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23.10.2017 - 17:19 Uhr
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Artikel über Wolfgang Buck
Nein, ich traue mich nicht! Das genaue Datum dieses denkwürdigen Konzerts zu nennen. In Oouernsuhs war’ s, in Ottensoos. Nie gehört? Sollte man aber: Da wurde 1994 eine Mehrzweckhalle fertig gestellt. Was ja nix besonderes wäre, doch die Bezeichnung „Mehrzweckhalle“ ist eigentlich eine Beleidigung für dieses Schmuckstück in der kleinen Gemeinde, die noch fast ländlichen Charakter aufweist – und diesen gegen viele Stimmen auch bewahrt hat. Zwei Gaststätten (ein Italiener und eine Speisegaststätte mit Saal im 1. Stock), ein Sportheim mit Gastwirt. Eine Metzgerei, ein Supermarkt (looks like Tante Emma), eine Bäckerei, Friseur, Obst und Gemüsehändler(in), A Lotto Toto Gschäfd und a Frisör, eine Sparkassenfiliale, die man noch nicht wegrationalisiert hat, und ein Bauern – Schmankerl-Laden, der stets proppenvoll ist.
Kein Wunder: Hier findet man die beste Wurst, die ich bisher im Landkreis gegessen habe…

Doch zurück zur Mehrzweckhalle, die sich auch „Bürgerhalle“ nennt: Wirklich nett. Ein großzügiges Foyer, Garderoben, Treppenaufgang zur Balustrade. Wohl die etwas teureren Plätze? Eine bestuhlte Halle mit einem „offiziellen“ Fassungsvermögen von 500 Personen, aber das kennen wir ja vom Frankenstadion her…

Der große Nachbar Lauf muss gelbgrün anlaufen vor neid, denn die wollen schon seit fast 20 Jahren so was ähnliches errichten, was aber am leeren Stadtsäckel liegt. Dazu würden mir zwar etliche Punkte einfallen, aber wollte ich nicht über ein Konzert..? Eben!
Wolfgang Buck (na endlich) ???
Verkauft wird er als singender Pfarrer mit Mundart. Stimmt nicht. Ätsch!
Liedermacher mit fränkischem Dialekt und zahlreichen CDs im Gepäck. Stimmt. Bekannt dafür, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt, den Leuten aufs Maul schaut, und ihnen den Spiegel vorhält. Stimmt!
Gestehen muss ich auch, dass ich ihn auch bis zwei Wochen vor dem Konzert nicht kannte. Bruno war’ s der mich darauf brachte (Bruno hat bei uns ein paar Mal das Wort zum Montag gemacht, war selbst Theologe – bis ihn eine unglückliche Liebe aus der Umlaufbahn geworfen hatte und Zweifel in ihm weckten). Und eben dieser Bruno wollte da unbedingt hin, und da er unter chronischem Geldmangel leidet (wie wir alle), hat er gar Freikarten herausgeschunden. Mir zur Information eine LIVE CD von Wolfgang Buck gegeben, die mich doch sehr erstaunte. „Aganzallans“ hieß sie, und haute mich vom Hocker. Nicht nur die Lieder, die zwischen Humor, Sarkasmus und Zynismus schwanken, auch seine Zwischenkommentare waren es, die mir verrieten, wessen politische Meinung der Barde hatte. Bruno konnte plötzlich nicht und so packte ich meine beste Ehefrau von Allen und schleppte sie mit, holte die Karten ab und ließ eine der Freikarten dort, falls Bedarf bestehen würde…

Zunächst staunten wir echt über diese Bürgerhalle, dieses Juwel. Parkplätze hatten sie genügend, war an alles gedacht. Im Foyer amüsieren wir uns dann doch über die Einfaltspinsel mancher Besucher. Da trugen viele der Herren dunkle Anzüge mit Krawatten oder Fliege, die First Ladies im langen Abendkleid, rechts das Glas Sekt in der Hand – und links das Bratwurstweckla… Sehen und gesehen werden!

Nervöse Herren in Black & White – die Veranstalter, eine christliche Gemeinschaft, egal welchen Coleurs, waren wohl doch nicht mehr so sicher, als sie ihren georderten Star sahen, der mit Jeans und Sweatshirt wohl doch nicht so ganz ihrer Kleiderordnung entsprach. Die Halle war voll. Von 14 bis 80 Jahren war alles vertreten. Hinter uns saß ein ziemlich betagtes Mütterlein, die zunächst enttäuscht war, dass da kein Pfarrer in seiner Robe auf die Bühne kam. Jeans und Sweatshirt, wie gesagt.


Wolfgang Buck  (Seite 2 von 2)
Vollbart, kurze Haare. Lässig die Klampfe im Anschlag.

Der erst Mal danach fragt, was die Leute so bezahlt haben. Die Veranstalter schwitzen dabei, man kann es fast riechen. „Was 12 €uro? Viel zu wenig!“
Gelächter.
Und Buck legt los.
„Ärbern“ ist sein Opener. Eine Verarsche an die Leute, die ohne Arbeit nicht glücklich sind.
Der „Sportlerblues“ schließt sich an, gefolgt von der „Barbie – Puppe“ und von der Sucht des „Filmens“. Die Zuschauer tauen auf, gehen mit. „Zucchini“ – die ja aus Italien kommen und klein am besten schmecken. Aber wir haben die Dinger importiert und sie wachsen wie Unkraut. Und unsere Zucchini? Mir kennas besser – unsere sin gresser…“ Lachen, gute Stimmung. Dann ein neuer Gassenhauer: „Dou kummd a Stoader“- die Kahlfresser aus Nermberch, Färd, Neustadt. Allmächd a Stoader!!!
Die Oma hinter uns hat ihren Piccolo leer und bittet die Leute, die dabei sind um ein neues Fläschchen. Ist gut drauf. Alle sind gut drauf. Auch wenn WB inzwischen auf nachdenkliche, ernsthafte Lieder umgeschalten hat. Die aber immer noch augenzwinkernd vorgetragen werden. Eine Supersache das!

Pause.

Wolfgang Buck sitzt an einem Tisch und verkauft seine eigenen CDs, gibt bereitwillig Auskunft, muss sich feilschen erwehren. Wir reden kurz miteinander, über ein anschließendes Interview. Er sagt zwar zu, aber all meine Fragen werden eigentlich im Verlauf des Abends von selbst beantwortet…

Auch wir gönnen uns was, haben noch nichts gegessen. Zivile Preise. Ein Bratwurstweckla für 1,50 und die ½ Liter Dosen Bier ah a so rum.

Konzert - Teil 2:

Wolfgang Buck hat die Massen im Griff, voll im Griff. Lässt die Leute mitsingen. Erklärt, warum die Franken selbst Katastrophen verniedlichen: Hammer a „wenig“ oder a „wengerla“ Probleme? Und stellt fest, dass der Franke der einzige Deutsche ist, der „gscheid blöd“ sagt, oder der Zerstörung noch kreativ bleibt, weil er kein Holz auseinander schneidet, sonder a „Holz zamm – machd“… Die Oma hinter uns mit ihrem zweiten Piccolo schreit klatscht und johlt. „ A su was Scheens“.
Und wisst ihr was? Sie hat Recht!!! Zum Interview kommt es zwar dann nicht mehr, denn Wolfgang ist erschöpft, hat sich verausgabt. Und muss jetzt noch zurück nach Bamberg. Was ich einsehe.

Ich schreibe ohnehin lieber über ein Konzert aus der Perspektive eines normalen Zuschauers.

Und so kann ich Euch eigentlich diesen Wolfgang Buck voll ans Herz legen, denn er gehört in die Gewichtsklasse eines Ringsgwandl oder Hans Söllner. Obwohl die Herren längst nicht mehr die Creme de la Creme des musikalischen Kabarett sind. Da gibt es inzwischen andere – ein Willy Astor zum Beispiel, oder ein Django Asül oder…

Wer sich da informieren will, für den ist OTTI’ s SCHLACHTHOF ca. alle 4 Wochen an den Freitagen im 3. Programm gegen 22 Uhr 30 Pflicht – denn Otti hat immer die neuesten und besten Kabarettisten (nicht zu verwechseln mit „Hose runter, Hose rauf – Comedy“) im Programm.

Was Wolfgang Buck betrifft: Der offizielle Wortlaut ist, dass Herr Buck von der Kirche momentan freigestellt ist, weil er mit seinen Liedern mehr Menschen erreichen kann…

Wer ihn selbst LIVE erleben will: Er ist öfters zu Gast im Dehnberger Hoftheater. Oder in Schnaittach war er auch, im Badsaal. Meist aber in der Bamberger Gegend. Und im Februar in der Stadthalle Röthenbach a.d. Pegnitz. Aber da werdet Ihr so schnell wie möglich zuschlagen müssen, sonst sind die Karten weg…

Zurück zu Wolfgang Buck: Man kann ihn auch mit 7-köpfiger Band bewundern. Nur dürfte da ein Eintritt unter 20 €uro kaum möglich sein. Wenn ihr euch was Gutes antun wollt – hört Euch auf jeden Fall seine „Aganzallans“ CD an, danach werdet Ihr sicher begeistert sein…




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