft, wollen ihn gleich 40 Prozent als neuen Bundestrainer haben…
Der Aufstieg ist unter Dach und Fug, jetzt kommt es darauf an, wie es weitergeht, nachdem man den sensationellen 11. Platz aus dem Stand geschafft hat, teilweise doch ein scharfer Wind um die Nase des sympathischen Trainers pfiff.

KICKER: „Das „verflixte“ zweite Jahr wird für Mainz nicht einfach. Am Ende haben die 05er , aber gute Chancen, mindestens drei Teams hinter sich zu lassen!“

P.B.; „Das man die Bundesliga nicht einfach gewinnt, indem man eine Treppe hoch hastet, haben die Mainzer schon erfahren. Wenn sie aber ruhig und besonnen Treppenstufe für Stufe nehmen, kann es doch wieder was werden.“

UND SO LIEF’ s WIRKLICH:

Nach 10 Spieltagen lag Mainz mit zwei Siegen und einem Remis auf Platz 16 der Tabelle.
Sieben Punkte – das war schon doch sehr happig. Aber (noch) herrschte Optimismus vor.
Springen wir ganz einfach und wahllos in den 20. Spieltag: Mainz hat sich vom Tabellenende und den Abstiegsplätzen entfernt, hat fünf Siege eingefahren und fünf Mal Unentschieden gespielt. Dem gegenüber stehen zehn Niederlagen. 20 Punkte und Rang 14. Vier Punkte Sicherheitsabstand…
Was war da geschehen? Nun, in der ersten Saison hatten die anderen Teams geglaubt, den „Karnevalsverein“ einfach so mit links zu schlagen. Heute sind sie gewarnt und vorsichtiger...
Das Feuer, welches Kopp bisher mental zünden konnte, wollte zunächst auch nicht so richtig lodern, mehr so ein Aufflackern.
Doch sehen wir weiter: 30. Spieltag – 7 – 9 – 14 > 30 Punkte, Position 14. Polster: 3 Punkte.
Zittern bis zum Schluss?
2:2 gegen Bayern München, 3:0 in Wolfsburg.
1:0 gegen Schalke!
Der letzte Spieltag: Ein 0:0 in Duisburg.
Mainz 05 bleibt drin. 38 Punkte und 11. der Tabelle. Na also, geht doch…

FC KAISERSLAUTERN

Die roten Teufel vom Betzenberg, wie sie genannt wurden, waren zu Hause im eigenen Stadion nahezu unschlagbar. Vor der Gründung der Bundesliga waren sie zweimal Deutscher Meister: 1951 und 1953. Im Jahr danach, beim „Wunder von Bern“, als Deutschland erstmals die Fußball – Weltmeisterschaft holte, standen fünf Lauterer in der Mannschaft Sepp Herbergers, bildeten das Gerüst des deutschen Teams.
Unvergessliche Namen wie Fritz und Ottmar Walter, Werner Liebrich, Horst Eckel und Werner Kohlmeyer. Nach Fritz Walter wurde auch das neue Stadion nach dessen Umbau getauft.
Lang, lang ist’ s her!
1963 war man Gründungsmitglied der neuen Eliteklasse, trat sportlich aber immer wieder auf der Stelle.
Das sollte sich 1991 ändern, als Karl Heinz Feldkamp am Betzenberg das Zepter schwang. Er holte mit dem Team das begehrte „Double“, also Meisterschaft und Pokalsieg (den man schon ein Jahr zuvor gewonnen hatte) Zu guter Letzt setzte er sich und seiner Mannschaft mit dem Gewinn des Superpokals selbst ein Denkmal.
Feldkamp ging und Friedel Rausch übernahm das Kommando.


Die 43. Bundesliga - Saison 2005/2006  (Seite 16 von 22)
Doch es ging permanent abwärts mit den Roten Teufeln.
Als sie 1996 die Bühne der Bundesliga verließen, holte man Trainer Otto Rehhagel, der gerade im Zorn dem FC Bayern den Krempel vor die Füße geworfen hatte.
Der versprach den sofortigen Wiederaufstieg und hielt Wort.
War es nur eine Bierlaune, als Rehhagel bei der Aufstiegsfeier lauthals verkündete: „In der nächsten Saison schlagen wir die Bayern und werden Bundesliga – Meister.“
Natürlich lachte man über den so euphorischen Trainer, doch als die nächste Saison beendet war, erinnerte man sich wieder an die Worte des Erfolgstrainers: Denn tatsächlich hatte der Aufsteiger in seiner ersten Spielzeit die Meisterschüssel geholt!!!
Ein Novum in der Geschichte der Bundesliga.
Auf dem Zenit seines Erfolges verließ Rehhagel die Mannschaft
Zudem kamen immer mehr finanzielle Probleme hinzu. Faktisch war der Club pleite, als der Schweizer René C. Jäggi Präsident wurde, und betteln ging. Andreas Brehme hatte inzwischen die Rolle des Cheftrainers inne. Seine Mission dauerte keine zwei Jahre, dann kämpfte man bereits erneut gegen den Abstieg. Für ihn kam der Belgier Erik Gerets, der von September 2002 bis Februar 2004 blieb und in seiner ersten Saison bis auf Rang 7 führte, dafür zum „Trainer des Jahres“ von Sportjournalisten gekürt. Stets war der Verein gezwungen, gute Spieler zu verkaufen. Für einen sinnvollen Ersatz jedoch war kein Geld da. Nach einem Streit mit Jäggi warf Gerets hin und wurde durch den Österreicher Kurt Jara ersetzt. Nachdem man nach einer Zittersaison gerade Mal 12. geworden ist, soll in der nächsten Saison mit Michael Henke (bisher nur als Co – Trainer bei Borussia Dortmund und Bayer München tätig) ein Neuanfang geschafft werden.

KICKER: „Der 1. FC Kaiserslautern steht wieder vor einer sehr schwierigen Saison. Aufs Neue drohen den Pfälzern Abstiegsängste. Läuft es wider Erwarten gut, ist ein sicherer Mittelfeldplatz drin.“

P.B.: „Wie will der Klub seine Fans zurückgewinnen? Bis vor ein paar Jahren konnten die Zuschauer am „Betze“ jede gegnerische Mannschaft niederwalzen. Sie waren der Einzige echte 12. Mann in der Bundesliga! Heute fühlen sich die Fans betrogen und verarscht
von Abkassierern und Abzockern. Die wichtigste Aufgabe von Trainer Henke besteht deshalb darin, Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Frei nach dem Motto: Wir reißen uns für Euch und den FC den Arsch auf…“

UND SO LIEF’ s WIRKLICH:

Trainer Michael Henke war lange Jahre Co – Trainer bei Ottmar Hitzfeld. Er will es wissen, ist ehrgeizig. In Kaiserslautern hat man aufgeräumt: Die teueren, satten Stars entlassen, neue, junge Spieler geholt. Die sollen es richten. Eine Gratwanderung mit ungewissem Ausgang.
Ligastart:
Die Roten Teufel verlieren zwar auf Schalke mit 1:2, spielen aber dennoch sehr ansehnlich.
5:3 gegen Duisburg, ein 3:2 in Köln. Das Selbstvertrauen wächst. Doch dann kommt der SV Werder ins Fritz Walter Stadion, deklassiert die Pfälzer mit 5:1. das tut weh, sehr weh!
In Bielefeld ein 0:0, aber zuhause wartet die nächste Klatsche: 0:2 gegen Mainz.
Ein 0:1 in Stuttgart, und gegen den HSV erneut daheim eine 0:3 Klatsche. Ein 3:3 gegen Dortmund, und erneut eine Heimniederlage.
Gladbach ist zu Gast und schlägt die Teufel mit 4:1, nimmt drei Punkte mit.
Nach 10 Spieltagen ist man mit 9 Punkten nur 15. > nur einen Zähler vom Abstieg entfernt.
Die Krönung folgt drei Spieltage später: Der Glubb aus Nürnberg kommt, und schickt die Roten Teufel in die Hölle: 1:3!
Jetzt sind sie da, wo auch die Franken sind: Im Bundesligakeller, den man doch vermeiden wollte. Und nicht nur das: Dank der schlechteren Tordifferenz hat man auch gleich die rote Laterne bekommen.
Henke braucht sich nicht mehr lange Gedanken darüber zu machen, denn am nächsten Spieltag sitzt ein Original Pfälzer Bub auf der Trainerbank: Wolfgang Wolf!
Ja war der nicht Cheftrainer beim Club? Doch, er war...
Ich merke es schon: Dramaturgisch steuern wir immer mehr auf eine Sensation zu. Doch davon später mehr…
Am 20. Spieltag liegen die Roten Teufel immer noch auf Platz 18, wenn auch in dieser Zeit fünf Punkte dazu gewonnen wurden. Aber zu wenig, um die Klasse zu erhalten. Wolf hat erneut umgebaut, viele junge Spieler zusätzlich integriert.
Wieder ist es ausgerechnet der Glubb, der den Aufwärtstrend stoppt: Er schlägt zu Hause die Roten mit 3:2, obwohl er bereits mit 1:2 hinten liegt. Das 3:2 besorgte wieder einmal Robert


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Vittek in der 87. Minute. Jubel in Franken, Trauer in der Pfalz. Rein rechnerisch haben die Clubberer das rettende Ufer erreicht, während Lautern auf einem Abstiegsplatz hängen bleibt. Trotz einem Sieg und drei Remis schafft es Kaiserslautern nicht, mit 33 Punkten die Klasse zu erhalten. Da muss der große Kollege der Roten Teufel die Finger im Spiel gehabt haben…
Zum zweiten Mal steigt der FC Kaiserslautern aus der Bundesliga ab, will aber mit Trainer Wolfgang Wolf nach der nächsten Spielzeit wieder zurück ins Oberhaus!!!

ARMINIA BIELEFELD

Die Arminen waren zwar die erfolgreichste Mannschaft Westfalens, aber die Gründer des Vereins waren vorwiegend Geschäftsleute aus dem nahen Holland, die in der ehemaligen Hauptstadt der Hemdenproduktion tätig waren. Heute stehen die Nähmaschinen still, die Produktionsstätten sind nahezu verwaist. Billigimporte aus Südost haben der Stadt die Hauptader abgetrennt.
Große Erfolge kann der Verein nicht nachweisen, da gab es weder eine gewonnene Meisterschaft noch einen Pokalsieg. Mehr eine graue Maus, die als einzigen Rekord sieben Aufstiege und sechs Abstiege vermelden kann!
Noch ein trauriger Rekord: Sie waren in ihrem 2. Bundesligajahr am damaligen Bestechungsskandal beteiligt, die direkt zurück in die 2. Liga führte. Schalke, Offenbach und Berlin waren dabei ihre Begleiter…
In der kommenden Saison werden sie bereits wieder als sicherer Absteiger gehandelt.
Da hat nicht nur Trainer Uwe Rapolder, Vater des überraschenden Erfolges, den Verein in Richtung Köln verlassen, sondern auch Neu - Nationalspieler Owomoyela, Buckley und Skela wechselten den Verein. Auch wenn
Man in der Rückrunde vom sicheren Mittelfeld bis zu Rang 14 abrutschte, waren sie nie Abstiegs – gefährdet

KICKER: „Arminia bleibt ein Abstiegskandidat. Nur wenn das Team Rüdiger Kaufs langfristigen Ausfall mannschaftlich geschlossen bleibt, gelingt der Klassenerhalt.“

P.B.:“ Das kann bitter werden! Nur wenn Trainer von Heesen die Situation richtig abschätzt, dass man vom ersten Spiel an gegen den Abstieg spielen muss, könnte es noch mal klappen.“

UND SO LIEF’ s WIRKLICH:
Neben den Aufsteigern, die fast automatisch als Absteiger gelten, zählte auch Bielefeld zu diesem nicht gerade erleuchtenden Zirkel.
Dem jungen Trainer Thomas von Heesen traute man nicht unbedingt zu. Viele hielten ihn für zu unerfahren. Und da war noch der Streit mit dem Vorstand, denn Von Heesen hatte aufbegehrt zu wenig Kompetenzen zu haben.
So coachte er von Anfang an mit dem Damoklesschwert über dem Haupt.
Aber trotz zahlreicher Spielerverkäufe biss er sich durch.
Als seine Jungs nach 34 Spieltagen mit 37 Punkten auf Tabellenplatz 13 standen, waren die Früchte seiner Arbeit erfolgreich eingefahren. 10 Siege und sieben Unentschieden standen 17 Niederlagen gegenüber, aber er hatte es auch geschafft, einer der wenigen Trainer zu sein, die nicht während der Saison den Hut nehmen mussten.
Vielleicht sind jetzt mehr Mittel vorhanden, um ein paar wirklich gute Spieler dazu zu holen…

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH

Sechs Meisterschaften( 1970,71,75,76 und 77), drei Pokalsiege 1960, 73 und 1995. Superpokalsieger 1977, Uefa Cup Sieger 1975 und 1979.

Dass nahezu alle Erfolge in die 70-er Jahre fielen hat schon seine besonderen Gründe: Sie war eng verbunden mit der Person der Trainer Ikone Hennes Weisweiler. Der immer griesgrämig wirkende Fußballlehrer übernahm seine Tätigkeit 1964 und schaffte es, mit jungen, unbekannten Spielern 1965 erstmal in die Bundesliga aufzusteigen. Mit den Gladbachern stieg damals noch ein Verein auf, der zusammen mit den „Mönchen“ das folgende Jahrzehnt und darüber hinaus dominieren sollten: Der FC Bayern München.
Schon damals allerdings war Bayern immer der reichere Verein gewesen, der sich im Gegensatz zum Arbeiterverein 1860 München durch eine Vielzahl von Mäzenen und Spenden aus dem Hochadel der Wirtschaft auf ganz anderen Ebenen bewegen konnte.
Auch die Gladbacher waren auf jede müde Mark angewiesen und stellten ihr Spielerpotential danach ein. Wie die meisten Vereine lebten sie letztlich vom Verkauf von Spielern, die sie aufgebaut hatten, aber finanziell kaum mehr halten konnten. Für viele Vereine die


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einzige Einnahmequelle und oft auch das sportliche „Aus“, denn Talente wuchsen damals schon nicht auf Bäumen und mussten erst aufgebaut werden…
Weisweiler hatte das Näschen, das Händchen und das psycholgische Kow How, aus Nobodys Fußballgrößen zu zimmern…


Fußball – Deutschland liebte die jungen Wilden aus Gladbach, die so unbekümmerten Offensivfußball spielte, dass einem das Herz im Leib lachte.
Die Fohlen machten aber auch ihrem Namen volle Ehre, so dass Weisweiler oft bremsen musste, denn was nutzte ein Supersturm, wenn die Abwehr versagte und man mehr Tore einfing, als man selbst erzielte?
1970 schließlich wurde das Team Deutscher Meister – und wiederholte dieses Kunststück ein Jahr später – damals übrigens ein Rekord, denn nie hatte ein Verein in zwei Spielzeiten die Meisterschaft gewonnen!
Doch es lag nicht alleine an Weisweiler, sondern auch am umsichtigen Manager Günter Grashoff, der von 1966 bis 1991 den Trainer optimal ergänzte.
In der Saison 72 / 73, im Pokal der Landesmeister, kam Inter Mailand als Gegner zum Bökelberg.
Man schrieb den 20. Oktober 1972. An diesem Abend sah fast ganz Deutschland via TV das Spiel live. Ein Spiel welches man nie wieder vergaß!
Die Fohlen hatten sich in einen wahren Rausch geschlagen und die italienische Legende mit 7:1 in Grund und Boden gespielt.
Der Spieler aus dem Süden, Roberto Bonisegna wird von einer leeren Getränkedose getroffen und fällt um, als hätte ihn ein Blitz niedergestreckt! Wird spektakulär mit der Bahre vom Platz getragen und ausgewechselt, läuft später aber wieder sehr lebendig herum…


Dennoch wird den Borussen das 7:1 aberkannt und muss laut Uefa wiederholt werden.
In Gladbach stirbt der Glaube an Gerechtigkeit und Ehrlichkeit…
Auch die Spieler raffen’s nicht, sind zutiefst deprimiert.
Erinnern sich wieder an 1970, als ihr Tor nach einer Attacke der Bremer in sich zusammentraf und man trotz Sieg diesen wieder aberkannt bekam, weil man keinen rechtzeitigen Ersatz besorgen konnte…
Beim Wiederholungsspiel gegen Inter Mailand in Berlin erreichte man nur ein 0:0, und schied aus, weil das erste Spiel in Mailand mit 2:4 verloren ging.

Zwei Jahre später stand Borussia im Endspiel gegen den FC Liverpool, diesmal im UERFA
Cup Wettbewerb. Doch auch da scheiterte man an einem Spielabbruchs wegen Regens, und in der Wiederholung mit 0:3!
Damals spielten für Gladbach Kleff, Netzer, Vogts, Bonhof, Michalik, Danner, Wimmer,(Köppel) Kulik, Jensen, Rupp, Simonsen und Josef (Jupp) Heynckes. Im Rückspiel gewann man zwar mit 2:0 aber es reichte doch nicht.

Auch in der Meisterschaft klappte nicht alles am Schnürchen, rückte in weite Ferne. Nachdem Günter Netzer bei Real Madrid unterschrieben hatte, schien die Mannschaft wie gelähmt, spielte mit Blei in den Beinen.
Dafür erreichte man das Endspiel um den Deutschen Pokalsieg.
Griesgrämig wie immer, verzichtete Hennes Weisweiler auf den Einsatz des genialen Regisseurs, den auch er als Wurzel allen Übels ausfindig gemacht hatte.
Gegner war der FC Köln, die launische Diva vom Rhein. Doch diesmal mussten die Gladbacher alles in die Waagschalle werfen um gegen Köln einigermaßen bestehen zu können. Das Spiel endete mit 1:1 und ging in die Verlängerung. Noch immer saß Günter Netzer auf der Bank.
Das Match wogte hin und her und wäre vermutlich nur per Elfmeter – Schießen entschieden worden, als Netzer für ein Novum sorgte: Er sprang von der Bank auf, legte den Trainingsanzug ab und wechselte sich vor den verdutzten Augen seines Trainers selbst ein.
Erster Ballkontakt. Netzer lässt einen Verteidiger stehen, den Nächsten, den Dritten.
Zieht voll ab – und das Ding zappelt im Netz.
Kurz darauf der Schlusspfiff. Gladbach gewinnt mit 2:1 seinen zweiten Pokalsieg.
Jubel. Der Trainer geht auf Netzer zu, schreit in lauthals an – und nimmt ihn in den Arm. Beide umarmen sich. Ein Fußball – Märchen…
Schon zwei Jahre später steht Gladbach erneut in einem Finale. Wieder im Uefa Europa. Gegner ist diesmal der VfL Twente Enschede. Dort spielt man zwar unentschieden 0:0, aber im Rückspiel schlägt man die europäische Spitzenmannschaft mit 5:1!!!
Und setzt noch Einen drauf: Wird im gleichen Jahr nur drei Wochen später zum 3. Mal Deutscher Fußball – Meister.
Danach jedoch verlässt der Erfolgstrainer nach 9 Jahren den Verein und geht zum FC Köln.
In Gladbach wird als neuer Mann der ehemalige Münchner Erfolgstrainer Udo Lattek verpflichtet.


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Wieder werden die Fohlen aus Gladbach im Europapokal der Landesmeister benachteiligt.
Man spielt gegen Real Madrid zu Hause nur 2:2. Im Rückspiel gegen die Königlichen (mit Günter Netzer und Paul Breitner) werden den Borussen zwei glasklare Tore verweigert. Wonach Real mit 1:1 weiterkommt.
Dafür haben sie erneut in der Meisterschaft die Nase vorn und holen den 4. Titel.

Anfang der neuen Saison schlagen sie im Supercup (damals noch ein inoffizieller Wettstreit, den die Vereine unter sich ausmachten) Pokalsieger Hamburger SV und gewinnen auch diese Trophäe…

Im Pokal der Landessieger scheitern sie jedoch erneut im Endspiel, das der FC Liverpool mit 3:1 für sich entscheidet.

Dafür holte man sich nach 1977 den Hattrick – die dritte Deutsche Meisterschaft hintereinander!
Die Mannschaft hatte damals folgendes Gesicht: Kneib, Vogts, Wittkamp, Schäffer, Klinkhammer, Bonhof, Wohlers, Hannes, Stielike, Wimmer, Kulik, Simonsen und Heynckes.

Im folgenden Jahr lief es nicht sonderlich gut, aber die 4. Meisterschaft hintereinander verpasste man nur knapp.
Am Ende hatte der FC Köln die Nase vorn. Soweit wir es in Erinnerung haben, hieß deren Trainer Hennes Weisweiler…

Dafür braute sich in Gladbach etwas zusammen: Da ging nicht nur Lattek, sondern auch der langjährige Manager Günter „Don“ Grashoff.
Ein komplett neuer Vorstand wurde gewählt.
Und die planten als Erstes ein neues, supertolles Stadion. Das dies aber sehr superteuer werden würde, tat man mit einer lässigen Handbewegung ab. Schließlich war die Mannschaft erfolgreich genug, oder?
Sie sollten (vorerst) Recht behalten.

1979 / 1980 im Mai holte man sich gegen Roter Stern Belgrad den UEFA – Cup Titel.
Ausgerechnet Verteidiger Berti Vogts, den sie alle Terrier nannten, warnte: „Seht euch diesen Pokal genau an! Das wir für lange, lange Zeit die letzte Trophäe sein, die wir holen können.“
Damals lachten sie über den kleinen eifrigen Mann, dessen Zeit auch inzwischen gekommen war…

Trotz, oder vielleicht wegen des Trainers Jupp Heynckes konnte der Sturz in die untere Mittelmäßigkeit noch vermieden werden.
Doch als er ging und Möchtegern Trainer und Manager den Verein in die unteren Regionen
führten, weiß man erst, welch verfressenes Monster diese Bundesliga doch geworden war.
Daran konnte auch der Pokalsieg 1990 nicht mehr viel ändern und auch kein Luxusstadion wie der neue Borussia Park. Noch hatte man einen klangvollen Namen, zog Talente an, konnte diese aber kaum halten. Prominente
Spieler, deren Zenit längst vorbei war, verkauften sich für gutes Geld, aber die Geschicke des Vereins waren ihnen egal.
Ein Bild, wie man es überall in der Liga antrifft.
So kam nach einem kleinen Zwischenhoch in der Saison 95 / 96, wo man noch den 4. Rang erreichte, die Mittelmäßigkeit.
Langsam aber unaufhaltsam taumelte die einst so stolze Borussia dem Abstieg entgegen, der 99 dann doch erfolgte…
In der Person von Hans Meyer, dem erfahrenen Trainer, der neben zahlreichen Ostklubs auch Twente Enschede zur Meisterschaft geführt hatte, kehrte der Erfolg zurück. In der Spielzeit 2000 / 2001, nach nur zwei Jahren, führte er Gladbach in die Eliteklasse zurück. In seine Zeit fiel auch das 100-jährige Jubiläum des Vereins, sowie das

Debüt im neuen Stadion Borussia Park, dass mit fast 55.000 Zuschauern 150 Prozent mehr an Zuschauerkapazitäten bedeutete.
Als er auch im zweiten Jahr der Rückkehr ziemlich weit abrutschte, pfiffen bereits die ersten Fans und skandierten mit „Meyer raus“ Rufen. Erst als Retter gefeiert, und jetzt Pfiffe gegen ihn? Das ließ sich der alte Haudegen nicht gefallen. Auch wenn die Vereinsführung voll hinter ihm stand (was allerdings meist keinen Pfifferling wert ist), kündigte Meyer mit sofortiger Wirkung, um sich ins Privatleben zurück zu ziehen. Doch egal ob Ewald Lienen, Holger Fach oder der arrogante Holländer Dirk Advocaat – auch dieses Trio kam über einen 11. Platz nicht mehr nach oben. Im Gegenteil: Ende 2004 / 05 sprang Interimstrainer Horst Köppel ein, um die Gladbacher vor einem erneuten Abstieg zu retten…

KICKER: „Spielt der Kader nicht wieder eine Saison lang unter Normalform und knüpft an den Teamgeist der Saison – Endphase an, ist ein Platz um Rang 12 möglich. Sonst droht erneut Abstiegskampf.“

P.B.: „ Kehrt mit Köppel endlich Ruhe ein, nach dem chaotischen Advocaat? Junge Spieler mit Perspektiven sind da. Auf Neuville oder Elber würde ich nicht so viel setzen, denn niemand weiß, wie lange und ob sie sich den Schwung vergangener Jahre bewahren können.“


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UND SO LIEF’ s WIRKLICH:

Die Saison zuvor war nicht das Gelbe vom Ei!
Gerade noch dem Abstieg entronnen, so was wollte man nicht mehr erleben!
Die Fans auch nicht, denn die machten voll auf Optimismus: 23.500 Dauerkarten abgesetzt, soviel wie in den goldenen Zeiten!
Viel Vertrauen für den ehemaligen Stürmer und jetzigen Cheftrainer Horst Köppel, der erst im April den Holländer Advocaat abgelöst hatte. Zum Dank für das Vertrauen im letzten Moment die Kurve kriegte.
Schuld daran lag auch bei den vielen Verletzungen, die Ziege, Böhme, Sonk, Neuville und Giovanne Elber betrafen. Wieder fit, haben sie (obwohl der Kader doch stark ausgedünnt wurde) mit zwei Dänen und einem Brasilianer doch ernsthafte Konkurrenz bekommen. Doch gerade mit Elber hat Köppel nicht die beste Beziehung. Da prallen zwei Charaktere zusammen, dass es nur so funkt…
Trotz einer deftigen Klatsche am ersten Spieltag (man verlor gegen die Bayern in München mit 0:3), stand man mit 18 Punkten und 10 Spieltagen auf dem 5. Tabellenplatz…
Man überwinterte auf Rang 7, war nur einen Punkt vom Uefa Platz entfernt und guter Dinge.
Dann kam plötzlich der Schlendrian ins Spielgefüge. Die fristlose Kündigung und die Streitigkeiten zwischen Elber und dem Trainer im Vorfeld, gingen doch an die Substanz.
Mit dem 10 Rang, 42 Punkten, 10 Siegen, 12 Remis und 12 Niederlagen beendete man eine Saison, die doch für die Zukunft viel mehr versprach.
Um so überraschender die Kündigung, oder ausgebliebene Verlängerung des Vertrages mit
Horst Köppel! Sicher: Hin und wieder hatten die Fans gepfiffen. Warf man Köppel taktische Fehler vor. Den Ausschlag aber gab wohl die Tatsache, dass der kleine Trainer nicht unbedingt Publicity – like war, sich auf diesem Parkett nicht gerade gerne bewegte.

An seine Stelle tritt in der nächsten Spielzeit der Weltmann, der bereits 152 Tore für Borussia Mönchengladbach erzielte: Josef „Jupp“ Heynckes.
ABSTEIGER

Für den VfL BOCHUM, den einst „Unabsteigbaren“ war 2005 endgültig Schluss. Nach drei Jahren in denen sie gar die UEFA CUP Teilnahme schafften, ging es erneut in den Keller. Der sympathische Peter Neururer wurde entlassen, obwohl die Fans für ihn votierten.

Der FC HANSA ROSTOCK war seit der Wende 15 Jahre lang Bundesligist, sah viele Trainer und Spieler und mogelte sich eigentlich nur so durch.

Dafür schwankte der FC FREIBURG immer zwischen Himmel und Hölle. Ein kleines Stadion, wenig Mäzene, da wenig Industrie. Aber immer wieder fand man junge Talente und günstige Spieler, die je nachdem den Kader verstärkten oder aber auch leider schwächten. Dazu hat der Verein den mit Abstand am längsten verpflichteten Trainer: Volker Finke ist seit 1991 Cheftrainer bei den Breisgauern. Wetten, dass Freiburg in ein, zwei Jahren wieder in der Bundesliga auftaucht?

AUFSTEIGER

Der 1.FC KÖLN ist einer der großen Traditionsvereine der Bundesliga, die als amtierender Meister nicht nur in die neu gegründete Bundesliga kamen, sondern auch dessen ersten Meister stellten. Sie wurden als erste deutsche Mannschaft absolut professionell, nach englischem Vorbild geführt.
Diese Vereinsführung unter Präsident Franz Kremer wurde von den Bayern aus München kopiert, als sie selbst 1970 aufstiegen.
Obwohl man wirklich sehr gute Spieler aufweisen konnte, stand sich die „launische Diva vom Rhein“ meistens selbst im Wege!
Immer dann, wenn in Kölle die fünfte Jahreszeit anbrach, spielte das Team unter aller Sau. Cliquenbildung und Klüngel waren ohnehin Tradition bei den „Geißböcken“.
So verpasste man immer nur sehr knapp die Meisterschaft oder einen internationalen Wettbewerb.


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Das änderte sich, als Hennes Weisweiler ein gebürtiger Kölle Jong nach seiner langen Erfolgszeit bei Gladbach, die Mannschaft übernahm. Das passierte im Juli 1976.
Schon ein Jahr später holte Köln nach 1962 zum zweiten Mal den Pokal der Pokalsieger an den Rhein. Schaffte 77 / 78 zum ersten Mal das begehrte Double: Pokalsieg und Meisterschaft.
Als Hennes Weisweiler im Frühjahr 1980 aus gesundheitlichen Gründen aufgab, war es lange Zeit vorbei mit der Kölner Herrlichkeit.

Trainer kamen, Trainer gingen. Aber immer wieder gelang es gute Spieler zu finden, die Köln zumindest in der Spitzengruppe hielten.
Nach klangvollen Namen wie Wolfgang Overrath, Heinz Flohe, Wolfgang Weber, Konopka, Cullmann, Manglitz, Neumann. Welz, Schnellinger, Bernd Schuster, Harald (Toni) Schumacher, der sich als Nationaltorwart und bei Köln selbst entließ, weil sein Buch „Anpfiff“ nur noch der letzte Abpfiff war…
Da waren Pierre „Litti“ Littbarski, Thomas „Icke“ Häßler und Tony Woodcock. Bodo Illgner, Toni Polster oder Dieter Müller.
Namen, die Kennern auf der Zunge zergehen.
Nach einem kurzen Hoch unter Trainer Christoph Daum wurde man zweimal Zweiter. Aber auch er fiel dem Vereinsklüngel zum Opfer und musste gehen.
Ausgerechnet in der Saison, in der man eine gigantische Feier zum 100-jährigen Bestehen des Vereins feiern wollte, stiegen die Geißböcke erstmals in ihrer Geschichte ab.
Nach zwei Jahren Zweitklassigkeit kehrte Kölle unter Ewald Lienen wieder zurück, tanzte von 2000 bis 2002 nur für zwei Spielzeiten, bis man erneut in den Keller fiel.

Finanzielle Probleme waren erstmalig aufgetaucht, als man 1975 mit dem Bau des neuen RheinEnergieStadion begonnen wurde, welches das ehemalige Müngersdorfer Stadion ersetzen sollte und 2004 nach neuen Jahren fertig gestellt wurde. Das neue Prachtstück, ein reines Fußballstadion, fasst nahezu 51.000 Zuschauer, wurde aber finanziell ein Fass ohne Boden. So waren kaum noch Mittel vorhanden gutes Spielermaterial zu kaufen.
Aber da, in der 2. Liga entwickelten sich viel beachtete junge Talente zu professionellen Spielern: Ein Lukas Podolski, schnell, spritzig und einem unglaublichen Torriecher. Dazu ein Sinkiewicz, Schlicke oder Streit, die alle für eine neue Generation stehen…
So stieg man in der Saison 2002 / 2003 zwar wieder auf, wurde aber erneut prompt auf den letzten Tabellenplatz „durchgereicht“.
Unter Huub Stevens kehrte man jetzt, vor der Saison 2005 / 2006 erneut zurück.
Dessen auslaufender Vertrag wurde jedoch nicht verlängert, sondern der Trainer des Jahres, Uwe Rapolder, der aus der grauen Maus Arminia Bielefeld ohne große Stars den 13. Rang erreichte.
Mit ihm und den inzwischen weiter gereiften Talenten dürfte ein erneuter Abstieg kein Thema mehr sein…

MSV DUISBURG

Er hieß eigentlich bis 1967 noch „Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg“, bis er endgültig zum MSV wurde. Als Gründungsmitglied der Bundesliga spielte der MSV 19 Jahre lang in der obersten Spielklasse, in der er in der ersten Saison 1963 / 64 auch gleich den größten
Erfolg in der Eliteklasse feierte: Die Vizemeisterschaft unter Rudi Gutendorf (genannt: Riegel Rudi). Ansonsten ist Fehlanzeige, sucht man nach größeren Erfolgen. Eben auch nur eine graue Maus.
Halt! Bevor ich lüge: Der FC Bayern bezog im Wedaustadion ähnlich wie in Kaiserslautern regelmäßig seine Klatsche. Der MSV Diusburg gehörte zu seinen Angstgegnern…
1982 stieg man das erste Mal ab, bis 1991 der Wiederaufstieg gelang. Inzwischen war man selbst bis in die Regionalliga abgestiegen.
Was nun begann, war eine andauernde Talfahrt zwischen 1. Liga und 2. Liga. Immer wieder musste man wegen verkaufter Spieler den Gang in die Tiefe antreten.
Seitdem der Bauunternehmer Walter Hellmich die Vereinsführung übernommen hat, entstand nicht nur das neue Stadion, die MSV – Arena neben dem alten Wedaustadion, sondern wurden auch die Verbindlichkeiten von 7 Millionen auf 3 Millionen reduziert.
Somit die Basis für eine bessere Zukunft geschaffen, denn die „Zebras“ wollen sich langfristig im Oberhaus einnisten.
Die Spieler selbst sind zwar noch Nobodys, bis auf Robert Koch, den ehemaligen Nürnberger Kurth (lang ist’s her) und Michalke.
Der Trainer heißt Norbert Meier und war seinerzeit aktiv bei Werder Bremen.
Eine Prognose ist schlecht zu stellen, aber den Hurra Stil der 2. Liga kann man kaum fortsetzen, ohne den Laden hinten voll zu kriegen. Hier ist Konterspiel sinnvoll. Vor allem kommt es darauf an, wie sich die Neulinge auch in der Höchsten Spielklasse bewähren.
Bekannte Namen: Helmut Rahn, Bernhard Dietz, Kurt Jara, Michael Preetz, Ewald Lienen, Michael Tarnart, Roland Wohlfahrt, Ronald Worm, Rainer Budde, Thorsten Wohlert, um nur einige zu nennen…


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EINTRACHT FRANKFURT

Die „Diva vom Main“ ist einer ihrer zahlreichen Spitznamen. Oder aber auch „Zwietracht Mainhattan“.
Egal wie, oder was: Der Verein ist und bleibt das Lieblingskind des DFB, des Fußballclubs Deutschland, denn dieser hat seinen Sitz wo?
Klar, in Frankfurt am Main…
Gründungsmitglied der Bundesliga, was sonst?
Man bleibt bis 1996 erstklassig. In diesem Zeitraum wird man viermal Pokalsiger und holt sich den UEFA Cup unter Trainer Friedel Rausch, nachdem man bereits 1959 die Meisterschaft in die hessische Metropole holte.
Launisch?
Ein Auf – und Ab in der Tabelle. Mal Hui, mal Pfui.
Die Trainer mit der längsten Haltbarkeit waren damals Ribbeck und Weise, fast sensationell spielten die Frankfurter jedoch unter Stephan Stepanovic ein System, dass am damals ehrfurchtsvoll „System 2000“ nannte.
Doch auch der sympathische Zigarrenraucher scheiterte letztlich erneut am Frankfurter Klüngel.
Die erfolgreichsten Jahre erlebte man dann 91 / 92, als man nur knapp an der Deutschen Meisterschaft vorbeischrammt, die sich der lachende Dritte, der VfB Stuttgart damals unter Trainer Christoph Daum am Ende schnappt.
In den letzten Jahren ist die Eintracht 3 Mal aufgestiegen und spätestens in der verflixten 2. Saison wieder abgestiegen.
Vielleicht klappt’ s diesmal besser?
Die Voraussetzungen sind eigentlich gut: Ein neues, schmuckes Stadion, ein riesiges Umfeld. Ein sachlich kompetenter Trainer, und eine Mannschaft, deren Entwicklung steil nach oben zeigt…
Namen?
Aber gerne: Jörn Andersson, Bum-Khun Cha, Anthony Yeboah, Uwe Bein, Thomas Berthold, Ralf Falkenmayer, Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein, Karl Heinz Körbel, Andreas Köpke,Norbert Nachtweih, Bernd Nickel, Thomas Doll, Jay Jay Okocha, Bernd Schneider, Uli Stein, Andreas Möller und viele andere.

Nominell sind naturgemäß alle drei Aufsteiger die ersten Abstiegsaspiranten. Auch wenn man diesmal Köln und Frankfurt doch sehr viele Chancen gibt, die Klasse zu erhalten. Ferner genannt werde in erster Linie ARMINIA BIELEFELD, FC KAISERSLAUTERN und MAINZ 05. Natürlich gehören auch der MSV DUISBURG dazu, ebenso
BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH, HANNOVER 96 und der CLUB aus NÜRNBERG.

Als Meister werden natürlich der FC BAYERN MÜNCHEN genannt, der HSV, oder SCHALKE 04. BREMEN dagegen traut man weniger zu, auch nicht HERHA BERLIN oder BAYER LEVERKUSEN oder BORUSSIA DORTMUND. Den VfL WOLFSBURG rechnet man einen guten Platz im oberen Mittefeld ein…

Wir werden es sehen, oder wie der Kaiser sagt: „Schau’ mer Mal…




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